Josh Rock hat sein Premier-League-Debüt nicht so beendet, wie er es sich erhofft hatte. Der Nordire landete in seiner ersten Saison in dem wöchentlichen Event auf dem letzten Tabellenplatz und gewann nur vier Matches in 16 Wochen. Trotzdem ließ sich „Rocky“ davon nicht die komplette Saison zerlegen.
Im Gegenteil: Abseits der Premier League fand er immer wieder starke Antworten. Der nordirische Spieler erreichte das Halbfinale der UK Open und gewann die Austrian Darts Open. Genau deshalb ist sein Rückblick interessant. Denn Rock spricht nicht nur über Enttäuschung, sondern darüber, wie groß der Unterschied zwischen Zuschauen und selbst Mitspielen wirklich ist.
Im Love The Darts Podcast erklärte der 25-Jährige, er habe die Premier League früher natürlich aus der Fan-Perspektive verfolgt. „Als Kind, wenn man Darts schaut, denkt man einfach, die Spieler tauchen dort auf“, sagte die Nummer 8 der Weltrangliste. Erst die eigene Teilnahme habe ihm gezeigt, wie viel tatsächlich hinter diesen Abenden steckt.
„Wenn man dann selbst dabei ist, merkt man: Es geht nicht nur darum, aufzutauchen. Es ist ständiges Reisen. Es ist sehr hart. Man muss mental stark sein“, erklärte der Nordire. Genau diese Mischung aus Reiserhythmus, Bühne und Erwartung machte sein Premier-League-Jahr zu einem echten Lehrgang.
Rock spricht über mentale Stärke
Für den 25-Jährigen war die Premier League damit ein hartes Lehrjahr. Die großen Hallen, die Lautstärke und die Atmosphäre seien nicht mit normalen Tour-Events zu vergleichen. „Es sind größere Zuschauermengen und eine komplett andere Atmosphäre und Geräuschkulisse hinter dir“, sagte er.
Den Unterschied zur European Tour beschrieb er deutlich. Dort seien es oft 2.500 oder 3.000 Zuschauer in kompakter Umgebung. In der Premier League warte dagegen eine ganz andere Dimension. „Wenn man in diese großen Arenen mit 12.000, 14.000 oder 17.000 Menschen kommt, ist das ganz anders zu verarbeiten“, erklärte der 25-Jährige.
Dass seine Premier-League-Ergebnisse nicht auf den Rest der Saison durchschlugen, führt „Rocky“ vor allem auf einen Punkt zurück. „Ich bin einfach dankbar, dass ich mental stark bin, wenn es um diese Seite der Dinge geht“, sagte er. Gerade nach mehreren Niederlagen in Serie kann das entscheidend sein, damit aus einer schwachen Phase kein kompletter Saisonbruch wird.
Sportlich bleibt Josh Rock damit einer der spannendsten Namen im PDC-Feld. Sein Premier-League-Debüt war ergebnistechnisch enttäuschend, aber es hat ihn nicht gestoppt. Der Nordire steht weiterhin hoch in der Weltrangliste und ist auch bei den US Darts Masters in New York Teil des PDC-Feldes. Dort bekommt er direkt die nächste große Bühne, auf der genau jene Erfahrungen aus der Premier League wieder wichtig werden können.
Er formuliert seine Ziele entsprechend klar. Ein individueller Major-Titel wäre schön, erklärte er sinngemäß. Das große Ziel sei aber, „in die Top vier“ zu kommen. Dafür brauche es nicht nur Scoring-Power und Talent, sondern auch die Fähigkeit, Rückschläge einzuordnen.
Genau darin liegt die eigentliche Botschaft seines Rückblicks. Die Premier League hat Rock nicht beschädigt, sondern ihm gezeigt, was ihm auf den ganz großen Bühnen noch fehlt. „Man muss in diesem Spiel mental stark sein, um Erfolg zu haben“, sagte er. Sein erstes Premier-League-Jahr war damit kein Durchbruch, aber auch kein Bruch. Es war ein Lehrjahr – und eines, aus dem „Rocky“ offenbar die richtigen Schlüsse ziehen will.










