Michael van Gerwen hat die Nordic Darts Masters 2026 gewonnen und sich kurz vor dem World Cup of Darts mit einem wichtigen Titel zurückgemeldet. Der 37-Jährige setzte sich im Finale von Kopenhagen mit 8:7 gegen Luke Humphries durch und wurde damit zum ersten Spieler, der das Turnier zweimal gewinnen konnte. Nach dem dramatischen Endspiel stand allerdings nicht nur der sportliche Erfolg im Mittelpunkt, sondern auch die Atmosphäre im Publikum.
Humphries verpasste im Entscheidungsleg den Matchdart auf Bull, anschließend löschte „Mighty Mike“ 72 Punkte über Tops. Der Titel ging damit an den dreimaligen Weltmeister, während sein englischer Finalgegner nach dem Spiel deutlich machte, wie sehr ihn Pfiffe bei Würfen auf Doppel gestört hatten.
Humphries kritisiert Stimmung im Publikum
Im Gespräch mit ITV Sport, sprach Humphries nach dem Finale offen über die Störungen während des Endspiels. „Es geht um das Pfeifen, wenn du auf Doppel wirfst. Das ist enttäuschend“, sagte der 31-Jährige. Für „Cool Hand Luke“ war das Problem nicht nur eine persönliche Momentaufnahme aus Kopenhagen, sondern ein Thema, das inzwischen viele Spieler betrifft. „Alle Spieler haben inzwischen genug davon“, sagte Humphries weiter.
Sportlich hatte der Abend für den Engländer zuvor deutlich positiver begonnen. Im Halbfinale schlug er den 19-jährigen Weltmeister Luke Littler mit 7:5 und nahm damit zumindest ein Stück Revanche für die Niederlage im Premier-League-Finale. Gegen „The Nuke“ spielte Luke Humphries einen Average von 105 und glänzte unter anderem mit einem 132er-Finish. Im Finale fehlte ihm dann nur ein Dart zum Titel, doch genau dieser Bull-Dart im Entscheidungsleg verfehlte sein Ziel.
Van Gerwen dreht das Finale nach frühem Rückstand
Das Endspiel begann zunächst besser für Humphries, der früh mit 3:1 in Führung lag. Michael van Gerwen blieb jedoch in der Partie, gewann vier Legs in Serie und brachte das Finale damit auf seine Seite. Danach entwickelte sich ein enger Schlagabtausch mit Breaks auf beiden Seiten, ehe die Entscheidung erst im 15. und letzten Leg fiel.
Der Niederländer ordnete den Erfolg anschließend realistisch ein. „Es war ein wirklich hartes Spiel, besonders am Anfang“, sagte van Gerwen. Aus seiner Sicht war vor allem die Phase nach Humphries’ früher Führung entscheidend: Der Engländer habe die Chance auf ein 4:1 nicht genutzt, dadurch sei die Tür für sein Comeback offen geblieben. Van Gerwen nutzte diese Möglichkeit und blieb im wichtigsten Moment ruhig.
Auch der Weg ins Finale war für „Mighty Mike“ kein Selbstläufer. Im Viertelfinale musste er gegen Viktor Tingström bereits über die volle Distanz, nachdem der Schwede zuvor Titelverteidiger Stephen Bunting ausgeschaltet hatte. Anschließend besiegte der Niederländer Jonny Clayton mit 7:4, bevor er sich im Endspiel gegen Humphries durchsetzte.
Rückenwind vor dem World Cup of Darts
Für van Gerwen kommt der Erfolg zu einem passenden Zeitpunkt. Vom 11. bis 14. Juni steht in Frankfurt der World Cup of Darts an. Die Niederlande gehören dort zu den gesetzten Teams und steigen wie England, Nordirland und Schottland erst im Achtelfinale in das Turnier ein. Van Gerwen bildet dabei gemeinsam mit dem „The Giant“ das niederländische Duo.
Bereits am kommenden Wochenende ist der dreimalige Weltmeister also wieder gefordert. In Frankfurt geht es dann nicht mehr um einen Einzeltitel, sondern um den nächsten niederländischen Anlauf im Nationenturnier. Der Auftritt in Kopenhagen war dafür kein glatter Durchmarsch, aber genau deshalb wertvoll: Van Gerwen musste kämpfen, Rückstände verarbeiten und ein enges Finale überstehen.
Für Humphries bleibt ein Wochenende mit zwei Seiten. Der Sieg gegen Littler war ein sportliches Ausrufezeichen, das verlorene Finale nur hauchdünn. Die Diskussion über Pfiffe und Störungen dürfte den Engländer aber weiter begleiten. Michael van Gerwen nimmt dagegen den Titel und zusätzliches Selbstvertrauen mit nach Frankfurt. Vor dem World Cup ist das für die Konkurrenz eine unbequeme Erinnerung: Er muss nicht perfekt spielen, um Turniere zu gewinnen.







