Dave Chisnall kämpft mit Nervosität – „Mein Wurf stimmt nicht“

Dave Chisnall hat nach seinem Auftaktsieg bei der Swiss Darts Trophy 2026 ungewöhnlich offen über seine anhaltenden Probleme auf der Bühne gesprochen. Der achtmalige European-Tour-Sieger setzte sich in Basel zwar mit 6:5 gegen Alan Soutar durch, blieb mit einem Average von 82,52 Punkten aber deutlich hinter den eigenen Ansprüchen zurück. Während sein schottischer Gegner auf 90,12 Punkte kam, kämpfte der Engländer vor allem mit seiner Nervosität und einer Wurfbewegung, die sich derzeit nicht richtig anfühlt.

Dabei hatte der 46-Jährige durchaus Glück, die Begegnung überhaupt gewonnen zu haben. Soutar erspielte sich in nahezu jedem Leg Möglichkeiten und vergab im Entscheidungsleg sogar einen Matchdart. „Jeder kann gewinnen. Wenn der eine seine Doppel nicht trifft und der andere schon, dann gewinnt eben der andere“, erklärte „Chizzy“ anschließend gegenüber Oche180.

Doch seine eigentliche Sorge galt nicht den vergebenen Chancen des Gegners, sondern dem eigenen Spiel. Die Anspannung scheint ihn mittlerweile besonders bei seinen Auftaktbegegnungen auf der European Tour zu begleiten.

„Ich bin hier oben heute Abend so nervös. Inzwischen geht es mir bei jedem Erstrundenspiel auf der European Tour so“, gestand der Engländer. Dabei kennt er diese Schwierigkeiten aus früheren Jahren nicht in diesem Ausmaß. „Vor ein paar Jahren war das nicht so. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber ich werfe ruckartig. Mein Wurf stimmt nicht. Ich habe keine Ahnung, warum das so ist.“

Zwischen Selbstzweifeln und Selbstvertrauen – „Chizzy“ sucht seinen Rhythmus

Dass Chisnall seinen gewohnten Bewegungsablauf nicht zuverlässig abrufen kann, beschäftigt ihn besonders. Für den in St Helens geborenen Profi, der heute in Morecambe lebt und bereits acht Titel auf der European Tour gewonnen hat, ist diese Unsicherheit ungewohnt. Über Jahre hinweg gehörte er zu den erfolgreichsten Akteuren der Turnierserie, zuletzt blieben vergleichbare Ergebnisse jedoch aus.

Auf die Frage von Moderator Philip Brzezinski, wie ihm trotz seiner Schwierigkeiten der entscheidende Treffer gegen Soutar gelungen sei, reagierte „Chizzy“ allerdings selbstbewusst. „Das ist mein Wurf. Mir ist egal, was die Leute zu Hause sagen, so werfe ich. Manchmal sieht es nicht gut aus, manchmal ist es großartig.“

Seine Worte zeigen einen bemerkenswerten Gegensatz. Einerseits zweifelt der erfahrene Profi an seiner aktuellen Technik, andererseits verteidigt er die Eigenheiten seiner Wurfbewegung gegenüber äußerer Kritik. Dass er gegen Soutar mit einer schwachen Leistung noch gewinnen konnte, ordnete er selbst nüchtern ein und räumte ein, etwas Glück gehabt zu haben.

Besonders schwer scheint für ihn die Umstellung vom Trainingsboard auf die große Bühne zu sein. Vor dem Auftritt in Basel hatte sich Chisnall gut vorbereitet gefühlt, doch während der Begegnung fand er kaum in seinen gewohnten Rhythmus.

„Ich hatte ein gutes Gefühl, als ich heute Abend hierherkam. Im Training lief es gut. Aber sobald ich auf der Bühne stehe, bin ich einfach sehr nervös und nicht entspannt. Mein Wurf ist nicht flüssig“, schilderte er seine Schwierigkeiten.

Gerade dieser Unterschied macht die Situation für den Engländer kompliziert. Gute Trainingsleistungen geben ihm offenbar weiterhin Zuversicht, lassen sich unter Wettkampfbedingungen aber nicht zuverlässig umsetzen. Er sucht deshalb nicht nur nach einer technischen Lösung, sondern vor allem nach der Lockerheit, mit der er seine erfolgreichsten Jahre bestritten hat.

Zwei Decider in Basel – gegen Josh Rock endet die Hoffnung

Trotz aller Schwierigkeiten wollte Chisnall seinen Auftritt gegen Soutar als Ausgangspunkt für eine Steigerung nutzen. „Morgen kann ich nur besser spielen“, zeigte er sich nach dem knappen Auftaktsieg zuversichtlich. Gegen den starken Josh Rock wolle er seine Probleme in den Griff bekommen.

Tatsächlich präsentierte sich der 46-Jährige in der zweiten Runde etwas verbessert. Gegen den Nordiren steigerte er seinen Average auf 86,69 Punkte, musste aber erneut über die volle Distanz gehen. Rock erspielte sich zwischenzeitlich eine 4:2-Führung, bevor Chisnall den Rückstand aufholte und schließlich das Entscheidungsleg erzwang.

Diesmal gelang ihm jedoch kein glückliches Ende. Rock behielt mit 6:5 die Oberhand und erzielte einen Average von 94,87 Punkten. Für den Engländer war nach zwei Begegnungen, die jeweils erst im elften Leg entschieden wurden, Schluss.

Damit setzte sich eine schwierige Phase fort, in der ihm vergleichbare Erfolge weiterhin verwehrt blieben. Er erreichte in den vergangenen beiden Jahren kein Halbfinale und verpasste zuletzt sogar zweimal hintereinander die Qualifikation für ein European-Tour-Turnier.

Der Auftritt bei der Swiss Darts Trophy 2026  hat die Probleme des erfahrenen Profis erneut sichtbar gemacht. Gleichzeitig verdeutlichen seine offenen Aussagen, wie sehr ihn die Suche nach seinem gewohnten Spiel beschäftigt. An seinem Können und seiner Erfahrung mangelt es dem achtmaligen European-Tour-Sieger nicht. Die entscheidende Herausforderung besteht derzeit darin, seine Leistungen auch unter dem Druck eines Bühnenmatches wieder konstant abzurufen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert