Kevin Doets: Wird Schweden zur World-Cup-of-Darts-Option?

Kevin Doets hat sich in den vergangenen Wochen sportlich deutlich in den Fokus gespielt. Für den World Cup of Darts 2026 reicht es für den Niederländer dennoch nicht zur Nominierung. Die Niederlande treten in Frankfurt mit Michael van Gerwen und Gian van Veen an. Schweden ist mit Jeffrey de Graaf und Oskar Lukasiak gelistet. Die PDC hat die Paarungen für das Nationenturnier offiziell bestätigt.

Damit bleibt Doets außen vor, obwohl seine Formkurve klar nach oben zeigt. Genau das macht die Frage interessant, ob Schweden irgendwann zur World-Cup-Option werden könnte. Ein unmittelbarer Nationenwechsel ist damit nicht verbunden. Sportlich geht es zunächst um etwas anderes: Doets ist inzwischen nah genug dran, dass seine World-Cup-Perspektive überhaupt relevant wird.

Im Weekly Dartscast sprach Doets zuletzt ausführlich über seinen ersten ProTour-Titel, mögliche Debüts beim World Matchplay und World Grand Prix sowie seine Ziele für den Rest des Jahres. Das Interview wurde in Episode 450 veröffentlicht; Doets steigt ab Minute 19:12 in die Sendung ein.

Doets hat auf der Pro Tour geliefert

Der wichtigste Punkt: Doets ist nicht einfach ein niederländischer Außenseiter im erweiterten Feld. Bei Players Championship 13 in Hildesheim holte er den ersten PDC-Titel seiner Karriere. Im Finale setzte er sich mit 8:5 gegen Luke Woodhouse durch und krönte damit einen starken Turnierlauf. Für seinen Premierensieg erhielt er zudem 15.000 Pfund Preisgeld.

Bemerkenswert war dabei nicht nur der Titel selbst. PDC Europe ordnete ein, dass Doets bereits zum dritten Mal in Serie das Halbfinale erreicht hatte und diesmal den Turniersieg folgen ließ. Genau dadurch wirkt sein Erfolg weniger wie ein einzelner Ausreißer, sondern wie die Fortsetzung einer stabileren ProTour-Phase.

Nach dem Titel formulierte Doets seine Ziele entsprechend offensiv. „Das nächste Ziel ist es, in die Top 16 zu kommen und ein Major-Turnier zu gewinnen. Ich habe allen gezeigt, dass ich das Spiel dazu habe“, sagte der Niederländer nach seinem Premierensieg.

Der niederländische Weg bleibt schwer

Genau an dieser Stelle entsteht die Spannung. Doets liefert Ergebnisse, denkt größer und nähert sich sportlich dem Bereich, in dem Major-Qualifikationen und internationale Einsätze realistischer werden. Gleichzeitig ist der Weg ins niederländische World-Cup-Team aktuell besonders eng.

Gian van Veen hat sich in der Weltspitze festgespielt. Michael van Gerwen bleibt trotz schwankender Phasen einer der größten Namen des Sports und bildet mit van Veen das niederländische Duo für Frankfurt. Für Doets bedeutet das: Selbst ein erster PDC-Titel und eine starke ProTour-Phase reichen nicht automatisch, wenn zwei Landsleute in der World-Cup-of-Darts-Rangfolge vor ihm stehen.

Das ist sportlich kein Makel, sondern ein Hinweis auf die Tiefe des niederländischen Darts. Für viele Nationen wäre Doets mit seiner aktuellen Form sofort ein Kandidat. Für die Niederlande ist er trotz Aufschwung zunächst der Spieler dahinter.

Schweden bleibt nur ein Zukunftsszenario

Trotzdem wäre es falsch, jetzt von einem bevorstehenden Wechsel zu sprechen. Doets ist Niederländer, und der sportliche Weg ins Oranje-Team bleibt naheliegend das erste Ziel. Schweden ist höchstens ein Zukunftsszenario, falls der Weg ins niederländische World-Cup-Duo dauerhaft versperrt bleibt.

Auch dort wäre die Lage nicht ohne Konkurrenz. Jeffrey de Graaf und Oskar Lukasiak vertreten Schweden beim World Cup of Darts 2026. Gerade de Graaf zeigt bereits, dass Spieler mit niederländischem Hintergrund für Schweden auf der PDC-Bühne eine Rolle spielen können.

Für Doets ist das Thema deshalb weniger eine aktuelle Entscheidung als ein sportlicher Prüfstein für die kommenden Jahre. Seine Formkurve zeigt nach oben, der erste PDC-Titel ist da, die Ziele sind ambitioniert. Doch solange van Veen und van Gerwen die niederländische Spitze besetzen, bleibt der World Cup of Darts für Doets ein kompliziertes Ziel.

Die Schweden-Frage bekommt dadurch neue Relevanz. Nicht, weil ein Wechsel unmittelbar bevorsteht, sondern weil Kevin Doets sportlich näher an das Niveau herangerückt ist, auf dem solche Entscheidungen überhaupt interessant werden.

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