Hungarian Darts Trophy 2026: Für wen Budapest im Ranking besonders wichtig wird

Die Hungarian Darts Trophy 2026 ist nicht nur das nächste Turnier der European Tour. Für mehrere Spieler kann Budapest im Rennen um die European Darts Championship wichtig werden. Denn das Preisgeld im MVM Dome zählt nicht nur für die PDC Order of Merit und die ProTour Order of Merit, sondern auch vollständig für die European Tour Order of Merit – und genau diese Rangliste entscheidet über die 32 Startplätze bei der Europameisterschaft in Dortmund.

Besonders eng ist die Situation rund um die Qualifikationsgrenze. Vor dem Turnier liegt Dave Chisnall mit 25.500 Pfund auf Rang 32 und damit auf dem letzten direkten Startplatz. Dahinter folgen Stephen Bunting mit 23.000 Pfund, Sebastian Bialecki mit 22.500 Pfund sowie Daryl Gurney und Michael Smith mit jeweils rund 22.000 Pfund. Schon ein guter Lauf in Budapest kann diese Reihenfolge verändern.

Budapest kann das Rennen um Dortmund neu sortieren

Das Preisgeld macht deutlich, wie schnell sich die Lage verschieben kann. Bereits für das Erreichen der zweiten Runde gibt es 3.500 Pfund, das Achtelfinale bringt 5.000 Pfund. Im Viertelfinale warten 8.000 Pfund, im Halbfinale 10.000 Pfund, der Finalist erhält 15.000 Pfund und der Turniersieger 35.000 Pfund.

Wer braucht was in Budapest?

Stephen Bunting: 2.500 Pfund hinter Platz 32 – ein Achtelfinale kann reichen, wenn Dave Chisnall früh ausscheidet.

Sebastian Bialecki: 3.000 Pfund Rückstand – mit einem Achtelfinale wäre er im direkten Rennen um die Cut-Line.

Daryl Gurney: Rund 3.500 Pfund Rückstand – eher Achtelfinale bis Viertelfinale, abhängig von der Konkurrenz.

Michael Smith: Ähnliche Ausgangslage wie Gurney – ein tiefer Lauf würde ihn wieder deutlich näher an die Top 32 bringen.

Dave Chisnall: Aktuell auf Platz 32 – jeder eigene Sieg erschwert den Verfolgern die Rechnung.

Alle Szenarien hängen von den Ergebnissen der direkten Konkurrenz ab.

Für Spieler knapp außerhalb der Top 32 bedeutet das: Ein einziges starkes Wochenende kann reichen, um sich von einem Verfolger in einen direkten Qualifikanten zu verwandeln.

Bunting liegt beispielsweise nur 2.500 Pfund hinter Chisnall. Ein Achtelfinale würde 5.000 Pfund einbringen und könnte theoretisch reichen, um an der aktuellen Cut-Line vorbeizuziehen – vorausgesetzt, Chisnall sammelt nicht ebenfalls entsprechend viel Preisgeld.

Bialecki liegt 3.000 Pfund zurück. Auch für ihn wäre ein Lauf bis ins Achtelfinale bereits relevant. Gurney und Smith befinden sich mit ungefähr 3.500 Pfund Rückstand in einer ähnlichen Lage. Bei ihnen hängt allerdings noch stärker davon ab, wie weit die direkte Konkurrenz kommt.

Genau deshalb ist die Rechnung vor Budapest nur eine Momentaufnahme. Ein Spieler kann mit einem guten Turnier mehrere Plätze gewinnen – und trotzdem hinter der Grenze bleiben, wenn die Konkurrenten gleichzeitig ebenfalls tief ins Turnier kommen.

Auch innerhalb der Top 32 ist die Lage noch nicht bequem. Joe Cullen liegt mit 26.000 Pfund nur knapp vor Chisnall. William O’Connor kommt auf 27.500 Pfund, Dirk van Duijvenbode auf 28.000 Pfund. Diese Positionen wirken auf den ersten Blick sicherer, liegen aber noch längst nicht außerhalb der Reichweite eines starken Verfolgers.

Für Martin Schindler ist die Ausgangslage komfortabler. Der Deutsche steht vor Budapest mit 31.000 Pfund auf Rang 27 des European Championship Race und hat damit ein kleines Polster auf die direkte Cut-Line. Ein tiefer Lauf könnte ihn bereits deutlich aus dem gefährdeten Bereich herausbringen.

Weiter oben geht es weniger um die reine Qualifikation als um Positionen und Setzlisten. Wessel Nijman führt die European Tour Order of Merit mit 106.000 Pfund deutlich vor Ross Smith mit 90.000 Pfund und Krzysztof Ratajski mit 76.000 Pfund an. Dahinter folgen Nathan Aspinall, Luke Woodhouse und Josh Rock.

Gerade bei Nijman zeigt sich, wie wertvoll eine starke European-Tour-Saison sein kann. Während er auf der ProTour ohnehin zu den auffälligsten Spielern des Jahres zählt, hat er sich auch in der europäischen Rangliste ein deutliches Polster aufgebaut.

Für andere bekannte Namen ist Budapest dagegen noch einmal eine Chance, Boden gutzumachen. Luke Humphries steht mit 45.000 Pfund auf Rang 13, Michael van Gerwen mit 41.000 Pfund auf Rang 14 und Luke Littler mit 40.000 Pfund auf Rang 15. Alle drei liegen damit klar im Qualifikationsbereich, können ihre Ausgangsposition für Dortmund aber noch deutlich verbessern.

Interessant wird die Hungarian Darts Trophy deshalb vor allem für jene Spieler, die sich zwischen Rang 25 und 40 bewegen. Dort geht es nicht mehr nur um einzelne Plätze, sondern zunehmend um die Frage, wer sich rechtzeitig in eine sichere Position bringt.

Budapest ist dabei noch keine letzte Chance. Nach dem Turnier folgen mit Prag, Antwerpen, Basel und Maastricht vier weitere Events auf der European Tour. Entschieden wird das Rennen um Dortmund an diesem Wochenende also nicht.

Trotzdem beginnt die heiße Phase.

Für die Spitze geht es um Setzpositionen und Ranglistenpunkte. Rund um Platz 32 kann dagegen schon ein Achtel- oder Viertelfinale reichen, um die Ausgangslage deutlich zu verändern. Wer in Budapest früh ausscheidet, hat weiterhin Möglichkeiten zur Korrektur – nur werden diese mit jedem verbleibenden Turnier weniger.

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