Michael van Gerwen hat den Finaltag der International Darts Open 2026 in Riesa erreicht, wirklich zufrieden war der Niederländer mit seinem Auftritt aber nicht. Nach dem knappen 6:5 gegen Madars Razma sprach van Gerwen ungewöhnlich deutlich über seine eigene Leistung.
Der dreimalige Weltmeister lag früh mit 0:3 zurück und musste sich in die Partie hineinkämpfen. Am Ende reichte es zwar zum Sieg, doch van Gerwen sah keinen Grund, den Auftritt schönzureden. Im Bühneninterview räumte er ein, gut davongekommen zu sein, und kritisierte vor allem seinen schwachen Start sowie die fehlende Konzentration.
Van Gerwen hadert mit seinem Auftritt
Für Michael van Gerwen war die Partie gegen Razma kein Match, aus dem er sportlich viel Positives ziehen wollte. Der Niederländer bekam nach eigener Einschätzung genügend Chancen, konnte sie aber lange nicht konsequent nutzen. Auch der Rhythmus fehlte ihm über weite Strecken.
Besonders deutlich wurde van Gerwen bei der Einordnung des Niveaus. „Seien wir ehrlich: Das war im Grunde einfach ein wertloses Match“, sagte er laut PDC nach der Partie. Entscheidend sei am Ende nur gewesen, dass er gewonnen habe. Gleichzeitig machte er klar, dass es am Finaltag deutlich besser werden müsse.
Das Problem sah van Gerwen nicht beim Publikum und auch nicht allein beim Gegner. Zwar sei Razma kein Spieler, gegen den man leicht in einen natürlichen Spielfluss komme, doch die Hauptverantwortung suchte van Gerwen bei sich selbst. Er sei schlicht nicht konzentriert genug gewesen.
Zwischen Topform und Schwankungen
Der Auftritt passt zu einem größeren Bild. Van Gerwen ist weiterhin jederzeit in der Lage, Matches auf höchstem Niveau zu spielen. Erst vor Kurzem hatte er auf der ProTour mit einem herausragenden Average gegen Martin Schindler geglänzt. Gleichzeitig schleichen sich immer wieder Phasen ein, in denen sein Spiel deutlich weniger stabil wirkt.
Genau diese Schwankungen bleiben bei van Gerwen ein Thema. Gegen Razma kam er nicht dominant in die Partie, musste sich durch ein zähes Match arbeiten und rettete sich am Ende über die Linie. Für viele Spieler wäre ein solcher Sieg einfach ein Arbeitserfolg. Bei van Gerwen wird daraus automatisch eine größere Frage: Reicht diese Konstanz, um wieder regelmäßig Titel zu gewinnen?
Der Niederländer selbst wollte daraus keine Krise machen. Er verwies auch auf den vollen Turnierkalender und die Belastung für Topspieler, die nahezu ständig zwischen Premier League, ProTour und European Tour unterwegs sind. Solche Tage könne es geben, entscheidend sei dann, trotzdem einen Weg zum Sieg zu finden.
Am Finaltag muss eine Steigerung her
Für Riesa bleibt Michael van Gerwen trotz aller Selbstkritik im Rennen. Am Finaltag wartet nun das Achtelfinale, anschließend könnten Viertelfinale, Halbfinale und Finale folgen. Der Weg zum Titel ist kurz, aber intensiv – und gerade deshalb darf er sich einen Auftritt wie gegen Razma kaum noch einmal erlauben.
Positiv nahm van Gerwen vor allem die Unterstützung in der Halle mit. Das Publikum in Riesa stand auch in schwierigen Phasen hinter ihm. Für den Niederländer kann diese Energie am Finaltag wichtig werden, wenn er sich wieder näher an sein bestes Niveau heranarbeiten will.
Der Sieg gegen Razma war deshalb weniger ein Statement als eine Warnung. Van Gerwen ist weiter dabei, aber er weiß selbst: Wenn er in Riesa um den Titel spielen will, muss aus dem Arbeitssieg schnell wieder ein dominanter Auftritt werden.







