Josh Rock war in Liverpool schon deutlich unter Druck, als ihm plötzlich einer der kuriosesten 180er der bisherigen Premier-League-Saison gelang. Gegen Michael van Gerwen nahm der dritte Dart einen Weg, der zunächst wie ein missglückter Wurf aussah – und am Ende doch in der Triple 20 landete.
Sportlich änderte der Treffer allerdings nichts am Ausgang des Viertelfinals. Van Gerwen gewann das Match mit 6:3 und zog ins Halbfinale ein. Für Rock blieb eine Szene, die perfekt zu seinem Abend passte: spektakulär genug für die Highlights, aber nicht stabil genug für Punkte.
Die Aktion entstand in einer Phase, in der der 25-jährige Nordire den Anschluss suchte. Zwei Darts steckten bereits in der Triple 20, als „Rocky“ zum dritten Pfeil ansetzte. Zunächst schien kaum noch Platz im Segment zu sein. Dann nahm der Dart einen unerwarteten Weg – und plötzlich stand doch der nächste 180er auf der Anzeigetafel.
Der dritte Dart nimmt kuriosen Weg
In der Sport1-Übertragung am Donnerstagabend, 23. April 2026, war zu sehen, wie Rocks dritter Dart einen kuriosen Weg nahm: Der Pfeil schien zunächst nicht mehr sauber in die Triple 20 zu passen, wurde dann aber offenbar von den bereits steckenden Darts abgelenkt und landete doch noch im Ziel.
Genau deshalb war dieser 180er mehr als nur ein normaler Maximum-Score. Bei einem gewöhnlichen 180er schlagen alle drei Pfeile klar und direkt im Triple-20-Segment ein. Rock erzielte seinen Treffer dagegen auf eine Weise, die selbst im Profidarts selten zu sehen ist: mit engem Winkel, sichtbarer Ablenkung und einem Ausgang, der erst im letzten Moment klar wurde.
„Magisch“ wirkte der 180er vor allem deshalb, weil der dritte Dart zunächst verloren schien und am Ende trotzdem zählte. Es war kein klassischer Maximum-Score aus drei sauber gesetzten Pfeilen, sondern ein Moment zwischen Können, Glück und Millimetern – und genau deshalb blieb diese Szene sofort hängen.
Van Gerwen gewinnt die entscheidenden Legs
So spektakulär der Treffer war, so deutlich zeigte das Match auch, worauf es gegen Spieler wie van Gerwen am Ende ankommt. Josh Rock hatte den ungewöhnlichsten Wurf des Spiels, van Gerwen aber die bessere Kontrolle über die entscheidenden Legs. Der Niederländer blieb in den wichtigen Phasen ruhiger, nutzte seine Chancen konsequenter und gewann am Ende verdient mit 6:3.
Genau darin liegt derzeit Rocks Problem in der Premier League: Er produziert Momente, die jeder sieht. Schon in Belfast hatte der Nordire mit einem 9-Darter vor heimischem Publikum für einen der emotionalsten Augenblicke dieser Premier-League-Saison gesorgt. In Liverpool kam nun dieser kuriose 180er dazu. Seine Scoring-Power ist unbestritten, sein Niveau blitzt immer wieder auf – doch noch zu selten werden aus diesen Momenten auch die Resultate, die ihn in der Tabelle wirklich nach vorne bringen. Gegen Spieler wie van Gerwen reicht ein spektakulärer Wurf allein nicht.
Van Gerwen erreichte durch den Erfolg das Halbfinale, musste sich dort allerdings Luke Littler knapp geschlagen geben. Littler setzte seinen Lauf anschließend fort und gewann das Finale gegen Jonny Clayton deutlich. Für den Nordiren dagegen bleibt Liverpool ein Abend mit Reichweite, aber ohne Ertrag.
Der kuriose 180er wird hängen bleiben, genau wie zuvor der Neun-Darter von Belfast. Doch für den 25-Jährigen entscheidet sich diese Premier-League-Saison nicht an den spektakulären Momenten, sondern an den Ergebnissen. In Liverpool hatte er die Szene des Spiels auf seiner Seite. Van Gerwen hatte den Sieg.







