Beau Greaves nach Doppelsieg: Warum sie die Women’s Series liebt

Beau Greaves sammelt auf der PDC Women’s Series weiter Titel in einer Geschwindigkeit, die längst außergewöhnlich ist. Am Samstag gewann die 22-Jährige in Wigan die Events 13 und 14, holte damit ihre Women’s-Series-Titel Nummer 56 und 57 und kehrte nach früheren Aus in den Events 11 und 12 direkt wieder in die Erfolgsspur zurück. Doch der interessanteste Teil dieses Tages lag nicht nur in den Ergebnissen.

Denn Greaves erklärte anschließend sehr deutlich, warum sie diesen Circuit weiterhin so ernst nimmt. Obwohl sie längst auch auf der ProTour Geschichte geschrieben hat und Anfang des Jahres als erste Frau einen Players-Championship-Titel gewann, klingt die Women’s Series für sie nicht wie eine Pflichtstation. Sie klingt wie ein Ort, an dem sich die Spielerin aus Doncaster wohlfühlt.

„Ich liebe es!“, sagte Beau Greaves laut PDC über ihre Motivation, weiter auf der Women’s Series anzutreten. Diese kurze Antwort fasste ihren Tag in Wigan fast besser zusammen als jede Statistik. „Beau ’n’ Arrow“ gewann Event 13 im Finale mit 5:0 gegen Vicky Pruim, legte in Event 14 ein 5:1 gegen Karolina Ratajska nach und dominierte weite Teile des Samstags. Trotzdem sprach sie nicht zuerst über ihre Titelzahl, sondern über das Gefühl, auf dieser Tour zu spielen.

 „Es liegt nicht daran, dass ich so viel gewinne“

Besonders stark war ihre Einordnung zur Development Tour. „Ich habe viele Development-Tour-Events verpasst, aber das liegt einzig daran, dass ich es liebe, auf dieser Tour zu spielen“, erklärte Greaves. Damit machte die 22-Jährige klar: Ihre Entscheidung für die Women’s Series ist nicht nur eine sportliche Rechnung, sondern auch eine persönliche.

Noch deutlicher wurde sie im nächsten Satz. „Es liegt nicht daran, dass ich so viel gewinne. Ich sehe die Mädels wieder und habe einfach sehr viel Freude daran, Darts zu spielen“, sagte Greaves. Genau dieser Satz gibt ihrem Doppelsieg mehr Tiefe. Ja, die Ergebnisse waren erneut dominant. Ja, die Engländerin gewann zwei weitere Titel. Aber sie beschreibt ihre Motivation nicht über Überlegenheit, sondern über Umfeld, Freude und Spielgefühl.

Sportlich passte der Samstag trotzdem zu ihrer Ausnahmestellung. In Event 13 besiegte „Beau ’n’ Arrow“ unter anderem Fallon Sherrock mit 5:2 und Jade Gofford mit 5:3, ehe sie Pruim im Finale keine Chance ließ. In Event 14 setzte die ProTour-Siegerin laut DartConnect im Halbfinale beim 5:0 gegen Aileen de Graaf mit einem Average von 100,20 Punkten das stärkste Zahlen-Signal des Tages. Das Finale gegen Ratajska gewann sie anschließend kontrolliert mit 5:1.

Dass Greaves ihre eigene Entwicklung dennoch nicht nur an Topzahlen misst, zeigte ihr Blick auf die ProTour. „Ich bin wirklich sehr zufrieden damit, wie ich mich bisher auf der ProTour geschlagen habe. Ich habe es richtig gut gemacht“, sagte sie. Gleichzeitig blieb sie realistisch: „Ich muss die schwächeren Spiele abhaken. Ich werde nicht immer diese 100-plus-Averages spielen, das muss man einfach hinnehmen.“

Dieser Satz passt auch zur Women’s Series. Die 22-Jährige muss nicht jedes Match mit dreistelligem Average gewinnen, um ihre Klasse zu zeigen. In Wigan reichten starke Phasen, klare Kontrolle und die Fähigkeit, die entscheidenden Spiele zu dominieren. Genau daraus entstand der Doppelsieg.

Für die Women’s-Series-Rangliste und das Rennen um das Women’s World Matchplay war der Samstag ebenfalls wichtig. Nach Event 16 qualifizieren sich die besten acht Spielerinnen für das Turnier im Winter Gardens. Greaves, Lisa Ashton und Fallon Sherrock sind bereits sicher dabei. Durch ihren Finaleinzug in Event 13 schob sich auch Vicky Pruim im Rennen nach vorn.

Bei Greaves bleibt nach diesem Samstag aber vor allem eine Botschaft hängen. „Ich genieße mein Darts, ich werde mir nicht zu viel Druck machen und einfach weiter Spaß daran haben“, sagte sie. Bei einer Spielerin, die gerade zwei weitere Titel gewonnen hat, klingt das fast gefährlich locker. Genau diese Mischung aus Dominanz und Freude macht die Women’s-Series-Dominatorin derzeit so schwer zu stoppen.

Ausruhen kann sich Greaves darauf allerdings kaum. Schon am Sonntag (21.06.) geht es in Wigan mit den Events 15 und 16 weiter – und damit wartet direkt der nächste schwere Arbeitstag. Für die Konkurrenz ist das die nächste Chance, ihre Serie zu bremsen. Für „Beau ’n’ Arrow“ ist es die nächste Gelegenheit, zu zeigen, warum sie diesen Circuit so sehr liebt.

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