Cameron Menzies hat beim European Darts Grand Prix am Tag 1 (17.04.) in Sindelfingen sportlich überzeugt: Der Schotte besiegte Raymond van Barneveld mit 6:3, spielte 104,50 Average und traf vier 180er – und kämpft trotzdem weiter mit den Folgen seiner Handverletzung. Nach dem Match beschrieb Menzies die Probleme ungewöhnlich offen. und sagte in einem Interview mit dartsnews „Wenn es kalt ist, bekomme ich große Probleme, dann wird sie taub und ich bekomme Kribbeln.“ Genau dieser Kontrast macht die Geschichte interessant: sportlich eines seiner stärkeren Matches der letzten Wochen, körperlich aber weiter kein Normalzustand.
Die Verletzung ist sportlich weiter relevant
Die Probleme gehen auf den Vorfall bei der World Championship zurück, als Menzies nach seiner Niederlage gegen Charlie Manby frustriert auf einen Tisch schlug. Später berichtete er, dass die Folgen bis heute nicht komplett verschwunden sind und er zwischenzeitlich mehrere Wochen lang keinen Dart werfen konnte. Gerade bei einem Spieler wie Menzies, der stark über Rhythmus, Tempo und Selbstvertrauen kommt, ist eine beeinträchtigte Wurfhand weit mehr als nur ein medizinisches Detail. Sie kann unmittelbar auf Timing, Wurfgefühl und Konstanz durchschlagen. Genau deshalb ist die Geschichte größer als nur ein kurioses Detail nach einem starken Sieg.
Handwärmer, Taubheit und die eigentliche Nachricht
Besonders bei Kälte treten die Probleme laut Menzies weiter auf. Er sagte selbst im weiteren Verlauf des Gespräches: „Wenn meine Hand kalt ist, bekomme ich Probleme … deshalb habe ich einen Handwärmer in meiner Tasche.“ Damit wird klar, dass der Handwärmer kein beiläufiges Gimmick ist, sondern ein Hinweis darauf, dass die Verletzung im Alltag und im Wettkampf weiter eine Rolle spielt. Die eigentliche Nachricht ist deshalb nicht nur das ungewöhnliche Detail aus der Tasche, sondern dass ein Spieler mit anhaltenden Beschwerden trotzdem ein Match auf diesem Niveau so klar kontrollieren kann. Der Sieg gegen van Barneveld bekommt dadurch zusätzliches Gewicht. Dartsnews ordnet den Erfolg zudem als fünften Sieg in Serie von Menzies gegen den Niederländer ein.
Der Sieg ist ein Signal für die nächsten Tage
Gerade deshalb geht die Geschichte über ein reines Verletzungsupdate hinaus. Nach dem überzeugenden Auftritt bekommt Menzies die Chance, gegen Ross Smith am Tag 2 des European Darts Grand Prix in Sindelfingen direkt nachzulegen. Der Sieg gegen van Barneveld war mehr als nur ein gutes Match: Er war ein Hinweis darauf, dass Menzies trotz der Verletzungsfolgen wieder gefährlicher werden kann. Offen bleibt damit aber auch, wie sich Spieler im Darts gegen eine dauerhafte Verletzung der Wurfhand sportlich, medizinisch und finanziell überhaupt absichern – zumal spezialisierte Darts-Versicherungen genau solche Risiken ausdrücklich als Thema nennen. Für Cameron Menzies selbst gibt es dazu öffentlich keine belastbaren Angaben. Gleichzeitig bleibt offen, wie konstant dieses Niveau abrufbar ist, wenn die Wurfhand weiter auf Temperatur und Belastung reagiert. Genau darin liegt der eigentliche sportliche Wert dieser Geschichte.







