Michael van Gerwen nach Rotterdam-Klatsche selbstkritisch: „Es tut einfach in den Augen weh“

Michael van Gerwen hat beim Premier-League-Abend in Rotterdam den nächsten Rückschlag kassiert. Der Niederländer verlor am Donnerstag (16.04.) in Night 11 sein Viertelfinale mit 2:6 gegen Jonny Clayton und schied damit bei seinem Heimspiel erneut früh aus. Clayton zog später mit dem Tagessieg auf 29 Punkte davon, während Van Gerwen laut Sky Sports bei 16 Zählern auf Rang vier blieb. Besonders deutlich wurde van Gerwens Frust im Interview nach dem Spiel.

Clayton zieht Van Gerwen in Rotterdam früh den Stecker

Das 2:6 gegen Jonny Clayton war nicht einfach nur eine knappe Niederlage in einem hochklassigen Viertelfinale. Sky Sports beschreibt die Partie vielmehr als einen Abend, an dem Clayton Van Gerwen früh den Rhythmus nahm, fünf Legs in Serie holte und den Niederländer zunehmend frustrierte. Den Schlusspunkt setzte der Waliser dann auch noch spektakulär mit einem 170er-Finish, das die Hoffnung auf einen Heimsieg in Rotterdam endgültig beendete.

Gerade dieser Verlauf macht die Niederlage für Van Gerwen problematischer als ein bloßes Zahlenresultat. Ein 2:6 kann im Darts passieren, doch in Rotterdam ging es auch um Wirkung. Van Gerwen spielte vor heimischem Publikum, bekam eine große Bühne und geriet trotzdem früh in ein Match, das zunehmend Clayton gehörte. Wenn ein Gegner dir in genau diesem Rahmen den Stecker zieht, bleibt mehr hängen als nur ein verlorenes Viertelfinale.

Van Gerwen wird nach dem Spiel deutlich

Wie groß der Frust war, zeigte Michael van Gerwen anschließend selbst. Im Interview bei Viaplay sagte der Niederländer sinngemäß: „Ich ärgere mich darüber enorm, denn ich fühle mich eigentlich richtig gut. Aber dann zeige ich nicht, was ich kann. Ich glaube, dass ich ein okayes Spiel mache, aber ich bin so viel besser als das. Teilweise tut es einfach in den Augen weh.“ Damit machte er klar, dass ihn nicht nur die Niederlage an sich ärgerte, sondern vor allem der Unterschied zwischen seinem eigenen Anspruch und dem, was er auf der Bühne zeigte.

Genau das passt zu einer unruhigen Premier-League-Phase. Sportlich wird das zusätzlich dadurch verstärkt, dass Van Gerwen trotz Rang vier in der Tabelle keinen komfortablen Abstand nach hinten hat, während Clayton an der Spitze weiter davonzieht. Laut Sky Sports steht Clayton nach Night 11 bei 29 Punkten, Van Gerwen bei 16. Das heißt nicht, dass Van Gerwen aus dem Playoff-Rennen gefallen ist. Es bedeutet aber, dass solche frühen Niederlagen nicht mehr nur ärgerlich sind, sondern zunehmend Gewicht für die Gesamtsaison bekommen.

Warum Rotterdam für Van Gerwen schwerer wiegt als ein normales Viertelfinal-Aus

Rotterdam war aus niederländischer Sicht einer der emotionalsten Premier-League-Abende der bisherigen Saison. Zum ersten Mal seit 2019 standen dort wieder zwei Niederländer im Teilnehmerfeld, doch sowohl Van Gerwen als auch Gian van Veen schieden bereits im Viertelfinale aus. Gerade für Van Gerwen macht das den Abend heikler, weil er als etablierter Topname nicht nur an Ergebnissen gemessen wird, sondern auch daran, ob er solche Heimabende prägen kann. In Rotterdam gelang ihm genau das nicht.

Van Gerwen verliert aktuell damit nicht einfach irgendwelche Matches, sondern Abende, die für seine Außendarstellung und seine Saison besonders wichtig sind. Das 2:6 gegen Clayton, das 170er-Finish des Walisers und der kritische Ton danach verdichten sich zu einem Bild, das man bei Van Gerwen lange nicht in dieser Häufung gesehen hat. Er bleibt gefährlich und im Rennen, aber Rotterdam hat erneut gezeigt, dass zwischen seinem großen Namen und seiner aktuellen Überzeugungskraft im Moment eine spürbare Lücke liegt. Genau deshalb wirkt dieses Aus größer als ein normales frühes Ende eines Spieltags.

Schon in der kommenden Night 12 bietet sich Michael van Gerwen die nächste Chance auf eine Reaktion. Am Donnerstag, 23. April, geht die Premier League in der M&S Bank Arena in Liverpool weiter, wo der Niederländer laut PDC im Viertelfinale auf Josh Rock trifft.

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