Luke Littler: Erst Matchplay-Gewinn – dann ProTour-Rückkehr?

Luke Littler hat bei den US Darts Masters den ersten Stolperstein überstanden – und anschließend eine interessante Tür für den weiteren Saisonverlauf geöffnet. Nach seinem 6:4-Auftaktsieg gegen David Cameron sprach der Weltranglistenerste über seine Leistung in New York, den nächsten Gegner Jim Long und eine mögliche Rückkehr auf die ProTour.

Der Auftritt im Madison Square Garden war für den Engländer alles andere als ein Spaziergang. Cameron hielt lange mit, brachte den Favoriten phasenweise aus dem Rhythmus und ging zwischenzeitlich sogar mit 4:3 in Führung. Erst in der Schlussphase fand „The Nuke“ die entscheidenden Momente: Der 19-Jährige glich auf Doppel 20 aus, holte sich das Break zum 5:4 und machte den Sieg schließlich auf Doppel 16 perfekt.

Nach einer Glanzleistung sah das nicht aus. Luke Littler selbst wollte auch gar nicht so tun, als habe er plötzlich den Schalter umgelegt.

„Ich glaube nicht, dass ich da den Schalter umgelegt habe“, erklärte er nach dem Match im Gespräch mit der PDC. Es sei eher um das richtige Timing gegangen. Eine 180 und eine 140 zu Beginn eines Legs hätten ihm geholfen. „Ich war natürlich ein bisschen in Gefahr, weil es Leg für Leg ging. Ich wollte David breaken und dann meinen Anwurf halten, um zwei Legs Vorsprung zu haben. Das hat lange nicht geklappt, aber am Ende habe ich es geschafft und bin über die Linie gekommen.“

Littler will New York nicht als Vorbereitung abtun

Trotz des wackligen Starts wollte die Nummer 1 der Welt die US Darts Masters nicht als reines Aufwärmprogramm für das World Matchplay verstanden wissen. Der Engländer jagt in New York weiter seinen ersten Titel bei diesem World-Series-Event – bei seinem dritten Versuch.

„Das ist nicht einfach nur Training“, stellte er klar. und fügte hinzu: „Es ist ein World-Series-Titel. Im Madison Square Garden zu gewinnen, würde mir sehr viel bedeuten. Genau darauf gehe ich los.“

Der 19-Jährige eröffnet die Finalsession gegen Jim Long. Das Viertelfinale steigt gegen 19:30 Uhr New Yorker Ortszeit, aus deutscher Sicht beginnt die Session in der Nacht ab 01:30 Uhr. Der Kanadier hatte in der ersten Runde für die Überraschung des Turniers gesorgt und Josh Rock mit 6:4 ausgeschaltet. Der Engländer nimmt die Aufgabe nüchtern an: Long sei „ein weiterer Gegner“ auf dem Weg zur Trophäe. Entscheidend sei für ihn, von Spiel zu Spiel zu denken und vor allem auf den Doppeln schärfer zu werden.

Auch bei der eigenen Leistung legte er den Finger in die Wunde. „Ich wollte dieses Turnier schon immer gewinnen“, sagte der Weltmeister. „Es ist jetzt mein dritter Versuch, also hoffentlich klappt es beim dritten Mal. Ich muss morgen zehnmal, zwanzigmal besser sein. Dann sehen wir, was passiert.“

Interessant wurde es anschließend beim Blick über New York hinaus. Luke Littler hat 2026 bislang noch kein Players-Championship-Event bestritten und damit die komplette Floor-Saison bisher ausgelassen. Das könnte sich nach dem World Matchplay in Blackpool ändern – allerdings offenbar nur, wenn seine Titelverteidigung dort nach Plan läuft.

Auf die Frage, ob alles an Blackpool hänge, antwortete er deutlich: „Sehr sogar, ja.“ Damit bleibt die ProTour-Rückkehr zumindest ein Thema. Gewinnt „The Nuke“ erneut im Winter Gardens, könnte sein erster Floor-Auftritt des Jahres folgen. Scheitert er in Blackpool, dürfte der Fokus weiter klar auf den großen Bühnen liegen.

Für den Moment zählt aber New York. Nach dem mühsamen 6:4 gegen Cameron ist Littler weiter im Rennen, weiß aber selbst: Gegen Long – und erst recht auf dem möglichen Weg zum Titel – muss deutlich mehr kommen.

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