Players Championship 17/18: Springer im Fokus, Pietreczko unter Beobachtung

Der nächste Pro-Tour-Doppelpack wird für die deutschen Dartsprofis zum wichtigen Formtest. Am Montag (18.05.) und Dienstag (19.05.) stehen in Leicester die Players Championships 17 und 18 an – zwei Floor-Turniere, bei denen es längst nicht mehr nur um Tagesergebnisse geht. Für Niko Springer bietet sich die Chance, seinen starken Lauf zu bestätigen. Ricardo Pietreczko braucht dagegen vor allem wieder Stabilität.

Auch Martin Schindler, Gabriel Clemens und Max Hopp gehen mit eigenen Zielen in die beiden Turniere. Während Springer zuletzt mit einem Halbfinale aufhorchen ließ, bleibt Pietreczko nach schwierigen Wochen einer der spannendsten deutschen Beobachtungspunkte.

Deutsches Aufgebot in Leicester stark vertreten

Players Championship 17 und 18 werden am 18. und 19. Mai in der Mattioli Arena in Leicester ausgetragen. Laut PDC-Teilnehmerliste ist das deutsche Feld breit besetzt: Martin Schindler, Gabriel Clemens, Max Hopp, Niko Springer und Ricardo Pietreczko führen das Aufgebot an. Dazu kommen unter anderem Lukas Wenig, Leon Weber, Pascal Rupprecht, Arno Merk, Kai Gotthardt, Dominik Grüllich und Marvin Kraft. Matthias Ehlers fehlt dagegen.

Für die deutschen Spieler ist der Doppelpack in Leicester besonders wertvoll, weil die Floor-Turniere direkt auf mehrere Ziele einzahlen: die Players Championship Order of Merit, die Major-Rennen, mögliche Setzpositionen und langfristig auch die WM-Qualifikation.

Niko Springer reist mit Rückenwind an

Springer ist aktuell der spannendste deutsche Name auf der Pro Tour. Sein Halbfinale bei Players Championship 16 brachte ihm nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch einen klaren Sprung in der Players Championship Order of Merit. Nach Event 16 wurde er dort auf Rang 27 geführt und lag damit im Bereich der Plätze, die für die Players Championship Finals relevant sind. Die besten 64 Spieler dieser Rangliste qualifizieren sich für das Turnier in Minehead.

Der Unterschied zu früheren Phasen ist deutlich: Springer ist nicht mehr nur ein deutscher Tour-Card-Neuling mit einzelnen Ausreißern nach oben. Er spielt sich zunehmend in einen Bereich, in dem gute Floor-Tage direkte Folgen für Major-Qualifikationen und Ranglisten haben können. Gerade deshalb sind PC17 und PC18 für ihn mehr als zwei gewöhnliche Floor-Turniere.

Pietreczko braucht vor allem Stabilität

Anders ist die Lage bei Ricardo Pietreczko. Sportlich besitzt „Pikachu“ weiterhin die Qualität, an guten Tagen jeden Gegner unter Druck zu setzen. Zuletzt standen jedoch weniger Ergebnisse, sondern seine Formschwankungen und schwierige Auftritte im Mittelpunkt.

Für Pietreczko geht es in Leicester deshalb nicht nur um Preisgeld. Wichtig wäre vor allem ein Turniertag, an dem sein Spiel wieder ruhiger wirkt: saubere erste Runden, solide Averages, mehr Sicherheit auf die Doppel und möglichst keine erneute Negativdynamik. Gerade mit Blick auf den World Cup of Darts und die kommenden Major-Rennen wäre ein stabilerer Floor-Auftritt ein wichtiges Signal.

Schindler, Clemens und Hopp mit unterschiedlichen Ausgangslagen

Martin Schindler bleibt der konstanteste deutsche Topspieler, auch wenn seine Position in der Players Championship Order of Merit nach Event 16 noch Luft nach oben ließ. Gabriel Clemens konnte sich zuletzt verbessern und wurde nach PC16 auf Rang 41 dieser Rangliste geführt. Max Hopp steht sogar deutlich weiter vorn und bleibt damit einer der deutschen Spieler, die auf dem Floor aktuell besonders viel aus ihren Chancen machen.

Für Schindler ist Leicester eine Gelegenheit, sein Floor-Jahr weiter zu stabilisieren. Clemens kann mit weiteren Preisgeldrunden seine Ausgangslage für Minehead verbessern. Hopp wiederum hat die Chance, seinen starken Saisontrend weiter zu untermauern und sich in den relevanten Ranglisten noch fester zu positionieren.

Topnamen fehlen, Humphries und Price sind dabei

Das Teilnehmerfeld ist stark, aber nicht vollständig. Luke Humphries und Gerwyn Price stehen für den Double-Header in Leicester auf der Meldeliste. Michael van Gerwen, Luke Littler, Nathan Aspinall und Gary Anderson fehlen dagegen. Damit bleibt die Diskussion um ausgelassene Pro-Tour-Turniere auch vor PC17 und PC18 ein Thema.

Sportlich ändert das nur bedingt etwas an der Schwierigkeit der Aufgabe. Die Players Championship bleibt ein hartes Format: 128 Spieler, kurze Distanzen, kaum Anlaufzeit und viele gefährliche Gegner schon in den ersten Runden. Gerade für die deutschen Profis kann ein günstiger Draw helfen, aber entscheiden wird wie so oft die Konstanz über mehrere Stunden.

Warum PC17 und PC18 wichtig sind

Die beiden Turniere in Leicester kommen zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Ranglisten langsam sortieren. Wer jetzt regelmäßig Preisgeld sammelt, verschafft sich bessere Chancen für die Players Championship Finals und verbessert seine Position in weiteren Qualifikationsrennen. Wer dagegen mehrere frühe Niederlagen kassiert, gerät schnell unter Druck.

Genau deshalb sind PC17 und PC18 aus deutscher Sicht mehr als zwei weitere Termine im Pro-Tour-Kalender. Springer kann seinen nächsten Entwicklungsschritt bestätigen. Pietreczko braucht ein sportliches Signal. Schindler, Clemens und Hopp können ihre Positionen in den relevanten Ranglisten verbessern. Leicester wird damit zum frühen Stimmungstest vor den kommenden Wochen.

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