Die Premier League Darts 2026 geht in ihre entscheidende Phase – und die Tabelle erzählt nach Night 12 zwei sehr unterschiedliche Geschichten. An der Spitze bleibt Jonny Clayton zwar vorn, doch Luke Littler hat den Druck mit seinem Night-Sieg in Liverpool deutlich erhöht. Dahinter wird das Rennen um die Play-offs enger, während Stephen Bunting langsam die Zeit davonläuft.
Clayton führt die Tabelle mit 32 Punkten an. Littler liegt mit 29 Zählern nur noch drei Punkte dahinter und bleibt damit der gefährlichste Verfolger des Walisers. Gerwyn Price folgt mit 19 Punkten auf Rang drei, Michael van Gerwen hält mit 18 Punkten aktuell den vierten Platz. Genau diese Marke ist für Bunting das Problem: Der Engländer steht mit 11 Punkten nur auf Rang sieben und braucht in den kommenden Wochen deutlich mehr als einzelne gute Spiele.
Littler hält den Druck auf Clayton hoch
Luke Littler hat sich längst in der Spitzengruppe der Premier League festgesetzt. Der Weltmeister liegt nicht nur komfortabel auf Play-off-Kurs, sondern ist Clayton an der Tabellenspitze weiter dicht auf den Fersen. Drei Punkte Rückstand sind in diesem Format keine große Lücke. Das liegt auch am Punktesystem der Premier League. Ein Tagessieg bringt fünf Punkte, ein Finaleinzug drei Punkte, Halbfinalisten erhalten zwei Zähler. Ein einziger starker Abend kann die Tabelle also spürbar verändern. Für den jungen Engländer bedeutet das: Schon ein weiterer Night-Sieg kann reichen, um Clayton massiv unter Druck zu setzen oder sogar anzugreifen.
Besonders auffällig ist dabei die Balance an der Spitze. Clayton und Littler haben jeweils vier Night-Siege auf dem Konto. Der Unterschied liegt aktuell vor allem in der Konstanz über die Matches hinweg. Clayton steht bei 19 Match-Siegen, sein engster Verfolger bei 16. Der Abstand ist also nicht riesig, aber er zeigt, warum der Waliser vorne liegt.
Clayton führt – aber Littler ist nicht abgeschüttelt
Für Clayton ist die Lage komfortabel, aber keineswegs sicher. Mit 32 Punkten hat er sich eine starke Ausgangsposition erspielt. Doch der Abstand nach hinten ist klein genug, damit jeder schwächere Abend des Tabellenführers sofort Folgen haben kann. Genau das macht die Schlussphase so reizvoll. Clayton kann sich nicht darauf verlassen, nur die Play-offs zu verwalten. Littler bringt die Form, die Punkte und die Schlagkraft mit, um die Spitze noch einmal anzugreifen. Der Weltmeister ist inzwischen nicht mehr nur einer der großen Namen der Saison, sondern auch tabellarisch der naheliegendste Herausforderer.
Für die Premier League ist das die ideale Ausgangslage: Der Tabellenführer steht unter Druck, obwohl er führt. Und sein erster Verfolger muss nicht auf eine Krise hoffen, sondern nur seine eigenen starken Abende weiter liefern.
Bunting braucht mehr als Achtungserfolge
Ganz anders sieht die Lage bei Stephen Bunting aus. Mit 11 Punkten steht der Engländer auf Rang sieben. Zwar hat er bereits einen Night-Sieg geholt, doch insgesamt reichen sechs Match-Siege nicht, um im Play-off-Rennen wirklich Druck aufzubauen. Dass der ehemalige Masters-Champion trotz eines Night-Siegs nur auf Rang sieben steht, zeigt sein eigentliches Problem: Es fehlt nicht an einzelnen Ausreißern nach oben, sondern an regelmäßiger Ausbeute. In einer Liga, in der jede Woche mehrere Topspieler warten, reicht ein starker Abend nicht aus, wenn danach zu viele Chancen liegen bleiben.
Der Rückstand auf Michael van Gerwen beträgt sieben Punkte. Das ist nicht unmöglich aufzuholen, aber es ist in dieser Phase der Premier League eine klare Hypothek. Der Engländer braucht nicht mehr nur ordentliche Auftritte oder knappe Niederlagen mit guten Averages. Er braucht Ergebnisse. Ein Halbfinale kann helfen. Ein Finale würde ihn zurück in die Diskussion bringen. Ein zweiter Night-Sieg könnte die Situation komplett neu öffnen. Aber genau darin liegt die Schwierigkeit: In der Premier League reicht ein einzelner starker Auftritt nicht. Wer Punkte aufholen will, muss an einem Abend gleich mehrere Topspieler schlagen.
Das Mittelfeld macht Buntings Aufgabe schwerer
Das Problem des 40-Jährigen ist nicht nur der eigene Punktestand. Vor ihm stehen mehrere Spieler, die selbst noch um ihre Position kämpfen. Gerwyn Price hat mit 19 Punkten einen kleinen Puffer, Michael van Gerwen liegt mit 18 Punkten auf Rang vier, Gian van Veen folgt mit 14 Punkten, Luke Humphries mit 13 Punkten. Das bedeutet: Bunting jagt nicht nur einen Spieler. Er muss gleich mehrere Konkurrenten überholen oder zumindest deutlich näher an sie heranrücken. Jeder frühe Ausrutscher wiegt deshalb schwer, weil gleichzeitig mindestens einer der Spieler vor ihm weiter punkten kann.
Sieben Punkte Rückstand auf Platz vier sind in diesem Format aufholbar, aber nicht mehr mit Viertelfinal-Siegen allein. Der Engländer braucht einen tiefen Lauf, idealerweise einen Abend mit echter Ausbeute. Nur dann kann er van Gerwen, van Veen und Humphries noch einmal ernsthaft unter Druck setzen. Auch Josh Rock auf Rang acht ist mit acht Punkten noch nicht völlig aus dem Bild, aber „Bullet“ steht deutlich mehr im Fokus. Von ihm war nach dem starken Saisonstart und seinem Night-Sieg mehr Anschluss an die Play-off-Zone zu erwarten. Jetzt braucht er eine Antwort.
Littler jagt die Spitze, Bunting den Anschluss
Die Ausgangslage vor den nächsten Premier-League-Abenden ist damit klar. Littler spielt um mehr als nur die Play-off-Qualifikation. Er jagt Clayton und kann aus eigener Kraft dafür sorgen, dass die Spitze noch einmal richtig eng wird. Bunting dagegen kämpft um den Anschluss. Für ihn geht es nicht mehr darum, in einzelnen Matches gut auszusehen. Er muss aus Achtungserfolgen Ergebnisse machen und braucht möglichst schnell einen Abend, der seine Saison neu startet.
Genau diese Gegensätze machen die Schlussphase spannend. Oben wird Clayton von Littler gejagt. Dahinter versuchen Price, van Gerwen, van Veen und Humphries ihre Positionen zu behaupten. Und Stephen Bunting steht vor der Aufgabe, aus einer schwierigen Lage doch noch ein Rennen zu machen.
Littler kann die Spitze aus eigener Kraft angreifen. Sein Landsmann kann sich keine weiteren Abende ohne echte Ausbeute leisten. Genau deshalb erzählt die Tabelle vor der Schlussphase zwei völlig unterschiedliche Geschichten: oben ein Titelrennen, unten ein Wettlauf gegen die Zeit.







