Jermaine Wattimena hat bei Players Championship 27 nicht nur seinen dritten ProTour-Titel gewonnen, sondern auch eine persönliche Serie beendet. Im Viertelfinale setzte sich der 38-jährige Niederländer erstmals gegen Luke Littler durch. Nach dem 6:5-Erfolg gegen den zweifachen Weltmeister konnte sich „The Machine Gun“ einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen.
„Jetzt können sie nicht mehr meckern“, sagte Wattimena nach seinem Turniersieg in Leicester in einem PDC-Interview. Der Satz wirkte wie eine kleine Befreiung: Mehrfach hatte er gegen Littler bereits stark gespielt, den Sieg aber nie über die Ziellinie gebracht.
Wattimena erklärte, dass er sich gegen den Engländer grundsätzlich selbstbewusst fühle, weil er auch in den bisherigen Duellen meist gut gespielt habe. Den entscheidenden Moment lieferte er diesmal im Decider mit einem 115er-Finish. Genau dieses Checkout habe ihm noch einmal zusätzliches Selbstvertrauen gegeben.
Nach dem Turnier blickte der Niederländer zugleich selbstkritisch auf seinen Tag zurück. „Ich habe heute wirklich gut gespielt, aber einige Spiele habe ich mir selbst schwer gemacht“, erklärte Wattimena im Gespräch mit der PDC. Der Erfolg gegen Littler war anschließend nicht das Ende eines starken Tages. Im Halbfinale bezwang er Luke Woodhouse und setzte sich schließlich im Finale gegen seinen Landsmann Kevin Doets durch.
Neue Darts funktionieren bei Wattimena auf Anhieb
Eine besondere Rolle spielte dabei auch sein Material. Players Championship 27 war das erste ProTour-Turnier, das Wattimena mit seinem neuen Setup bestritt. „Das war meine erste ProTour mit meinen neuen Darts von Winmau, deshalb bin ich sehr glücklich“, sagte der 38-Jährige nach dem Titelgewinn.
Der Wechsel hatte sich während einer Pause angebahnt. Wattimena nutzte einen Aufenthalt in den USA, um intensiv mit den neuen Darts zu trainieren und sie unter Wettkampfbedingungen zu testen. Danach folgte in Leicester der erste echte ProTour-Härtetest – und direkt der Turniersieg.
Damit bekam der Materialwechsel sofort eine sportliche Bestätigung. Wattimena zeigte im Verlauf des Tages mehrfach, dass sein Timing stimmte und er auch in engen Situationen die nötigen Finishes fand.
Im Finale wartete mit Kevin Doets ein enger Freund aus dem niederländischen Lager. Für die Dauer des Endspiels spielte das jedoch keine Rolle. Am Board seien beide Gegner, machte Wattimena nach der Partie deutlich. Doets hatte seine Chancen, ließ auf den Doppeln jedoch zu viel liegen.
Für Wattimena war es der dritte Titel auf der ProTour und der erste im Jahr 2026. Gleichzeitig wächst bei ihm selbst die Erwartungshaltung. Tiefe Runs und Finals sind inzwischen keine Ausnahmeerscheinungen mehr. Der Niederländer weiß, dass er solche Turniere gewinnen kann – und genau das dürfte nach Leicester noch stärker im Kopf verankert sein.
Besonders wertvoll dürfte dennoch der erste Sieg gegen Littler sein. Wattimena hatte zuvor mehrfach starke Leistungen gegen „The Nuke“ gezeigt, war am Ende aber stets als Verlierer vom Board gegangen. Bei Players Championship 27 änderte sich das erstmals.
Viel Zeit zum Feiern bleibt ihm allerdings nicht. Bereits heute steht in Leicester Players Championship 28 auf dem Programm. Dort folgt direkt der nächste Härtetest: Wenn Wattimena auch mit dem neuen Setup erneut tief kommt, wäre der Titelgewinn vom Vortag deutlich mehr als nur ein besonders guter Turniertag.










