Tag 2 beim European Darts Grand Prix 2026 in Sindelfingen bringt die erste echte Standortbestimmung für die Topstars – und das ohne die beiden dominierenden Namen der letzten Monate. Im Sindelfinger Glaspalast beginnt am Samstag die erste entscheidende Phase des European Darts Grand Prix 2026. Nach einem Auftakt mit ersten Überraschungen steigen an Tag 2 (18.04.) die gesetzten Spieler ins Turnier ein – darunter Michael van Gerwen, Gerwyn Price, Stephen Bunting, Gian van Veen und Titelverteidiger Gary Anderson. Damit fehlt dem Turnier eine klare Spitze im Feld – und genau das verändert die Ausgangslage dieses Wochenendes deutlich.
Auftakt mit Überraschungen – Turnier früh offen
Schon der Freitag hat gezeigt, wie schnell sich ein European-Tour-Turnier entwickeln kann. Mehrere etablierte Spieler mussten sich bereits zum Auftakt geschlagen geben, wodurch sich das Feld früh geöffnet hat. Gerade auf der European Tour ist das keine Seltenheit: kurze Distanzen, hohe Leistungsdichte und kaum Raum für Fehler. Wer nicht sofort ins Match findet, gerät direkt unter Druck – unabhängig vom Namen. Damit ist bereits vor dem Einstieg der Topgesetzten klar, dass der European Darts Grand Prix in Sindelfingen deutlich offener verläuft als viele vergleichbare Events.
Topstars greifen ein – erste Schlüsselduelle am Samstag
Mit dem Einstieg von Michael van Gerwen, Gerwyn Price und Gary Anderson, der als Titelverteidiger zusätzlich unter Erwartungsdruck steht, bekommt das Turnier nun ein anderes Gewicht. Die Topgesetzten starten direkt in Runde zwei, treffen dabei jedoch auf Gegner, die bereits Matchpraxis gesammelt haben und im Rhythmus sind. Für van Gerwen kommt der Samstag zusätzlich zu einem wichtigen Zeitpunkt, da er zuletzt auf der European Tour nicht durchgehend überzeugen konnte und nun unter Zugzwang steht. Genau daraus entsteht die typische Dynamik des Samstags auf der European Tour. Bereits in der Nachmittagssession ab etwa 13:00 Uhr stehen richtungsweisende Begegnungen an, während die Abendsession ab etwa 19:00 Uhr die größten Namen auf die Bühne bringt.
Besonders im Fokus stehen dabei mehrere Duelle mit klarer Aussagekraft: Niko Springer trifft am Nachmittag auf Stephen Bunting und bekommt damit eine erste echte Standortbestimmung auf diesem Niveau, während Michael van Gerwen am Abend auf Dirk van Duijvenbode trifft – ein Duell zweier Spieler, die jederzeit ein hohes Tempo gehen können. Auch aus deutscher Sicht ist der Samstag entscheidend, denn Martin Schindler bekommt es am späten Abend mit Damon Heta zu tun und hat damit die Chance, sich gegen einen gesetzten Spieler in eine starke Turnierposition zu bringen.
Littler und Humphries fehlen – offenes Titelrennen wie selten
Der größte Einfluss auf dieses Turnier liegt jedoch nicht auf der Bühne, sondern im Teilnehmerfeld. Mit Luke Littler und Luke Humphries fehlen zwei Spieler, die zuletzt viele Turniere geprägt haben und normalerweise als klare Orientierungspunkte im Draw dienen. Ohne diese beiden Namen fehlt dem Feld eine dominante Spitze, wodurch sich das Kräfteverhältnis sichtbar verschiebt. Plötzlich gibt es keine eindeutige Favoritenrolle mehr, stattdessen verteilt sich die Titelchance auf mehrere Spieler, die alle in Reichweite sind. Genau das macht den Samstag in Sindelfingen zu einem echten Wendepunkt des Turniers.
Wer sich hier durchsetzt, spielt nicht nur um den Einzug ins Achtelfinale, sondern positioniert sich in einem ungewöhnlich offenen Feld direkt als ernsthafter Titelkandidat. Das Turnier ist damit nicht nur offen – es ist strukturell neu geordnet.







