Max Hopp hat bei der Players Championship 11 in Milton Keynes für ein deutsches Ausrufezeichen gesorgt. Der frühere Junioren-Weltmeister bezwang Luke Humphries in den Last 32 mit 6:5 und warf damit einen der Topfavoriten aus dem Turnier. In der Runde der letzten 16 trifft Hopp nun auf Kevin Doets.
Das Match entwickelte sich zu einem echten Krimi. Hopp führte zwischenzeitlich mit 3:1, musste Humphries anschließend aber wieder herankommen lassen. Der Engländer drehte die Partie kurzzeitig, doch Hopp blieb im Spiel, rettete sich in den Decider und nutzte dort seine Chance.
Besonders bemerkenswert: Hopp gewann trotz des niedrigeren Averages. Humphries kam auf 101,23 Punkte im Schnitt, Hopp spielte 98,30. Entscheidend war jedoch nicht nur der Average, sondern die Kombination aus starkem Scoring, stabiler Doppelquote und Nervenstärke im letzten Leg.
Hopp bleibt im Decider eiskalt
Für Hopp ist der Sieg gegen Humphries einer der auffälligsten Erfolge der letzten Zeit. Der Deutsche hatte bereits zuvor stark begonnen und Stefan Bellmont deutlich mit 6:1 geschlagen. Danach setzte er sich gegen Dave Chisnall mit 6:3 durch und spielte sich damit in das Duell mit Humphries.
Auch gegen den Weltranglistenersten zeigte Hopp sofort, dass er nicht nur mithalten wollte. Sein First-9-Average von 106,54 unterstreicht, wie gut er in die Legs kam. Auf die Doppel traf er 46,15 Prozent seiner Versuche – exakt derselbe Wert wie Humphries.
Gerade auf der ProTour sind solche Details entscheidend. In kurzen Matches reicht es nicht, nur phasenweise gut zu spielen. Hopp schaffte es, den Druck über die Distanz hochzuhalten und im entscheidenden Moment die bessere Antwort zu finden.
Humphries scheitert trotz starkem Average
Für Humphries ist die Niederlage bitter, weil seine Zahlen keineswegs schwach waren. Ein Average von über 101 Punkten reicht auf der ProTour normalerweise häufig zum Weiterkommen. Gegen Hopp genügte es diesmal nicht.
Der Engländer hatte sich zuvor mit Siegen gegen Rhys Griffin und Shane McGuirk in die Last 32 gespielt. Gegen Hopp bekam er jedoch ein Match, das über die volle Distanz ging. Nach Hopps früher Führung kämpfte sich Humphries zurück, lag selbst 5:4 vorne, musste aber den Ausgleich hinnehmen und verlor schließlich im Decider.
Damit endet sein Turnier früher als erwartet. Für Hopp dagegen wird die Players Championship 11 zu einem Tag, der deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient.
Hopp trifft nun auf Kevin Doets
Der Sieg gegen Humphries passt zu einem insgesamt auffälligen deutschen Auftakt in Milton Keynes. Bereits in der ersten Runde hatte Leon Weber mit einem 6:3 gegen Ryan Searle überrascht. Auch Gabriel Clemens, Ricardo Pietreczko, Niko Springer und Lukas Wenig erreichten zunächst die zweite Runde.
Hopp liefert nun den bisher größten deutschen Moment des Tages. Ein Sieg gegen Humphries ist nicht nur ein gutes Ergebnis, sondern ein sportliches Signal. Der Deutsche schlug nicht irgendeinen gesetzten Spieler, sondern einen der konstantesten Profis der letzten Jahre.
In der Runde der letzten 16 wartet nun Kevin Doets. Damit hat Hopp die Chance, aus dem Überraschungssieg gegen Humphries einen echten ProTour-Lauf zu machen. Spätestens nach Siegen gegen Bellmont, Chisnall und Humphries ist klar: An diesem Turniertag ist für ihn mehr möglich.







