Luke Humphries nach Fan-Kritik unter Beschuss: „Feiges Statement“

Luke Humphries steht nach seiner Fan-Kritik beim Nordic Darts Masters weiter im Fokus. Der Engländer hatte sich nach dem verlorenen Finale gegen Michael van Gerwen über störende Fans geärgert, später aber versöhnlichere Worte gewählt. Genau dafür bekommt die Nummer zwei der Welt nun deutliche Kritik von Vincent van der Voort.

Der frühere niederländische Profi warf Humphries vor, seine ursprüngliche Haltung zu schnell wieder abgeschwächt zu haben. Laut Oche180 bezeichnete van der Voort die spätere Social-Media-Reaktion des früheren Weltmeisters als „feiges Statement“.

Damit bekommt ein ohnehin sensibles Thema neuen Zündstoff. Es geht nicht nur um ein paar Pfiffe in Kopenhagen, sondern um die Frage, wie offen Topspieler über störendes Publikum sprechen dürfen – und wie schnell sie danach wieder zurückrudern.

Humphries ärgerte sich über störende Fans

Humphries hatte das Finale der Nordic Darts Masters gegen Michael van Gerwen knapp mit 7:8 verloren. Nach dem Match zeigte er sich frustriert über Pfiffe und Ablenkungen aus dem Publikum. Topspieler seien zunehmend genervt von solchen Störungen, machte er nach dem Finale deutlich.

Weniger als 24 Stunden später klang Cool Hand Luke auf X deutlich versöhnlicher. Er entschuldigte sich für seine Emotionen auf der Bühne, gratulierte van Gerwen zum Sieg und schrieb, er wolle den Fans die besten Spiele und die beste Unterhaltung bieten. Außerdem bedankte er sich für die anhaltende Unterstützung und verwies bereits auf den World Cup am kommenden Wochenende.

Genau diese Kehrtwende störte van der Voort. Für ihn lag das Problem nicht darin, dass Luke Humphries die Fans später wieder einband. Das Problem war aus seiner Sicht, dass die Nummer zwei der Welt ein echtes Thema angesprochen hatte – und es am nächsten Tag direkt entschärfte.

Van der Voort: „Dann solltest du nicht zurückrudern“

Im Podcast Darts Draait Door fand van der Voort deutliche Worte. Humphries sei nach dem Finale „ziemlich irritiert“ gewesen und habe sichtbar genug vom Publikum gehabt. Auch im Interview nach dem Match habe man ihm angesehen, dass er auf diese Störungen keine Lust mehr gehabt habe.

Dann folgte die scharfe Kritik. Van der Voort sagte sinngemäß: Danach sei Humphries mit einem „feigen Statement“ in den sozialen Medien herausgekommen, in dem er den Fans doch wieder gedankt habe.

Der Niederländer legte nach: Wenn Spieler nach Kopenhagen kommen, um das Publikum zu unterhalten, und dann bei jedem Wurf ausgebuht oder gestört werden, „dann solltest du deine Aussage nicht direkt am nächsten Tag zurücknehmen“.

Van der Voort sieht in Humphries’ ursprünglicher Kritik also offenbar einen berechtigten Punkt. Gerade deshalb stört ihn das spätere Zurückrudern so sehr.

Zwischen ehrlicher Frustration und Imagepflege

Die Szene zeigt, wie schwierig der Umgang mit Fan-Reaktionen im modernen Darts geworden ist. Einerseits lebt der Sport von Atmosphäre, Nähe und Emotion. Andererseits braucht ein Spieler im entscheidenden Moment Ruhe. Pfiffe oder störende Geräusche während des Wurfs treffen genau den Punkt, an dem Konzentration am wichtigsten ist.

Luke Humphries stand nach dem Finale sichtbar unter Spannung. Ein knapp verlorenes Endspiel, störende Geräusche und der eigene Anspruch kommen in solchen Momenten zusammen. Dass der Engländer sich ärgert, ist nachvollziehbar.

Gleichzeitig stehen Topspieler dauerhaft unter Beobachtung. Was auf der Bühne gesagt wird, landet sofort in Clips, Posts und Diskussionen. Ein späterer Social-Media-Text ist deshalb oft auch der Versuch, den Ton wieder einzufangen und nicht dauerhaft als Gegner der Fans dazustehen.

Genau diesen Spagat nimmt van der Voort ihm nicht ab. Aus seiner Sicht hätte der frühere Weltmeister bei der Kritik bleiben sollen, statt sie nachträglich zu glätten.

Frankfurt wird der nächste Stimmungstest

Brisant wird das Thema auch mit Blick auf den World Cup of Darts. Humphries kehrt dort gemeinsam mit Luke Littler für England auf die Bühne zurück. In Frankfurt wird das englische Duo ohnehin besonders im Fokus stehen.

Sportlich ist England einer der großen Namen des Turniers. Doch die Atmosphäre könnte ebenfalls eine Rolle spielen. Littler hat in Deutschland bereits erlebt, wie laut und unangenehm ein Publikum werden kann. Humphries bringt nun zusätzlich die Diskussion um Fanverhalten aus Kopenhagen mit.

Die Frage ist deshalb nicht nur, wie Humphries und Littler im Doppelspiel funktionieren. Es geht auch darum, wie England mit der Stimmung in der Halle umgeht. Wenn Pfiffe, Zurufe oder Ablenkungen wieder zum Thema werden, steht Cool Hand Luke sofort erneut im Mittelpunkt.

Am Ende bleibt ein unangenehmer Zwischenraum: Humphries wollte ein Problem ansprechen, wollte danach aber offenbar nicht als Gegner der Fans dastehen. Genau diesen Spagat nimmt van der Voort ihm nicht ab.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert