Luke Littler hat seinen Titel beim World Matchplay erfolgreich verteidigt. Der Weltranglistenerste setzte sich im Finale in den Winter Gardens von Blackpool mit 18:9 gegen Gerwyn Price durch. „The Nuke“ spielte einen Average von 111,53 Punkten und stellte damit einen neuen Rekord für ein Endspiel bei diesem Turnier auf. Obwohl Price selbst auf starke 104,97 Punkte kam, geriet Littlers zweiter Matchplay-Triumph zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in Gefahr.
Der 19-Jährige traf zwölf 180er und verwandelte 18 seiner 29 Versuche auf die Doppel. Das entsprach einer starken Quote von 62,07 Prozent. Zudem gelangen Littler sechs Checkouts oberhalb von 100 Punkten, darunter ein spektakuläres 167er-Finish. Price warf zehn Maxima, ließ auf den Doppelfeldern aber zu viele Möglichkeiten ungenutzt. Der Waliser traf neun seiner 23 Checkdarts und erreichte eine Quote von 39,13 Prozent. Sein höchstes Finish lag bei 76 Punkten.
Beide Finalisten starteten auf einem außergewöhnlich hohen Niveau in die Partie. Price hielt zunächst mit und glich zum 1:1 aus. Anschließend setzte Littler das erste große Ausrufezeichen. Beim Stand von 2:1 löschte der Titelverteidiger 167 Punkte und nahm seinem Gegner damit früh den Anwurf ab. Wenig später ging es mit einer 4:1-Führung für die Nummer eins der Welt in die erste Pause.
Auch danach ließ Littler nicht nach. Price spielte weiterhin einen dreistelligen Average, fand gegen das nahezu fehlerfreie Scoring und die zahlreichen hohen Finishes seines Gegners aber kaum ein Mittel. Nach zehn Legs führte der Engländer mit 7:3 und hatte zu diesem Zeitpunkt bereits einen Average von mehr als 114 Punkten auf der Anzeigetafel.
In der dritten Phase baute Littler seinen Vorsprung bis auf 11:3 aus. Price verhinderte mit dem 11:4 zumindest eine noch deutlichere Pausenführung. Der „Iceman“ kämpfte weiter und verkürzte im weiteren Verlauf auf 11:5, doch jeder Ansatz eines Comebacks wurde von Littler umgehend beantwortet. Der Titelverteidiger gewann drei der folgenden vier Legs und stellte auf 14:6.
Price gab sich trotz des deutlichen Rückstands nicht geschlagen. Der frühere Weltmeister entschied drei der nächsten fünf Durchgänge für sich und kam noch einmal auf 15:9 heran. Mehr ließ Littler jedoch nicht zu. „The Nuke“ gewann die letzten drei Legs der Partie in Serie und machte den 18:9-Erfolg mit einem 81er-Finish perfekt.
Der Finalabend rundete eine historische Turnierwoche ab. Mit einem Average von 111,04 Punkten stellte Littler einen neuen Bestwert über eine komplette Austragung des World Matchplay auf. Zudem warf er auf dem Weg zum Titel insgesamt 66 Aufnahmen mit 180 Punkten. Damit übertraf er seinen eigenen Rekord aus dem Vorjahr, als ihm 64 Maxima gelungen waren.
Luke Littler spricht von einer seiner besten Wochen
Nach seinem erneuten Triumph in Blackpool zeigte sich der 19-Jährige mit seiner Leistung entsprechend zufrieden. Auf dem Weg ins Finale hatte Luke Littler nacheinander Niko Springer, Nathan Aspinall, Josh Rock und Dirk van Duijvenbode bezwungen. Trotz seiner teilweise deutlichen Siege sei der Titelgewinn keineswegs so einfach gewesen, wie es die Ergebnisse vermuten ließen. „Es war eine verrückte Woche und eine der besten Wochen meines Lebens. Ich habe einige der besten Darts meines Lebens gespielt. Die Statistiken lassen es vielleicht einfach aussehen, aber auf dieser Bühne und bei dieser Hitze ist es alles andere als leicht“, sagte „The Nuke“ nach dem Finale bei Sky Sports.
An seiner Vorbereitung habe er vor dem World Matchplay nichts Grundlegendes verändert. Er sei wie gewohnt wenige Stunden vor seinen Begegnungen in die Halle gekommen und habe die Zeit davor möglichst ruhig verbracht. Das Ergebnis war dennoch eine Leistungssteigerung, die selbst für seine außergewöhnlichen Verhältnisse bemerkenswert ausfiel. „Ich habe das Gefühl, dass wir in dieser Woche die beste Version von mir gesehen haben. Es war hart, aber ich habe einfach unglaublich gut gespielt.“
Price erkannte die Überlegenheit seines Gegners anschließend ohne Einschränkungen an. Besonders das 167er-Finish zum frühen 3:1 bezeichnete der Waliser als einen der entscheidenden Momente. Statt mit einem knappen 2:3-Rückstand in die erste Pause zu gehen, habe er sich plötzlich mit einem 1:4 konfrontiert gesehen. „Ich habe alles versucht und fand, dass ich ziemlich ordentlich gespielt habe. Aber die Bull-Checkouts, das 167er-Finish und sein Scoring sahen vollkommen mühelos aus. Ich habe alles gegeben, doch er war einfach überragend“, erklärte Price.
Trotz seiner Enttäuschung fand der 41-Jährige anerkennende Worte für den Titelverteidiger. Littler sei ein außergewöhnlicher Spieler und ein Gewinn für den gesamten Dartsport. „Wenn irgendjemand diesen Jungen ausbuht, stimmt etwas nicht. Er ist fantastisch für den Sport. Ich wünschte nur, er wäre nicht ganz so gut – dann hätte ich wahrscheinlich selbst ein paar Turniere mehr gewonnen.“
Auch für Price endete das World Matchplay trotz der Finalniederlage mit einem sportlichen Erfolg. Der Waliser bestätigte seine starke Saison, kehrt in die Top vier der Weltrangliste zurück und löst Jonny Clayton als bestplatzierten Spieler seines Landes ab.









