James Wade ist zurück auf der World-Series-Bühne – und hat offen über die stille Seite seiner internationalen Darts-Reisen gesprochen. „The Machine“, wurde nach mehr als vier Jahren wieder für mehrere World-Series-Turniere nominiert und gehört unter anderem in Kopenhagen, Amerika, Neuseeland und Australien zum Aufgebot.
Sportlich kommt die Einladung nicht aus dem Nichts. Wade steht wieder auf Rang sechs der Order of Merit, erreichte zuletzt mehrere große Finals und gewann in den vergangenen beiden Jahren auch zwei Players-Championship-Titel. Trotzdem beschreibt der zehnmalige Major-Sieger seine Rückkehr nicht nur als sportliche Belohnung, sondern auch als persönliche Erfahrung mit zwei Seiten.
Magische Bühne, einsame Reisen
Wie Oche180 berichtet, machte Wade deutlich, dass er die World-Series-Rückkehr grundsätzlich genießt. Die Bühne sei für ihn „magisch“ und deutlich angenehmer als die regelmäßigen Pro-Tour-Stationen in Barnsley oder Wigan. „Ich habe eine gute Zeit“, sagte er.
Gleichzeitig nannte er aber auch den Punkt, der ihm schwerfällt. Der einzige negative Aspekt sei, dass er die World Series ohne Begleitung absolviere. Das sei schwierig und harte Arbeit, erklärte Wade. Besonders ehrlich wurde der 41-Jährige bei der Einordnung nach all den Jahren auf der Tour: „Es ist ziemlich einsam. Nach 25 Jahren ist es ziemlich traurig, dass niemand diese Erfahrung mit mir teilt.“
Diese Aussagen wirken nicht wie eine Klage, sondern wie ein seltener Blick hinter die Bühne. Die World Series steht für große Hallen, besondere Reiseziele und internationale Aufmerksamkeit. Gleichzeitig liegen zwischen den Auftritten lange Wege, Hotelzimmer und Momente, in denen selbst erfahrene Profis viel allein mitnehmen müssen.
Anfangs sei er selbst überrascht gewesen, wieder für die World Series berücksichtigt zu werden. Danach habe er die Entscheidung aber anders eingeordnet. In dem vom englischen Portal veröffentlichten Aussagen verwies Wade auf seine starken Ergebnisse der vergangenen Monate: Er sei in den vergangenen zwölf Monaten schließlich in drei Major-Finals gestanden und deshalb wohl „ziemlich berechtigt“, wieder berücksichtigt zu werden.
James Wade hat sich in der Weltspitze zurückgemeldet, ohne dabei den lautesten Weg zu wählen. Während viele Debatten im Darts derzeit um Luke Littler, Luke Humphries oder Michael van Gerwen kreisen, hat sich „The Machine“ mit konstanter Arbeit wieder in eine Position gespielt, in der die PDC ihn international einplant.
Beim Nordic Darts Masters war der Engländer bereits im Einsatz. Dort unterlag er im Viertelfinale klar mit 1:6 gegen Luke Littler. Für die kommenden World-Series-Stationen bleibt er dennoch ein spannender Name: nicht als neues Gesicht, sondern als erfahrener Spieler, der wieder sichtbar näher an große Titel herangerückt ist.
Für die Reise nach Australien will der 41-Jährige die Einsamkeit zumindest teilweise durchbrechen. So möchte er einen engen Freund aus Kindheitstagen mitnehmen. Gemeinsam wolle er die Reise genießen, auch abseits der Bühne – unter anderem mit Sea-Fishing, gutem Essen und der besonderen Erfahrung, überhaupt für solche Turniere ausgewählt zu werden.
Sportlich bleibt Wade ehrgeizig. Nach mehreren zweiten Plätzen in den vergangenen zwölf Monaten will er wieder einen TV-Titel gewinnen. „Ich weiß, dass ich das Spiel noch immer in mir habe und gut genug bin, Titel zu gewinnen“, sagte der Engländer.
Damit erzählt die World-Series-Rückkehr mehr als nur eine sportliche Comeback-Geschichte. James Wade ist wieder relevant genug für die große internationale Bühne. Gleichzeitig zeigt seine Offenheit, dass der Darts-Zirkus auch für erfahrene Profis nicht nur aus Reisen, Scheinwerfern und Applaus besteht.










