Luke Littler gewinnt, dominiert und verschiebt die Maßstäbe im Dartsport. Genau deshalb wird über „The Nuke“ inzwischen manchmal so gesprochen, als sei er kaum noch zu schlagen. Ex-Profi und Analyst Matthew Edgar hält diese Erzählung für zu einfach – und verweist im Love The Darts-Podcast auf einen Namen, der im Littler-Hype schnell untergeht: Niels Zonneveld.
Der Anlass ist Luke Littlers nächster großer Titel. Gemeinsam mit Luke Humphries gewann der Engländer den World Cup of Darts, die Frage nach einem möglichen Major-Clean-Sweep liegt damit auf dem Tisch. Edgar macht daraus aber keine blinde Krönungsrede. „Ich würde ihn gern alle Majors gewinnen sehen“, sagte er. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass auch der aktuelle Weltmeister in diesem Jahr bei Ranglistenturnieren bereits geschlagen wurde. Das stärkste Beispiel: Zonneveld bei den Belgian Darts Open.
In Wieze warf der Niederländer den 19-Jährigen mit 6:5 aus dem Turnier. Nicht mit einem geschenkten Match, sondern mit einem 147er-Finish im entscheidenden Leg. Für Edgar ist genau das der Punkt. „Ein gewisser Niels Zonneveld hat bewiesen, dass er sehr wohl zu schlagen ist“, erklärte er im Podcast weiter. Solche Ergebnisse wirken vorher unwahrscheinlich, passieren im modernen Darts aber trotzdem. Oder, wie Edgar es zusammenfasste: „Also kann es immer passieren.“
Edgar bremst die Littler-Überhöhung
Dabei geht es nicht darum, Littlers Klasse kleinzureden. Das wäre albern. Der 19-Jährige hat den Dartsport in einer Geschwindigkeit verändert, die selbst für diesen Sport außergewöhnlich ist. Er trifft die großen Felder, er trifft die großen Finishes, und er wirkt in vielen Momenten so ruhig, als würde ihn die Bühne nicht berühren.
Gerade deshalb ist Edgars Einordnung wichtig. Dominanz ist nicht dasselbe wie Unbesiegbarkeit. Der Engländer ist oft besser als seine Gegner, aber er nimmt ihnen nicht automatisch jede Chance. Kurze Distanzen, ein heißer Gegner, ein verpasstes Doppel, ein Leg zu spät im Match – im Darts reicht wenig, damit selbst der größte Favorit kippt.
Zonneveld ist dafür der perfekte Beleg. Sein Sieg war keine Randnotiz, sondern eine Erinnerung an die Logik dieses Sports. Wer Littler schlagen will, muss nicht auf einen Totalausfall hoffen. Er muss selbst liefern. Genau das machte der Niederländer: Er blieb im Match, nahm den Decider an und setzte den letzten Dart mit maximaler Wucht.
Für „The Nuke“ ändert das wenig an seinem Status. Er bleibt der Maßstab, der Fixpunkt, der Spieler, an dem sich viele Turniere automatisch ausrichten. Aber die Erzählung vom unantastbaren Teenager ist gefährlich, weil sie den Rest des Feldes kleiner macht, als er ist.
Littler ist außergewöhnlich. Littler ist dominant. Littler kann eine Ära prägen. Aber unbesiegbar ist er nicht. Und genau das macht die nächsten Duelle gegen ihn spannender, nicht kleiner.










