Neun Minuten, sechs Legs und kein einziger Leggewinn: Gian van Veen sorgte bei der Swiss Darts Trophy 2026 in Basel für den ungewöhnlichsten Auftritt am Samstagabend. Der Niederländer schlug Niko Springer mit 6:0. Mensur Suljovic bezwang Michael van Gerwen mit 6:4 und ist damit der letzte deutschsprachige Spieler im Achtelfinale. Titelverteidiger Stephen Bunting schied ebenfalls aus, Luke Humphries überstand ein Entscheidungsleg gegen Kevin Doets. Jonny Clayton setzte mit dem höchsten Average des Abends ein Ausrufezeichen.
Whitewash, Favoritensturz und Top-Average
Zwei 107er-Checkouts in den ersten beiden Legs und ein spektakuläres 164er-Finish ließen Springer kaum Luft zum Gegenangriff. Mit dem 164er-Checkout gelang van Veen zugleich das bis dahin höchste Finish der Swiss Darts Trophy 2026. Erst im fünften Leg durfte Springer zweimal auf Doppel werfen – beide Versuche gingen daneben. Dass der Deutsche trotzdem 92,59 Punkte im Average erzielte, zeigt, wie gnadenlos sein Gegner auf die Doppel traf. Van Veen kam auf 98,02 Punkte. Der Whitewash war keine Folge schwachen Scorings, sondern vor allem van Veens konsequenter Chancenverwertung.
Auch Mensur Suljovic sorgte mit seinem 6:4-Erfolg gegen Michael van Gerwen für eine Überraschung. Der Österreicher eröffnete mit einem 138er-Checkout zum 2:0, musste anschließend aber den Ausgleich hinnehmen. Ein 95er-Finish über das Bullseye brachte ihn erneut nach vorne, wenig später stand es 5:2. Van Gerwen kämpfte sich auf 4:5 heran und verpasste Chancen zum Ausgleich. Suljovic traf schließlich die Doppel 10 und feierte seinen vierten Sieg in Folge gegen den Niederländer. Im Achtelfinale der Swiss Darts Trophy wartet Ross Smith.
Hochklassiger und weitaus umkämpfter war das 6:5 von Luke Humphries gegen Kevin Doets. Der Engländer führte bereits 3:0, doch Doets steigerte sich und erzwang den Decider. Dort wurde ihm ein Bounce-out zum Verhängnis; Humphries nutzte seine Gelegenheit. Bemerkenswert: Der Verlierer hatte mit 105,64 Punkten den höheren Average als Humphries (102,85). Im Achtelfinale trifft der Topgesetzte auf Krzysztof Ratajski.
Den statistischen Glanzpunkt setzte Jonny Clayton. Mit 108,81 Punkten im Average fertigte der Waliser Maik Kuivenhoven 6:1 ab. Es war nicht nur der höchste Wert der Abendsession, sondern auch der zweithöchste Average in der Geschichte der Swiss Darts Trophy. Lediglich Luke Woodhouse lag 2025 mit 110,69 Punkten darüber. Ein 121er-Checkout und ein 12-Darter zum Abschluss unterstrichen seine Dominanz. Clayton trifft am Finaltag auf Rob Cross.
Weitere Ergebnisse der Swiss Darts Trophy in Basel
Für Titelverteidiger Stephen Bunting wurde der Abend zur Enttäuschung. Nach einem 1:4-Rückstand arbeitete er sich gegen Jeffrey de Graaf zwar noch zum 4:4 zurück, doch der Schwede entschied die letzten beiden Legs für sich. Mit dem 6:4 verschärft sich für Bunting auch die Lage im Rennen um die European Championship. Die Swiss Darts Trophy endet für den Vorjahressieger damit bereits in der zweiten Runde.
James Wade hatte das Weiterkommen dagegen selbst in der Hand – gleich viermal. So viele Matchdarts vergab der Engländer gegen Dirk van Duijvenbode, ehe der Niederländer die Partie noch mit 6:5 drehte. Wades Average von 99,72 Punkten übertraf die 93,36 seines Gegners deutlich. Doch die entscheidenden Doppel fielen auf der falschen Seite. Auch Josh Rock musste über die volle Distanz. Beim 6:5 gegen Dave Chisnall reichte ihm zunächst eine 4:2-Führung nicht. Nach dem Ausgleich antwortete der Nordire mit einem 113er-Checkout zum 5:4, ehe er im Entscheidungsleg den Sieg sicherte. Im Achtelfinale trifft Rock auf Karel Sedlacek.
Den Schlusspunkt setzte Damon Heta. Gegen Danny Noppert zog der Australier rasch auf 4:0 davon und verteidigte seinen Vorsprung bis zum 6:3. Noppert spielte mit 96,23 Punkten zwar den höheren Average, ließ aber wichtige Doppelchancen liegen. Im Achtelfinale wartet auf Heta Cristo Reyes. Bemerkenswert an der Abendsession: Mit Kevin Doets, James Wade und Danny Noppert verloren gleich drei Spieler trotz des jeweils höheren Averages. Nicht allein das Scoring, sondern die Chancenverwertung und einzelne Schlüsselmomente gaben den Ausschlag.
Am Sonntag, 11. Oktober, fällt bei der Swiss Darts Trophy in der St. Jakobshalle in Basel die Entscheidung über den Turniersieg. Ab 12:00 Uhr stehen die Achtelfinals an, ab 18:00 Uhr folgen Viertelfinals, Halbfinals und Finale. Den vollständigen Spielplan mit allen Ergebnissen der Swiss Darts Trophy 2026 gibt es hier.










