Nathan Aspinall kämpft beim World Matchplay 2026 an zwei Fronten. Auf der Bühne meldete sich der Engländer mit einer seiner stärksten Leistungen des Jahres zurück und besiegte Joe Cullen deutlich mit 10:5. Abseits des Oche beschäftigen den 34-Jährigen jedoch weiterhin persönliche Probleme, über die er nach dem Einzug ins Achtelfinale ungewöhnlich offen sprach.
„The Asp“ spielte gegen Cullen einen Average von 105,32 Punkten und setzte mit einem 167er-Checkout den sportlichen Höhepunkt der Partie. Der World-Matchplay-Sieger von 2023 übernahm früh die Kontrolle und ließ seinem Gegner kaum eine Möglichkeit, noch einmal ernsthaft in die Begegnung zurückzukehren.
Die starke Vorstellung änderte nach seinen Worten allerdings nichts an seiner Situation außerhalb des Dartsports. „Ich habe ein großartiges Darts-Match gespielt. Ich habe immer noch Probleme zu Hause mit meiner Familie. Das ändert sich nicht, nur weil ich an einem Samstagabend eine Stunde lang sehr gut spiele“, sagte er in der Medienrunde nach seinem Sieg, wie SunSport berichtet.
Während seiner Auftritte versucht „The Asp“, die Belastungen so gut wie möglich auszublenden. Für den Moment überwogen die Freude über den Erfolg und die Zufriedenheit mit der eigenen Leistung. Gleichzeitig wollte der Engländer den Sieg nicht als Zeichen verstanden wissen, dass damit auch die Schwierigkeiten hinter den Kulissen verschwunden seien.
Zusätzliche Bedeutung hatte der Abend für ihn, weil seine Töchter im Winter Gardens dabei waren. Ihre Unterstützung gebe ihm Energie, erhöhe für Aspinall aber auch den Druck, vor ihnen nicht verlieren zu wollen. „Ich liebe es, wenn meine Mädchen kommen. Ich hasse es aber auch, wenn meine Mädchen kommen, weil ich nicht vor ihnen verlieren möchte. Aber heute Abend haben wir gewonnen. Ich denke, Millie ist sehr glücklich, dass wir morgen zum Pleasure Beach gehen können“, erklärte Nathan Aspinall.
Der Engländer hatte seinen Turnierplan in dieser Saison bewusst reduziert. Er nahm lediglich an acht Players-Championship-Turnieren teil und zog sich von drei Veranstaltungen der European Tour zurück. Mit dem Gewinn des German Darts Grand Prix konnte Aspinall zwar bereits einen Titel feiern, bei den großen TV-Turnieren blieb ein vergleichbarer Erfolg bislang jedoch aus.
Der Auftritt gegen Cullen war deshalb auch sportlich ein wichtiges Signal. Aspinall zeigte, dass er trotz der Belastungen abseits der Bühne weiterhin Leistungen auf höchstem Niveau abrufen kann. Ob ihm das auch gegen den Titelverteidiger gelingt, wird sich bereits im Achtelfinale zeigen.
„The Asp“ setzt gegen Littler auf das Publikum
Am Dienstag, 21. Juli, trifft er in der Abendsession ab 20:00 Uhr auf Luke Littler. Da an diesem Abend vier Achtelfinals nacheinander ausgetragen werden, steht die genaue Anwurfzeit der Partie noch nicht fest.
Littler setzte sich in seiner ersten Runde mit 10:6 gegen Niko Springer durch und erreichte dabei einen Average von 109,53 Punkten. Aspinall weiß daher, dass er seine Leistung gegen Cullen bestätigen oder möglicherweise sogar noch steigern muss.
Der zweimalige Major-Sieger sieht sich gegen die Nummer eins der Welt zwar nicht als Favoriten, setzt jedoch auf die besondere Atmosphäre im Empress Ballroom. Aspinall gehört in Blackpool seit Jahren zu den Publikumslieblingen und glaubt, dass die Unterstützung von den Rängen im Achtelfinale eine wichtige Rolle spielen kann.
„Luke und ich sind gute Freunde. Er schlägt mich öfter, als ich ihn schlage. Aber ich habe dieses Publikum hinter mir. Es ist mir egal, ob es Luke Littler oder jemand anderes ist – dieses Publikum wird mich unterstützen“, sagte der 34-Jährige. Gegen Cullen ließ er trotz seines hohen Averages noch mehrere Möglichkeiten auf den Doppelfeldern aus. Ohne diese Fehler wäre nach seiner Einschätzung sogar ein Schnitt in einer ähnlichen Größenordnung wie bei Littler möglich gewesen.
Der deutliche Auftaktsieg liefert Aspinall sportliches Selbstvertrauen, ohne seine privaten Sorgen in den Hintergrund zu drängen. Am Dienstag geht es für „The Asp“ darum, erneut für einige Stunden alles außerhalb des Oche auszublenden. Auf der Bühne wartet mit Littler allerdings die größtmögliche Aufgabe.









