Gerwyn Price hat das erste Halbfinale der Premier League Finals Night im Londoner O2 verloren – und trotzdem einen der großen Momente des Abends geliefert. Der Waliser unterlag Luke Littler nach einem dramatischen Match mit 9:10, nachdem er zuvor bereits mit 4:9 zurückgelegen hatte.
Littler steht damit im Finale der Premier League Darts 2026. Doch der Weg dorthin wurde deutlich härter, als es zwischenzeitlich aussah. Der Tabellenführer hatte das Match scheinbar unter Kontrolle, führte klar und stand kurz vor dem Finaleinzug. Dann aber brachte Price das O2 noch einmal zum Kochen.
Price kämpft sich von 4:9 zurück
Beim Stand von 4:9 schien das Halbfinale fast entschieden. Littler spielte stabil, traf die Doppel in den wichtigen Momenten und hatte den Finaleinzug bereits greifbar nah. Price aber weigerte sich, das Match auslaufen zu lassen.
Der Waliser steigerte sich in der Schlussphase deutlich, setzte Littler immer stärker unter Druck und gewann Leg um Leg. Besonders auffällig war ein großes Highfinish, das Price emotional feierte. Anschließend wurde er vom Schiedsrichter kurz zur Ordnung gerufen, antwortete aber unmittelbar sportlich: Mit einer 180 hielt er den Druck hoch und machte aus einem scheinbar klaren Rückstand plötzlich wieder ein offenes Match.
Aus 4:9 wurde 9:9. Price zwang Littler tatsächlich in den Decider und brachte den Favoriten noch einmal gewaltig ins Wackeln.
Littler rettet sich in den Decider
Im letzten Leg stoppte Littler das Comeback doch noch. Der 19-Jährige gewann den Decider und zog mit 10:9 ins Finale ein. Für Price blieb nur die bittere Erkenntnis, dass eine große Aufholjagd am Ende nicht ganz belohnt wurde.
Die Zahlen zeigen, wie stark der Waliser trotz der Niederlage spielte. Price kam auf einen Average von 100,42 Punkten und lag damit vor Littler, der 98,47 Punkte erzielte. Auch bei den 140+-Aufnahmen und den 100+-Scores hatte Price die Nase vorn. Zudem gelangen ihm drei Finishes über 100 Punkte, sein höchstes Checkout lag bei 137.
Littler war dafür in den entscheidenden Momenten minimal effizienter. Er traf zehn seiner 20 Darts auf Doppel und beendete das Match mit einer Checkoutquote von 50 Prozent. Price kam auf 47,37 Prozent.
Für Littler zählt am Ende der Finaleinzug. Für Price bleibt ein bitteres Aus, aber auch ein starkes Zeichen. Der Waliser war fast geschlagen, kämpfte sich zurück, riss das O2 mit und zwang den Tabellenführer bis ins letzte Leg. So schmerzhaft die Niederlage ist: Price verließ die Premier League Finals Night nicht als Randfigur, sondern als Spieler, der Littler beinahe noch ein dramatisches Comeback aufgezwungen hätte.







