Jonny Clayton fordert feste Startplätze für die Top 16: Die besten Spieler der Weltrangliste sollen seiner Ansicht nach automatisch an allen großen PDC-Turnieren teilnehmen dürfen. Ausgerechnet der 52-Jährige selbst hat sein Ticket für den Grand Slam of Darts 2026 noch nicht sicher. Seine Aussagen fallen in eine Phase, in der ihm trotz mehrerer Finalteilnahmen weiterhin ein Turniersieg in dieser Saison fehlt. Bei der Swiss Darts Trophy in Basel kämpft Clayton um eine weitere Chance auf die Qualifikation.
Im Gespräch mit Oche180, das über AskGamblers vermittelt wurde, äußerte sich Jonny Clayton kritisch zum Qualifikationssystem der PDC. Dabei verwies er auf die Opfer, die mit einer Karriere in der Weltspitze verbunden sind. Die Zugehörigkeit zu den Top 16 sei das Ergebnis jahrelanger Arbeit und keineswegs selbstverständlich. „Du arbeitest das ganze Jahr über hart. Du verzichtest auf Dinge und verpasst zu Hause vieles. Du arbeitest hart, um in die Top 16 zu kommen, und noch härter, um dort zu bleiben.“
„The Ferret“ sieht darin einen Grund, weshalb die Spitzenspieler bei großen Wettbewerben gesetzt sein sollten. Besonders deutlich machte er seine Kritik mit einem Vergleich aus dem englischen Fußball: „Ich verstehe nicht, warum die Top 16 nicht bei allem dabei sind. Das ist so, als würde man den FA Cup veranstalten und die Premier-League-Vereine nicht teilnehmen lassen. Das verstehe ich einfach nicht.“
Seine Forderung richtet sich nicht allein auf den Grand Slam, sondern grundsätzlich auf die großen PDC-Turniere. Clayton betonte: „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir es verdienen, bei jedem Turnier dabei zu sein. Wir sind die Elite, und im Moment gehöre ich zu den Top 16. Was wir leisten und worauf wir verzichten, um in den Top 16 zu bleiben, sehen manche Leute nicht.“
Die aktuelle Grand-Slam-Qualifikation funktioniert allerdings anders. Das Teilnehmerfeld wächst 2026 von 32 auf 48 Spieler. Startplätze erhalten unter anderem Finalisten bestimmter TV-Turniere sowie Spieler, die sich über weitere festgelegte Wettbewerbe qualifizieren. Noch offene Plätze können über Titel auf der European Tour und bei den Players Championships vergeben werden. Zusätzlich stehen acht Startplätze über ein Qualifikationsturnier am 6. November zur Verfügung.
Die Weltrangliste spielt bei der Setzliste und gegebenenfalls bei der Reihenfolge der Titelgewinner eine Rolle, garantiert aber keinen Startplatz. Die 16 bestplatzierten qualifizierten Spieler werden für die Gruppenphase gesetzt. Diese Setzung ist jedoch nicht mit einer automatischen Einladung für die Top 16 der Weltrangliste gleichzusetzen. Das System belohnt bestimmte Saisonerfolge und bietet auch Spielern außerhalb der Top 16 Möglichkeiten. Claytons Vorschlag würde dagegen etablierte Profis stärker absichern.
„The Ferret“ kämpft um die Grand-Slam-Teilnahme
Wie konkurrenzfähig der Waliser weiterhin ist, zeigte er am Samstag in Basel eindrucksvoll. In der zweiten Runde bezwang er Maik Kuivenhoven mit 6:1 und erreichte einen Average von 108,81 Punkten – den höchsten Wert der Abendsession. Am Sonntag trifft er im Achtelfinale auf Rob Cross.
Clayton stand in dieser Saison bereits im Finale der Belgian Darts Open, unterlag dort jedoch Luke Humphries mit 6:8. Hinzu kamen zwei weitere Finalniederlagen auf der ProTour. Die Ergebnisse unterstreichen seine Beständigkeit, haben ihm aber noch kein gesichertes Grand-Slam-Ticket eingebracht.
Trotz seiner deutlichen Kritik möchte Clayton die Situation gelassen angehen. Sollte die Qualifikation scheitern, könne er die freie Zeit zur Erholung nutzen. Im selben Interview sagte er: „Ich denke wirklich, dass man es so sehen muss: Wenn ich über mich selbst spreche und den Grand Slam verpasse, dann verpasse ich ihn eben. Ich will ihn natürlich nicht verpassen, aber wenn es passiert, werde ich irgendwo im Urlaub sein und die Sonne genießen.“
Der Grand Slam of Darts findet vom 14. bis 22. November in Wolverhampton statt. Bis dahin hat Clayton noch mehrere Möglichkeiten, sich über die ausstehenden PDC-Turniere zu qualifizieren. Sollte ihm das nicht gelingen, bleibt das Qualifikationsturnier am 6. November, bei dem acht weitere Startplätze vergeben werden.
Zunächst richtet sich sein Blick jedoch auf die Swiss Darts Trophy in Basel, wo er am Sonntag um den Einzug ins Viertelfinale kämpft. Alle Ergebnisse und den Spielplan gibt es auf unserer Turnierseite zur Swiss Darts Trophy 2026.










