James Wade hat bei den International Darts Open 2026 in Riesa einen klaren Sieg gefeiert – wirklich feiern wollte er ihn danach aber nicht. Der Engländer setzte sich in der zweiten Runde mit 6:0 gegen Dave Chisnall durch und erreichte damit das Achtelfinale. Nach dem Match rückte Wade jedoch nicht den klaren Sieg in den Vordergrund, sondern den Respekt vor seinem Gegner.
Ein 6:0 ist im Darts die deutlichste Form eines Sieges. Kein Leg für den Gegner, keine Ergebnisspannung, ein klares sportliches Zeichen. Genau deshalb tat sich James Wade nach dem Spiel schwer damit, den Erfolg einfach nur als starken Auftritt abzuhaken.
Wade spricht über unangenehmes Whitewash-Gefühl
Wade spielte gegen Chisnall stabil und nutzte die Schwächen seines Gegners konsequent aus. Chisnall fand dagegen kaum zu seinem gewohnten Niveau. Für Wade war der Sieg sportlich verdient, doch das Ergebnis fühlte sich für ihn nicht wie ein normaler Erfolg an.
Im Bühneninterview sagte Wade, es gebe im Profidarts kaum etwas Schlimmeres als einen Whitewash. Natürlich sei das Ergebnis für ihn selbst großartig, trotzdem fühle es sich nicht richtig an. Besonders hängen blieb seine knappe Einordnung: „Das macht keinen Spaß.“
Der Engländer wollte seine eigene Leistung damit nicht kleinreden. Wade hatte das Match im Griff, spielte einen Average von fast 98 Punkten und ließ Chisnall kaum Luft. Trotzdem blieb bei ihm nach dem Spiel nicht nur Zufriedenheit hängen, sondern auch ein Stück Mitgefühl.
Großer Respekt für Dave Chisnall
Besonders deutlich wurde Wade, als er über Chisnall sprach. Der frühere Major-Sieger machte klar, dass er großen Respekt vor seinem Landsmann hat. Chisnall gehört seit Jahren zu den konstantesten Spielern auf der Tour, hat zahlreiche tiefe Läufe bei großen Turnieren vorzuweisen und zählt zu den beliebtesten Profis im Feld.
„Dave ist einer der guten Jungs im Darts“, sagte Wade auf der Bühne. Genau deshalb sei ihm ein solches Ergebnis unangenehm. Mit einem Lächeln deutete der Routinier zwar an, dass es genügend andere Spieler gebe, bei denen ihm ein Whitewash weniger ausmachen würde. Bei Chisnall war das anders.
Für Wade bleibt Whitewash ein hartes Wort – auch dann, wenn man selbst auf der Gewinnerseite steht. Der klare Erfolg war für ihn deshalb weniger ein Moment zum großen Jubel, sondern eher ein Beispiel dafür, wie brutal ein Match im Darts laufen kann. Für den Sieger ist es ein perfektes Ergebnis, für den Gegner die Höchststrafe.
Diese Mischung passt zu „The Machine“. Wade ist auf der Bühne bekannt für seine Nüchternheit, abseits davon aber oft deutlich reflektierter, als es sein kühler Spielstil vermuten lässt. Der Sieg gegen Chisnall war deshalb nicht nur ein sportliches Signal, sondern auch ein Einblick in die besondere Härte eines Ergebnisses, das auf dem Papier eindeutig aussieht.
Nächster Test gegen Wessel Nijman
Sportlich bleibt Wade in Riesa weiter im Rennen. Im Achtelfinale wartet nun Wessel Nijman. Der Niederländer hat sich in den vergangenen Monaten immer stärker in den Vordergrund gespielt und gehört zu den Spielern, die auf der European Tour jederzeit gefährlich werden können.
Für Wade wird das Duell ein anderer Test als die Partie gegen Chisnall. Nijman bringt Tempo, Scoring-Power und Selbstvertrauen mit. Gleichzeitig spricht die direkte Bilanz bislang für den erfahrenen Engländer: Die bisherigen direkten Duelle gingen an Wade.
Nach dem 6:0 gegen Chisnall geht Wade mit Rückenwind in den Finaltag, aber auch mit einer typisch nüchternen Einordnung. Der klare Sieg war sportlich wichtig, sein Umgang damit aber fast noch aussagekräftiger: James Wade erledigte seinen Job konsequent, ohne den Gegner kleinzumachen. Gegen Wessel Nijman wird nun wieder entscheidend sein, was ihn seit Jahren stark macht – Kontrolle, Timing und die Fähigkeit, auch unangenehme Matches auf seine Seite zu ziehen.







