Michael van Gerwen und Gian van Veen haben den großen Coup beim World Cup of Darts verpasst. Im Finale unterlag das niederländische Duo England mit Luke Littler und Luke Humphries mit 5:10. Trotzdem blieb nach dem Turnier nicht nur die Enttäuschung über den verlorenen Titel hängen.
Für die Niederlande war es der erste gemeinsame World-Cup-Auftritt von van Gerwen und van Veen. Und obwohl England im Endspiel zu stark war, zeigte Oranje in Frankfurt, dass dieses Duo mehr sein kann als nur eine kurzfristige Lösung. Van Gerwen sieht im Zusammenspiel mit dem jungen Landsmann jedenfalls noch einiges an Luft nach oben.
Van Gerwen setzt auf Van Veen
Schon vor dem Finaltag hatte van Gerwen deutlich gemacht, was er von Van Veen hält. Bei Sky Sports erklärte er sinngemäß: Wenn er nicht an das Potenzial von Gian van Veen glauben würde, würde er nicht mit ihm spielen. Das war mehr als ein nettes Begleitwort. Van Gerwen machte damit klar, dass er den jüngeren Niederländer nicht nur als Ergänzung sieht, sondern als echten Partner für die große Bühne.
Sportlich bestätigte das Duo diesen Eindruck über weite Strecken. Im Viertelfinale schlugen van Gerwen und van Veen Deutschland mit Martin Schindler und Ricardo Pietreczko mit 8:4. Im Halbfinale folgte ein deutliches 8:2 gegen Nordirland. Erst im Finale gegen Littler und Humphries fand die Niederlande nicht mehr dauerhaft den Zugriff.
Gerade deshalb ist der Nachklang interessant. Die Niederlande verlor das Finale klar, aber nicht zwingend den Glauben an dieses neue Duo. Van Gerwen und van Veen wirkten über das Turnier hinweg wie eine Kombination, die wachsen kann: Erfahrung, Tempo, Scoring-Power und ein gemeinsamer Ehrgeiz, der auch nach der Niederlage spürbar blieb.
Van Veen genießt den Auftritt mit van Gerwen
Auch Van Veen blickte trotz der Finalniederlage positiv auf die gemeinsame Woche zurück. Laut Sportnieuws.nl sagte der 24-Jährige nach dem Endspiel, es sei „das erste Mal von hoffentlich noch vielen Jahren“ gewesen. Wer im kommenden Jahr für die Niederlande spiele, sei offen, doch das Ziel bleibe klar: Der World-Cup-Titel soll wieder nach Oranje gehen.
Dabei musste Van Veen kurz selbst lachen, weil er mit seiner Aussage beinahe seinen guten Freund Danny Noppert überging. „Ich hoffe, er hört gerade nicht zu“, sagte Van Veen sinngemäß über Noppert. Danach stellte er klar, dass er mit Noppert sehr gut befreundet sei. Gleichzeitig betonte er aber auch, wie sehr er das Wochenende mit van Gerwen genossen habe.
Dieser kleine Moment zeigte ganz gut, wie besonders die Situation für Van Veen war. Neben van Gerwen für die Niederlande zu spielen, ist im Darts keine normale Aufgabe. Es bedeutet Druck, Erwartung und ständige Vergleiche mit früheren niederländischen Erfolgen. Van Veen nahm diese Rolle in Frankfurt sichtbar an.
England war im Finale zu stark
Im Finale selbst reichte es trotzdem nicht. England war mit Littler und Humphries in den entscheidenden Phasen zu stabil. Nach einem ordentlichen Beginn der Niederlande kippte das Spiel zunehmend in Richtung des englischen Duos. Littler und Humphries ließen kaum Chancen liegen und machten aus dem Endspiel am Ende einen verdienten 10:5-Sieg.
Für van Gerwen und van Veen bleibt damit ein gemischtes Fazit. Der Titel wurde verpasst, doch die Niederlande meldete sich als ernstzunehmende World-Cup-Nation zurück. Nach Jahren ohne Finaleinzug stand Oranje wieder im Endspiel – und das mit einem Duo, das beim ersten gemeinsamen Auftritt noch nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen sein dürfte.
Genau darin liegt die eigentliche Botschaft dieses Finalwochenendes. England hat den Titel gewonnen, aber die Niederlande hat eine neue Perspektive gefunden. Wenn van Gerwen und van Veen diese Partnerschaft fortsetzen, könnte aus der Finalniederlage in Frankfurt mehr werden als nur ein verpasster Titel: der Startpunkt für ein niederländisches Duo mit Zukunft.










