Cameron Menzies hat beim World Matchplay 2026 für die bislang größte Überraschung gesorgt. Der Schotte bezwang Luke Humphries in der ersten Runde mit 10:7 und feierte damit seinen ersten Sieg auf der berühmten Bühne der Winter Gardens. Den größten Erfolg seiner bisherigen PDC-Karriere machte „Cammy“ mit einem spektakulären Big Fish perfekt.
Für Humphries endete der Traum vom zweiten Titel in Blackpool dagegen erneut früh. Der World-Matchplay-Champion von 2024 war bereits im vergangenen Jahr in der ersten Runde ausgeschieden und hatte vor seinem diesjährigen Auftakt keinen Zweifel an seinen Ambitionen gelassen.
„Mein Ziel ist nichts weniger, als dieses Turnier in diesem Jahr wieder zu gewinnen“, hatte „Cool Hand Luke“ vor dem World Matchplay in einem SkySport-Interview erklärt. Wenige Tage später war dieses Ziel bereits nach dem ersten Auftritt außer Reichweite. Von Beginn an entwickelte sich eine ungewöhnliche Partie, in der zunächst keiner der beiden Spieler seinen eigenen Anwurf verteidigen konnte. Sieben Breaks in Folge sorgten für einen offenen Schlagabtausch.
Der 37-Jährige setzte dabei früh ein Ausrufezeichen und löschte 129 Punkte über zwei Doppelfelder und ging mit 3:2 in Führung. Humphries antwortete jedoch sofort und checkte 167 Punkte über das Bullseye zum Ausgleich.
Nach diesem starken Moment des früheren Weltmeisters übernahm allerdings Menzies die Kontrolle. Der 37-Jährige gewann fünf Legs hintereinander und setzte sich auf 8:3 ab. Humphries stand damit bereits kurz vor dem Aus, während Menzies nur noch zwei Legs von seinem ersten Erfolg beim World Matchplay entfernt war.
Der Weltranglistenzweite gab sich dennoch nicht geschlagen. Humphries steigerte sich, nutzte die zunehmende Nervosität seines Gegners und gewann vier Legs in Folge. Plötzlich war der große Vorsprung beinahe vollständig aufgebraucht. Beim Stand von 8:7 war „Cool Hand Luke“ wieder bis auf ein Leg herangekommen und der Ausgang der Partie erneut völlig offen.
Dem Schotten gelang es jedoch, die Aufholjagd im entscheidenden Moment zu stoppen. Mit einem 98er-Checkout erhöhte der Schotte auf 9:7 und brachte sich damit nur noch ein Leg vom Sieg entfernt.
„Cammy“ vollendet den Sieg mit dem Big Fish
Das Ende hätte kaum spektakulärer ausfallen können. Menzies stellte sich bei 170 Punkten Rest ans Oche, traf zweimal die Triple 20 und versenkte den entscheidenden Dart im Bullseye.
Mit dem höchstmöglichen Checkout verwandelte er seinen ersten Matchdart zum 10:7. Menzies jubelte zunächst ausgelassen auf der Bühne, ehe ihn die Bedeutung des Erfolges sichtbar überwältigte. Der Schotte bedeckte sein Gesicht mit den Händen und kämpfte während des anschließenden Interviews mit den Tränen.
„Niemand gab mir Hoffnung, ich selbst auch nicht“, sagte Menzies nach seinem Sieg gegenüber der PDC. Er habe während seiner deutlichen Führung versucht, nicht an die Ziellinie zu denken. Dennoch seien die Nerven gekommen, als Humphries seine Aufholjagd startete.
Er lobte seinen Gegner trotz dessen schwächerer Leistung als großartigen Spieler und Menschen. Zugleich machte der Schotte deutlich, welchen Stellenwert dieser Abend für ihn besitzt. „Diesen Sieg werde ich mit ins Grab nehmen“, erklärte Menzies. Der Erfolg gegen Humphries sei sein bislang größter Sieg innerhalb der PDC.
Nach zwei emotionalen und sportlich schwierigen Auftritten bei seinen bisherigen Teilnahmen hat Menzies damit erstmals ein Spiel beim World Matchplay gewonnen. Im Achtelfinale trifft der Schotte auf Ross Smith, der sich zuvor mit 10:6 gegen Kevin Doets durchgesetzt hatte.









