Beau Greaves kehrt am Sonntag auf eine Bühne zurück, die sie bestens kennt. Nach ihren Siegen 2023 und 2024 will die Engländerin beim Women’s World Matchplay 2026 wieder den Titel holen. Fallon Sherrock reist dagegen mit der Hoffnung nach Blackpool, an ihren Premierenerfolg anzuknüpfen – und sieht das Turnier zugleich als Teil einer positiven Entwicklung im Frauendarts.
Das Women’s World Matchplay wird erst seit 2022 ausgetragen, hat sich aber schnell zu einem der wichtigsten TV-Termine für die Spielerinnen entwickelt. Acht Teilnehmerinnen kämpfen in den Winter Gardens innerhalb einer Session um den Titel. Die „Queen of the Palace“ gewann die erste Austragung, anschließend triumphierte Greaves zweimal. Im vergangenen Jahr stoppte Lisa Ashton die beiden früheren Siegerinnen und sicherte sich erstmals die Krone. Auf die Siegerin warten neben 15.000 Pfund Preisgeld auch Startplätze beim Grand Slam of Darts und bei der PDC-Weltmeisterschaft 2026/27.
„Beau ’n‘ Arrow“ geht diesmal als klare Favoritin in das Turnier. Die 22-Jährige führt die Setzliste deutlich an und trifft im Viertelfinale auf Kirsi Viinikainen. Bei einem Sieg würde im Halbfinale entweder Gemma Hayter oder die schwedische Debütantin Vicky Pruim warten. Die Titelverteidigerin beginnt gegen Rhian O’Sullivan, Sherrock bekommt es mit der erfahrenen Deta Hedman zu tun.
Greaves erreicht eine neue sportliche Dimension
Greaves hat sich längst aus der reinen Rolle als dominierende Spielerin der Women’s Series gelöst. Im April schrieb sie Geschichte, als sie als erste Frau ein PDC-Ranglistenturnier gewann. Auf dem Weg zum Titel beim Players Championship 11 bezwang sie unter anderem die früheren Weltmeister Rob Cross, Gary Anderson und Michael Smith.
„Ich schlage Spieler, denen ich als Kind zugesehen habe. Ich kann es kaum glauben“, sagte sie nach ihrem 8:7-Finalsieg gegen Smith. Im entscheidenden Leg hatte sie den Titel mit einem 142er-Checkout perfekt gemacht. „Jetzt kann ich hoffentlich daran anknüpfen und es weiter schaffen.“
Dass die 22-Jährige inzwischen auch auf der regulären ProTour Titel gewinnt, unterstreicht ihren Status vor dem World Matchplay. Gleichzeitig wächst die Konkurrenz. Ausgerechnet Sherrock beendete im März Greaves’ Serie von 114 gewonnenen Partien auf der Women’s Series. Beim 4:1-Erfolg spielte Sherrock einen Average von 102,12 Punkten.
Die 32-Jährige glaubt, dass Greaves’ Erfolge dem gesamten Frauendarts helfen können. „So viele Menschen schauen Beau zu. Das gibt uns Frauen eine stärkere Position“, erklärte sie im Gespräch mit Sportbible und fügte hinzu: „Ich habe das Gefühl, dass der Sport wächst.“ Die Spielerinnen würden mehr trainieren und zusätzliche Turniere bestreiten, weil alle das Niveau an der Spitze erreichen wollten.
„Man sieht deutlich, dass die Frauen hungriger geworden sind – vor allem wegen der zusätzlichen Plätze bei der Weltmeisterschaft und des Women’s World Matchplay“, sagte die aus Milton Keynes stammende Spielerin. Greaves’ natürlicher Wurf und ihre scheinbare Ruhe unter Druck seien etwas, von dem selbst ihre Konkurrentinnen lernen könnten.
Am Sonntag zählt diese Bewunderung allerdings nur bis zum ersten Anwurf. „Beau ’n‘ Arrow“ jagt ihren dritten Titel, Sherrock ihren zweiten – und Lisa Ashton will beweisen, dass ihr Triumph im vergangenen Jahr mehr als eine Überraschung war.










