Rob Cross hat die Slovak Darts Open ohne Titel verlassen, aber nicht ohne Rückenwind. Der frühere Weltmeister verlor das Finale in Bratislava mit 3:8 gegen Wessel Nijman, ordnete das Wochenende danach aber vor allem als weiteren Schritt in seiner Formkurve ein. Nach dem Titel bei Players Championship 22 unter der Woche folgte auf der European Tour der nächste Finaleinzug.
Sportlich war die Niederlage deutlicher, als es die Zahlen zunächst vermuten lassen. Cross spielte im Finale einen Average von 102,57 Punkten und vergab nur zwei Darts auf Doppel. Normalerweise reicht ein solcher Auftritt, um ein Endspiel offen zu halten. Gegen Nijman genügte es diesmal nicht, weil der Niederländer mit 103,80 Punkten im Schnitt, starkem Timing und konsequenter Chancenverwertung fast alles richtig machte.
Cross erkannte die Leistung seines Gegners nach dem Finale entsprechend an. „Wessel hat da großartig gespielt“, sagte der Engländer in einem PDC-Gespräch. Das war keine Ausrede, sondern eine nüchterne Einordnung eines Finals, in dem Cross selbst auf hohem Niveau spielte und trotzdem kaum Zugriff bekam.
Cross nimmt Formkurve mit nach Blackpool
Für „Voltage“ kommt dieser Lauf zu einem wichtigen Zeitpunkt. Das World Matchplay in Blackpool gehört zu den Turnieren, die in seiner Karriere eine besondere Rolle spielen. Der Engländer hat das Major bereits gewonnen und weiß, wie hoch das Niveau dort über mehrere Runden sein muss.
Nach dem Finale in Bratislava klang Cross deshalb nicht wie ein Spieler, der eine verpasste Chance schönreden wollte. Eher wie einer, der seine eigene Entwicklung einordnet. „Die Richtung stimmt“, erklärte der 33-Jährige im weiteren Verlauf des Interviews. Gleichzeitig machte er deutlich, dass er sich noch nicht auf seinem besten Niveau sieht, diesem Bereich aber wieder näherkommt.
Auf dem Weg ins Finale hatte Rob Cross unter anderem Nathan Aspinall und Tom Sykes geschlagen, der bei seinem European-Tour-Debüt bis ins Halbfinale gekommen war. Auch deshalb passte Bratislava in eine Woche, die für „Voltage“ trotz der Finalniederlage sportlich wertvoll war.
Cross selbst stellte den Zusammenhang zum World Matchplay her. Er habe in der Woche einen Titel geholt, nun wieder ein Finale erreicht — das sei eine „gute Vorbereitung auf das World Matchplay.“ Nicht die 3:8-Niederlage steht allein, sondern die Kombination aus PC22-Sieg, European-Tour-Finale und einem stabilen Niveau kurz vor Blackpool.
Der Finaltag bleibt für Cross damit ein gemischtes, aber eher positives Signal. Gegen Nijman reichte ein eigener 102er-Average nicht, weil der Niederländer in den entscheidenden Momenten noch effizienter war. Für den Finalisten von Bratislava bleibt trotzdem der Befund, dass er wieder Ergebnisse sammelt, tiefe Läufe produziert und mit mehr Substanz Richtung World Matchplay reist.
Zum Schluss wurde der frühere Weltmeister noch deutlicher. Es sei „erst wieder der Anfang“, sagte Cross — und er sei sicher, dass er noch „viele Majors“ in sich habe. Das klingt weniger nach lauter Kampfansage als nach einem Spieler, der seine Formkurve wieder ernst nimmt. Genau deshalb ist die Woche mit PC22-Titel und Bratislava-Finale für den 33-Jährigen vor Blackpool mehr wert als nur ein weiterer Eintrag in der Ergebnisliste.








