Josh Rock hat seine erste Premier-League-Saison hinter sich. Für den Nordiren war es ein Jahr mit großen Momenten, aber auch mit viel Frust. Vier Siege und ein Neun-Darter reichten am Ende nicht aus: Rock beendete seine Debütsaison auf dem letzten Platz. Vor dem World Cup of Darts hofft sein Teamkollege Daryl Gurney nun darauf, dass genau dieses Kapitel abgeschlossen ist.
Der perfekte Leg in Belfast war einer der emotionalen Höhepunkte der Premier League. Vor heimischem Publikum spielte Josh Rock gegen Gian van Veen zwei 180er und ein 141er-Finish zum Neun-Darter und brachte die Halle zum Beben. Trotzdem verlor er das Match anschließend mit 2:6. Genau dieses Bild passte zu seiner Saison: große Qualität, besondere Momente, aber zu wenig Konstanz im Wochenformat.
Abseits der Premier League war Josh Rocks Jahr deutlich stärker. Er gewann die Austrian Darts Open und erreichte das Halbfinale der UK Open. Gurney sieht deshalb keinen grundsätzlichen Formbruch, sondern eher eine mentale Belastung durch die Premier League. Laut Oche180 sagte Gurney, Rock werde nun „besser“ sein, nachdem die Premier League vorbei ist.
Gurney setzt auf den mentalen Neustart
Für Gurney ist vor allem entscheidend, dass Rock den Premier-League-Druck hinter sich lassen kann. Wenn ein Spieler wisse, dass er die O2-Finals nicht mehr erreichen könne, sei das mental harte Arbeit, erklärte der Nordire sinngemäß. Sobald die Premier League vorbei sei, könne Rock wieder freier auftreten.
Das ist vor dem World Cup of Darts eine wichtige Einschätzung. Nordirland reist als Titelverteidiger nach Frankfurt. Rock und Gurney hatten im Vorjahr gemeinsam den größten Teamtitel im Dartsport gewonnen und gehen nun mit einer anderen Rolle ins Turnier: nicht mehr als gefährliches Team im Hintergrund, sondern als gejagte Titelverteidiger.
Gurney und Rock bilden dabei ein spannendes Duo. Gurney bringt Erfahrung, Kampfgeist und Ruhe mit. Rock steht für Tempo, Scoring-Power und das Potenzial, ein Spiel innerhalb weniger Minuten zu drehen. Gerade im Doppel kann diese Mischung wertvoll sein, wenn beide ihre Rollen klar finden.
Nordirland bleibt gefährlich
Die Premier League hat gezeigt, wie schwierig es für Rock ist, Woche für Woche gegen die absolute Spitze zu bestehen. Sie hat aber auch gezeigt, dass seine Qualität jederzeit durchbrechen kann. Ein 9-Darter in Belfast, ein European-Tour-Titel in Graz und ein UK-Open-Halbfinale erzählen eine andere Geschichte als der letzte Platz in der Premier-League-Tabelle.
Für Nordirland ist deshalb nicht entscheidend, wie Rocks Premier-League-Bilanz aussieht. Entscheidend ist, ob er den Frust aus dieser Serie rechtzeitig abschütteln kann. Gurney scheint genau darauf zu setzen: weniger Wochenstress, weniger Tabellenlast, mehr Fokus auf ein gemeinsames Ziel.
Der World Cup of Darts kommt für Rock damit zu einem passenden Zeitpunkt. Die Premier League ist vorbei, die Kritik ist eingeordnet, und mit Gurney steht ein Partner an seiner Seite, der seine Situation versteht. Wenn Rock wieder freier spielt, bleibt Nordirland auch als Titelverteidiger schwer auszurechnen.
Für Gurney ist der Reset also mehr als nur Hoffnung. Er ist die Grundlage für eine Titelverteidigung, bei der Josh Rock erneut zeigen kann, dass seine Premier-League-Platzierung nicht das ganze Bild erzählt.







