Nathan Aspinall steht beim Finaltag der Slovak Darts Open 2026 im Achtelfinale. Nach seinem 6:4-Sieg gegen Jim Long sprach der Engländer aber nicht nur über das Ergebnis, sondern ungewöhnlich offen über Probleme in seinem Wurf – und darüber, wie sehr ihn das Publikum in Bratislava durch die schwierige Schlussphase getragen habe.
Lange sah die Partie nach einem kontrollierten Abend für „The Asp“ aus. Der 34-Jährige setzte sich früh ab, führte bereits mit 5:1 und schien klar auf Kurs. Doch dann wurde das Match noch einmal eng. Long fand besser in die Partie, Aspinall verlor spürbar an Sicherheit, und aus einem scheinbar ruhigen Sieg wurde ein Arbeitssieg.
Der zweifache Major-Champion gewann zwar, doch der Sieg erzählte mehr als eine reine Ergebniszeile. Der ehemalige UK-Open- und World-Matchplay-Champion musste nicht nur gegen Long arbeiten, sondern auch gegen ein Thema, das ihn in seiner Karriere immer wieder begleitet hat: technische Unsicherheit im eigenen Wurf.
„The Asp“ spricht offen über seinen Wurf
Im PDC-Interview nach dem Spiel räumte Nathan Aspinall ein, dass seine Probleme wieder zu sehen gewesen seien. „Ich denke, jeder konnte heute Abend sehen, dass ich wieder ein paar Probleme mit meinem Wurf habe.“ und weiter sagte er in dem Gespräch: „Ich arbeite unglaublich hart daran, das in den Griff zu bekommen, aber ehrlich gesagt ist es enorm frustrierend.“ und sagte zu seinen Wurfproblemen abschließend: „Es macht mich wahnsinnig. Das Problem ist zurückgekehrt, und das irritiert mich enorm.“
Für einen Spieler wie Aspinall ist genau das der sensible Punkt. Sein Spiel lebt nicht nur von Scoring-Power, sondern auch von Rhythmus, Körpersprache und emotionaler Energie. Wenn der Wurf nicht mehr ganz frei wirkt, verändert sich sofort die gesamte Statik eines Matches. Gegen Long reichte es am Ende trotzdem, weil Aspinall den Vorsprung über die Linie brachte. Aber der Abend zeigte auch, wie schmal der Grat aktuell sein kann.
Dass es nach der 5:1-Führung noch einmal eng wurde, passte in dieses Bild. Nathan Aspinall hatte das Match eigentlich unter Kontrolle, doch mit jedem Leg von Long wuchs der Druck. Plötzlich ging es nicht mehr darum, den Sieg souverän auszuspielen, sondern die Kontrolle irgendwie zu behalten. Genau in solchen Momenten werden Wurfprobleme im Darts besonders gefährlich: Der Gegner spürt die Unsicherheit, das Publikum spürt die Unsicherheit – und der Spieler selbst erst recht.
Seine Offenheit passt in eine Phase, in der Wurfprobleme im Darts wieder stärker sichtbar werden. Auch Ricardo Pietreczko, hatte zuletzt mit erheblichen Problemen im Wurf zu kämpfen. Jeder Fall ist anders, doch beide Beispiele zeigen, wie sensibel der Moment des Loslassens im Darts sein kann: Wenn Timing, Vertrauen und Rhythmus nicht mehr selbstverständlich greifen, wird selbst ein scheinbar einfacher Wurf zur Kopfsache.
„The Asp“ fand trotzdem einen Weg. Dabei half ihm nach eigener Aussage auch die Halle. Die Fans in Bratislava standen hörbar hinter ihm, und der Engländer zeigte sich danach sichtlich bewegt. „Sie haben mich wirklich durchgetragen“, sagte der 34-Jährige nach dem Match. Später erklärte er sinngemäß, ohne diese Unterstützung hätte er die Partie womöglich nicht gewonnen.
Der 34-Jährige aus Stockport scherzte später, er schulde den Fans wohl ein Bier. Der Satz blieb hängen, weil er locker klang. Dahinter stand aber ein deutlich ernsterer Abend: Ein Topspieler gewinnt, spricht danach jedoch nicht nur über den Sieg, sondern über das, was im eigenen Spiel gerade wieder knirscht.
Im Achtelfinale wartet nun Ryan Searle. Für Aspinall wird es dabei nicht nur um das nächste Ergebnis gehen. Entscheidend wird sein, ob er seinen Wurf stabiler bekommt, bevor aus kleinen technischen Unsicherheiten wieder ein größeres Problem wird. Bratislava hat ihn zunächst weitergebracht – aber der Sieg gegen Long war auch eine Erinnerung daran, dass bei „The Asp“ längst noch nicht alles ruhig läuft.










