Luke Humphries zieht Lehren aus World-Matchplay-Fehler

Luke Humphries hat bei den US Darts Masters in New York den ersten Pflichtschritt souverän erledigt – und den Blick danach schon deutlich weiter nach vorne gerichtet. Der Titelverteidiger setzte sich in der ersten Runde klar mit 6:1 gegen Leonard Gates durch und steht damit im Viertelfinale, wo nun Stephen Bunting wartet. Sportlich war der Auftakt im Madison Square Garden damit schnell abgehakt. Interessanter wurde es nach dem Match, als Humphries über seine aktuelle Form, das Selbstvertrauen der vergangenen Wochen und vor allem über seine Vorbereitung auf das World Matchplay in Blackpool sprach.

Der Weltranglistenzweite musste gegen Gates nicht an seine absolute Leistungsgrenze gehen. Der US-Amerikaner fand nicht dauerhaft in den Rhythmus, während der Engländer die Partie kontrolliert über die Bühne brachte. Für den Titelverteidiger war es dennoch ein wichtiger Start in den Finaltag der US Darts Masters, schließlich hatte er das World-Series-Turnier im Vorjahr gewonnen und reist auch diesmal mit klarer Titelambition durch New York.

„Das ist ein wirklich prestigeträchtiges Turnier und eine der besten Locations der Welt“, sagte Luke Humphries im Post-Match-Gespräch mit der PDC nach seinem 6:1-Sieg gegen Gates. Sein Bruder habe ihn zudem auf eine bemerkenswerte Serie hingewiesen: In den letzten acht Turnieren, inklusive Premier League, habe er jeweils das Finale erreicht. „Das gibt mir viel Selbstvertrauen. Ich war in den vergangenen Wochen ein sehr schwer zu schlagender Spieler, und es ist schön, dieses Siegergefühl wieder zu haben.“

Humphries zieht Lehren aus Blackpool-Fehler

So souverän der Auftritt in New York war, so deutlich wurde Humphries anschließend beim Blick auf das World Matchplay. Das große Sommer-Major in Blackpool steht vor der Tür – und genau dort will der frühere Weltmeister einen Fehler aus dem vergangenen Jahr nicht wiederholen.

„Ich glaube, ich habe im vergangenen Jahr alles falsch gemacht“, erklärte Luke Humphries selbstkritisch. Er könne sich nicht mehr an jedes Detail erinnern, wisse aber noch, dass er damals nicht ausreichend trainiert habe. „Ich glaube, ich habe manche Dinge ein bisschen als selbstverständlich angesehen – und dann bin ich etwas abgefallen.“

Diese Phase habe Spuren hinterlassen. Über mehrere Monate habe „Cool Hand Luke“ nicht sein bestes Niveau gespielt. Der Weg zurück sei entsprechend lang gewesen. Genau deshalb will er seine Vorbereitung auf Blackpool diesmal anders angehen.

„Natürlich lernt man aus solchen Erfahrungen“, sagte Humphries. Vor dem World Matchplay werde er sicherstellen, im Training nicht nachzulassen. In den vergangenen Tagen habe er zwar nicht komplett geschludert, aber vermutlich auch nicht den Aufwand betrieben, den er hätte betreiben sollen.

Besonders klar wurde der 31-Jährige bei seiner Ansage für die unmittelbare Matchplay-Vorbereitung. „Wenn es auf das Matchplay zugeht, habe ich meine Lektion aus dem vergangenen Jahr gelernt. In den ein oder zwei Wochen davor wird es keine freien Tage geben.“ Er werde am Board stehen und trainieren, denn wer solche Titel gewinnen und World-Matchplay-Champion werden wolle, müsse die Arbeit investieren.

Für Humphries ist New York damit mehr als nur eine Titelverteidigung auf der World Series. Die US Darts Masters sind auch ein Gradmesser dafür, ob er seine starke Form weiter stabilisieren kann. Nach dem klaren 6:1 gegen Gates wartet mit Stephen Bunting im Viertelfinale nun ein deutlich härterer Prüfstein. „The Bullet“ besiegte Alex Spellman zum Auftakt mit 6:2 und bringt ebenfalls genügend Selbstvertrauen mit in den Finaltag.

Der mögliche Weg ist anspruchsvoll: Nach dem Duell mit Bunting würde im Halbfinale der Sieger aus Gian van Veen gegen Jonny Clayton warten. Doch der Engländer wirkt derzeit weniger wie ein Spieler, der sich von einem schwierigen Draw beeindrucken lässt – sondern wie einer, der genau weiß, welche Fehler er nicht noch einmal machen will.

In New York geht es für den amtierenden Champion um den nächsten World-Series-Titel. In seinem Kopf aber läuft die Vorbereitung auf Blackpool längst mit.

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