Nach dem dramatischen Finalabend in Riesa richtet sich der Blick auf Kiel. Die Baltic Sea Darts Open 2026 sind das nächste deutsche Turnier der PDC European Tour und werden vom 29. bis 31. Mai in der Ostseehalle Kiel ausgetragen. Für die European Tour ist es das achte Turnier der Saison – und aus deutscher Sicht wird das Teilnehmerfeld erneut spannend.
Riesa hat für zusätzliche Geschichten gesorgt: Ross Smith kommt als frischer European-Tour-Sieger, Ryan Searle erreichte das Finale, Cameron Menzies spielte sich bis ins Halbfinale. In Kiel beginnt die nächste Etappe der European Tour – mit deutschen Startern, Rankinggeld und einer offenen Absage-Frage nach der Premier League Finals Night.
Gespielt wird wie gewohnt im K.o.-System. Am Freitag steht die erste Runde auf dem Programm, am Samstag steigen die gesetzten Spieler in Runde zwei ein. Am Sonntag folgen Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale und Finale. Die ersten vier Runden werden im Modus Best of 11 Legs gespielt, das Halbfinale im Best of 13 und das Finale im Best of 15.
Schindler, Springer, Hopp und Wenig in Kiel dabei
Aus deutscher Sicht stehen mehrere Namen im Fokus. Martin Schindler ist für Kiel im Teilnehmerfeld gelistet und würde als gesetzter Spieler erst in Runde zwei einsteigen. Niko Springer steht über die ProTour Order of Merit im Feld. Dazu kommen Max Hopp und Lukas Wenig, die sich über den Tour-Card-Holder-Qualifier für Kiel qualifiziert haben.
PDC Europe führt außerdem die Host-Nation-Qualifier Jason Riedtke, Daniel Klose, Paul Krohne und Marcel Hausotter. Damit bietet das Turnier nicht nur den Blick auf Deutschlands etablierte PDC-Spieler, sondern auch auf mehrere deutsche Starter, die vor heimischem Publikum eine große Bühne bekommen.
Für Schindler wird Kiel zur nächsten Heimstation nach Riesa. Dort war die Stimmung beim Walk-on gegen Cameron Menzies riesig, sportlich endete der Finaltag aber im Achtelfinale. In Kiel bietet sich nun die nächste Gelegenheit, vor deutschem Publikum wieder einen tieferen European-Tour-Lauf anzugehen.
Auch für Hopp, Wenig und Springer ist das Turnier wichtig. Auf der European Tour geht es nicht nur um einzelne Siege, sondern um Preisgeld, Selbstvertrauen und Ranglistenpositionen. Gerade für Spieler außerhalb der absoluten Topgruppe kann ein starkes Wochenende in Kiel spürbare Folgen haben.
Preisgeld bei den Baltic Sea Darts Open 2026
Bei den Baltic Sea Darts Open 2026 werden insgesamt 230.000 Pfund ausgeschüttet. Der Turniersieger erhält 35.000 Pfund, der Finalist bekommt 15.000 Pfund. Für das Halbfinale gibt es 10.000 Pfund, für das Viertelfinale 8.000 Pfund, im Achtelfinale 5.000 Pfund.
Auch die frühen Runden sind finanziell wichtig: In Runde zwei werden 3.500 Pfund ausgeschüttet, in der ersten Runde 2.000 Pfund. Das Preisgeld zählt für die PDC Order of Merit, die ProTour Order of Merit und die European Tour Order of Merit, die für die Qualifikation zur European Championship relevant ist.
Gerade für Spieler außerhalb der absoluten Topgruppe ist Kiel deshalb mehr als nur ein weiteres European-Tour-Wochenende. Jeder Sieg kann Ranglistenfolgen haben – für Major-Qualifikationen, Setzpositionen und die European Tour Order of Merit.
Price ist Titelverteidiger – doch die Absage-Frage bleibt
Titelverteidiger der Baltic Sea Darts Open ist Gerwyn Price. Der Waliser gewann das Turnier 2025 mit einem klaren 8:3 im Finale gegen Gary Anderson. Davor hatten Rob Cross 2024 und Dave Chisnall 2023 in Kiel triumphiert.
Auf dem Papier ist das Feld auch 2026 stark besetzt. PDC Europe führt zahlreiche Topspieler und Qualifikanten für Kiel, darunter große Namen aus der PDC Order of Merit, ProTour-Qualifikanten, Tour-Card-Qualifier sowie die vier Host-Nation-Qualifier. Gleichzeitig bleibt bei European-Tour-Turnieren kurz vor dem Start immer abzuwarten, wer tatsächlich antritt.
Für Kiel ist diese Frage besonders interessant, weil am Donnerstag zuvor die Premier League Finals Night in London stattfindet. Dort stehen Luke Littler gegen Gerwyn Price und Jonny Clayton gegen Luke Humphries im Halbfinale. Das Finale wird ebenfalls am selben Abend im O2 gespielt.
Für Spieler mit Final-Night-Einsatz kann der Übergang nach Kiel deshalb eng werden. Reisestress, Belastungssteuerung und die kurze Vorbereitungszeit könnten noch Einfluss auf das endgültige Teilnehmerfeld haben.
Sollten nach der Finals Night prominente Namen fehlen, würde das die Ausgangslage in Kiel spürbar verändern. Für Spieler aus der zweiten Reihe könnten dadurch Wege in Richtung Finaltag aufgehen – und auch für die deutschen Starter würden sich mögliche Auslosungs- und Rankingchancen verschieben.
Kiel als nächster deutscher European-Tour-Test
Die Baltic Sea Darts Open kommen zu einem wichtigen Zeitpunkt. Riesa hat gezeigt, wie schnell sich ein European-Tour-Wochenende drehen kann: deutsche Hoffnungen, ein emotionaler Menzies-Lauf, van Gerwens Comeback-Versuch gegen Smith und am Ende ein Champion, der über den Finaltag immer stärker wurde.
In Kiel beginnt diese Dynamik wieder neu. Die deutschen Starter bekommen die nächste Bühne, die Topspieler kämpfen um Rankinggeld, und je nach Absagen könnte sich das Feld noch einmal deutlich öffnen. Besonders spannend wird sein, welche Erstrundenlose Hopp, Wenig, Springer und die Host-Nation-Qualifier erhalten – und ob Schindler als gesetzter Spieler eine machbare oder direkt unangenehme Aufgabe bekommt.
Die European Tour ist nicht nur eine Bühne für Titel, sondern auch ein zentraler Weg in Richtung European Championship. Über die European Tour Order of Merit werden wichtige Plätze für das Saisonfinale in Dortmund vergeben. Kiel ist deshalb mehr als die nächste Darts-Party: Es ist ein Turnier mit direkten Folgen für Ranglisten, Major-Chancen und die Formkurve vieler Spieler.
Nach Riesa bleibt die European Tour in Deutschland. Für die Fans ist Kiel der nächste große Darts-Termin, für die Spieler ein Turnier mit direkten Folgen für Ranglisten, Major-Chancen und Selbstvertrauen. Entscheidend wird nun sein, wie das endgültige Teilnehmerfeld aussieht – und welche deutschen Starter aus der nächsten Heimchance wirklich Kapital schlagen können.







