Players Championship 34: Tommy Morris feiert Sensationssieg über Humphries – erster PDC-Titel für „The Gun“

Tommy Morris hat bei Players Championship 34 am 5. November 2026 in Leicester für eine Überraschung gesorgt. Der 34-jährige Engländer bezwang Luke Humphries im Finale mit 8:5 und gewann seinen ersten PDC-Ranglistentitel. „The Gun“ trat dabei ohne Tour Card an: Als Spieler von der Challenge Tour war er auf einen freien Startplatz nachgerückt. Er ist erst der sechste Spieler in der PDC-Geschichte, dem ohne feste Tourberechtigung ein Ranglistensieg gelang.

Der Erfolg war selten, aber nicht ohne Vorbild: Erst im Juli hatte Henry Coates bei Players Championship 25 ohne Tour Card triumphiert. Morris ist damit bereits der zweite Spieler in dieser Saison, dem dieses Kunststück gelang.

Bei den Players Championships stehen grundsätzlich 128 Startplätze zur Verfügung. Bleiben Plätze unbesetzt, können berechtigte Spieler aus der Challenge Tour nachrücken. Er hatte deren Jahresrangliste auf Platz drei abgeschlossen und nutzte seine Chance auf der ProTour. Schon eine Woche zuvor war er bei Players Championship 32 bis ins Finale gekommen, dort aber Chris Dobey mit 4:8 unterlegen. In Leicester sollte es diesmal anders laufen.

Morris‘ Weg zum Titel begann gegen Ex-Weltmeister Rob Cross, den er mit 6:3 besiegte. Gegen Ricky Evans folgte ein deutliches 6:0. Danach setzte sich Morris gegen Rob Owen mit 6:3 durch. Im Achtelfinale wartete der topgesetzte Wessel Nijman, doch der Außenseiter gewann erneut mit 6:3 und überzeugte mit einem Average von 102,32 Punkten.

Auch Jermaine Wattimena konnte „The Gun“ im Viertelfinale nicht stoppen. Wieder lautete das Ergebnis 6:3. Das Halbfinale gegen Cristo Reyes entschied der Engländer mit 7:4 für sich. Damit stand er zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage im Endspiel einer Players Championship.

Sein Finalgegner Humphries hatte ebenfalls einen anspruchsvollen Tag hinter sich. Schon zum Auftakt musste er gegen Mike De Decker einen 1:4-Rückstand aufholen. Später bezwang er unter anderem Ricardo Pietreczko, Michael van Gerwen und Jack Aldridge. Nach seinem Turniersieg am Vortag wollte er nun den zweiten Titel innerhalb von 48 Stunden gewinnen.

Im Finale zog Humphries zunächst auf 2:0 davon. Morris drehte das Match jedoch, gewann fünf der nächsten sechs Legs und ging mit 5:3 in Führung. Nach zwischenzeitlichem Ausgleich zum 5:5 holte er die letzten drei Legs. Mit einem 161er-Finish machte er den 8:5-Erfolg perfekt. Morris spielte im Finale einen Drei-Dart-Average von 95,76 Punkten, Humphries kam auf 92,43.

„Ich komme aus dem Nichts. Ich habe nicht einmal eine Tour Card“, sagte Morris nach seinem Triumph gegenüber der PDC. Auch die Bedeutung seines Finalgegners machte der Engländer deutlich: „Luke ist einer der Spieler, zu denen ich wirklich aufschaue.“ Noch im vergangenen Jahr habe er Humphries im Fernsehen verfolgt. Nun hatte er ihn selbst in einem PDC-Finale besiegt.

Pietreczko mit starkem Average – deutsche Bilanz in Leicester

Aus deutscher Sicht erreichte Ricardo Pietreczko das Achtelfinale. Nach Siegen über Ryan Joyce (6:4), Brendan Dolan (6:0) und Jurjen van der Velde (6:4) traf er auf Humphries. Pietreczko spielte starke 104,79 Punkte im Average, verlor aber mit 3:6 gegen einen Gegner, der sogar 107,31 Punkte erreichte. Der Einzug unter die letzten 16 reichte für Pietreczko nicht mehr, um sich für die Players Championship Finals zu qualifizieren.

Martin Schindler gewann zunächst mit 6:4 gegen Mickey Mansell, unterlag anschließend Nick Kenny jedoch deutlich mit 1:6. Niko Springer scheiterte bereits in der ersten Runde denkbar knapp mit 5:6 an Tom Bissell. Schindler und Springer stehen trotz ihrer Niederlagen im Teilnehmerfeld für Minehead. Pietreczko blieb der erfolgreichste deutsche Teilnehmer beim letzten Players-Championship-Turnier der Saison.

Für den 34-Jährigen geht es vom 14. bis 22. November beim Grand Slam of Darts in Wolverhampton weiter. Anschließend stehen vom 27. bis 29. November die Players Championship Finals in Minehead auf dem Programm. Dort trifft „The Gun“ in der ersten Runde auf Callan Rydz. Nach zwei Finals innerhalb einer Woche bietet sich ihm bei den kommenden TV-Turnieren die Gelegenheit, seine starke Form auch auf der großen Bühne zu bestätigen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert