Players Championship 11: Beau Greaves gewinnt historisches Finale gegen Michael Smith

Beau Greaves hat bei der Players Championship 11 in Milton Keynes für einen historischen Moment gesorgt. Die Engländerin gewann das ProTour-Turnier nach einem dramatischen Finale mit 8:7 gegen Michael Smith. Nach bisherigem Stand war zuvor noch keine Frau in ein Finale eines PDC-Players-Championship-Turniers eingezogen – Greaves ging noch einen Schritt weiter und holte direkt den Titel.

Der Finalweg war beeindruckend. Greaves besiegte im Viertelfinale Rob Cross mit 6:5, ließ im Halbfinale ein deutliches 7:1 gegen Gary Anderson folgen und setzte sich anschließend auch gegen Michael Smith durch. Damit schlug sie an einem Turniertag gleich drei frühere Weltmeister.

Aus deutscher Sicht sorgte vor allem Max Hopp für Aufsehen. Der frühere Junioren-Weltmeister schlug Luke Humphries in den Last 32 mit 6:5 im Decider, ehe sein Lauf in der Runde der letzten 16 gegen Kevin Doets endete.

Greaves schlägt Cross, Anderson und Smith

Beau Greaves wurde zur großen Geschichte des Turniertages. Schon der Viertelfinalsieg gegen Rob Cross hatte Gewicht: Die Engländerin setzte sich gegen den früheren Weltmeister mit 6:5 durch und gewann das Match trotz eines etwas niedrigeren Averages. Cross kam auf 98,95 Punkte im Schnitt, Greaves auf 96,04. Entscheidend war unter anderem ihr starker Start in die Legs: Ihr First-9-Average lag bei 106,33.

Im Halbfinale wartete mit Gary Anderson der nächste ehemalige Weltmeister. Auch dort ließ sich Greaves nicht aus dem Konzept bringen. Sie gewann deutlich mit 7:1, obwohl Anderson über 101 Punkte im Average spielte. Greaves selbst lag bei 97,42, ihr First-9-Average bei 106,85.

Besonders bemerkenswert ist die Gegnerliste. Cross, Anderson und Smith gehören zu den bekanntesten Namen des PDC-Feldes. Greaves setzte sich an einem ProTour-Tag also nicht gegen Randgegner durch, sondern gegen Spieler, die über Jahre große Titel und TV-Erfahrung gesammelt haben.

170-Finish und Decider: Greaves gewinnt dramatisches Finale

Im Finale gegen Michael Smith entwickelte sich ein dramatisches Match. Greaves führte zwischenzeitlich mit 5:2 und schien das Spiel früh in ihre Richtung zu ziehen. Den vielleicht spektakulärsten Moment des Finales setzte sie beim Stand von 5:3: Mit einem 170-Finish erhöhte sie auf 6:3 und brachte sich endgültig in Titelposition.

Doch Smith gab das Finale nicht verloren. Der frühere Weltmeister kämpfte sich zurück, verkürzte zunächst auf 6:5 und erzwang später tatsächlich den Decider. Aus einer scheinbar komfortablen Führung wurde für Greaves ein echter Nerventest.

Im Entscheidungsleg behielt die Engländerin schließlich die Kontrolle. Greaves gewann das Finale mit 8:7 und machte damit einen der bemerkenswertesten ProTour-Titel der vergangenen Jahre perfekt.

Hopp sorgt für deutschen Höhepunkt

Auch aus deutscher Sicht hatte die Players Championship 11 einen klaren Höhepunkt. Max Hopp gewann zunächst deutlich mit 6:1 gegen Stefan Bellmont und schlug anschließend Dave Chisnall mit 6:3. In den Last 32 folgte dann der größte deutsche Moment des Tages: Hopp bezwang Luke Humphries mit 6:5.

Das Match gegen Humphries ging über die volle Distanz. Hopp führte zwischenzeitlich mit 3:1, Humphries kam zurück und lag später selbst mit 5:4 vorne. Der Deutsche erzwang jedoch den Decider und nutzte dort seine Chance. Besonders stark: Humphries spielte 101,23 Average, Hopp gewann trotz niedrigerem Schnitt von 98,30. Beide lagen bei 46,15 Prozent auf die Doppel, Hopp überzeugte zudem mit einem First-9-Average von 106,54.

Nach dem Coup gegen Humphries endete Hopps Lauf in der Runde der letzten 16. Gegen Kevin Doets verlor er mit 1:6. Der Niederländer spielte 96,88 Average, Hopp kam auf 95,81. Das Ergebnis fiel deutlich aus, die Zahlen lagen aber enger beieinander, als es das Resultat vermuten lässt.

Weber überrascht Searle, weitere Deutsche früh raus

Neben Hopp setzte auch Leon Weber ein Ausrufezeichen. Der Deutsche gewann zum Auftakt mit 6:3 gegen Ryan Searle und bestätigte damit seine gute Form. Später war gegen Wessel Nijman Schluss: Weber verlor mit 1:6. Nijman spielte dabei 102,62 Average, Weber lag bei 93,45.

Auch Gabriel Clemens, Ricardo Pietreczko, Niko Springer und Lukas Wenig überstanden zunächst ihre Auftaktpartien. Clemens schlug Ryan Joyce mit 6:2, Pietreczko gewann gegen Tytus Kanik mit 6:4, Springer setzte sich gegen Rusty-Jake Rodriguez mit 6:3 durch und Wenig ließ Martin Lukeman beim 6:0 keine Chance.

Für andere deutsche Spieler war dagegen früh Schluss. Martin Schindler verlor gegen Christian Kist mit 3:6, Marvin Kraft unterlag Michael Smith knapp mit 5:6, Kai Gotthardt musste sich Danny Noppert mit 3:6 geschlagen geben. Matthias Ehlers, Maximilian Czerwinski und Dominik Grüllich schieden ebenfalls aus.

Preisgeld zählt für wichtige Ranglisten

Bei der Players Championship ging es nicht nur um Tageserfolge, sondern auch um wichtiges Preisgeld. Pro Turnier werden 2026 insgesamt 150.000 Pfund ausgespielt. Der Sieger erhält 15.000 Pfund, der Finalist 10.000 Pfund, für die Halbfinalisten gibt es 6.500 Pfund. Die Runde der letzten 16 bringt 3.000 Pfund.

Das Preisgeld zählt zur PDC Order of Merit und zur Players Championship Order of Merit. Letztere ist besonders wichtig, weil sich darüber die besten Spieler für die Players Championship Finals qualifizieren. Für Hopp war der Lauf bis in die Last 16 deshalb nicht nur sportlich wertvoll, sondern auch für die Ranglisten relevant.

Für Greaves hat der Tag eine besondere Bedeutung. Mit dem Finaleinzug setzte sie bereits ein sportliches Zeichen im offenen PDC-Feld. Mit dem Titelgewinn gegen Smith machte sie daraus einen historischen ProTour-Triumph. Nach Siegen gegen Cross, Anderson und Smith wurde die Players Championship 11 zu ihrem großen Tag – und zu einem der bemerkenswertesten Turniere der bisherigen Saison

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