Gerwyn Price und die Fans: Schiri-Rückendeckung vor dem Duell mit Littler

Gerwyn Price und das Publikum – diese Beziehung bleibt kompliziert. Kurz vor der Premier League Finals Night in London steht der Waliser erneut im Mittelpunkt einer Fan-Debatte. In Sheffield hatte Price sein Halbfinale gegen Stephen Bunting unterbrochen, nachdem ihn ein Zuschauer offenbar wiederholt gestört hatte. Der Fan wurde anschließend aus der Halle entfernt.

Nun bekommt Price deutliche Rückendeckung von Referee Owen Binks. Der Schiedsrichter machte klar, dass die Partie nicht einfach fortgesetzt werden sollte, solange der störende Zuschauer noch in der Halle war. „Wir hätten das Spiel nicht wieder aufgenommen, bevor er rausgeworfen worden wäre“, sagte Binks auf TikTok sinngemäß.

Für Gerwyn Price ist es nicht die erste Szene dieser Art. Schon bei den International Darts Open in Riesa 2025 war der frühere Weltmeister in eine hitzige Atmosphäre geraten. Damals berichtete der Schweizer „Blick“ über Pfiffe und Zwischenrufe gegen Price. Ein Jahr später ist das Thema wieder da – diesmal unmittelbar vor einem der wichtigsten Abende seiner Saison.

Binks verteidigt Price nach Sheffield-Unterbrechung

Beim letzten regulären Premier-League-Abend in Sheffield wurde das Halbfinale zwischen Price und Stephen Bunting kurzzeitig unterbrochen. Price zeigte mehrfach in Richtung eines Zuschauers, der aus seiner Sicht für die Störungen verantwortlich war. Auch Binks bewegte sich auf der Bühne, um den Verantwortlichen ausfindig zu machen. Erst nachdem die Situation geklärt war, wurde weitergespielt.

Binks erklärte anschließend, Price habe den Störer aus seiner Sicht korrekt identifiziert. Gewöhnlich sei es schwer zu erkennen, wer im Publikum pfeife oder buhe. In diesem Fall habe Price aber genau gesehen, von wem die Störung ausgegangen sei. Der Referee stellte sich deshalb klar hinter das Vorgehen des Walisers.

Dabei ging es Binks nicht darum, Stimmung in der Halle grundsätzlich zu kritisieren. Der Schiedsrichter zog vielmehr eine Grenze zwischen lauter Darts-Atmosphäre und gezielten Störungen während eines Wurfs. Fans dürften feiern, singen und Teil der Show sein. Wer aber gezielt pfeife, um einen Spieler aus dem Rhythmus zu bringen, habe dort nichts verloren. Solche Personen „haben dort nichts zu suchen“, sagte Binks weiter.

Alte Riesa-Debatte bekommt neue Aktualität

Der aktuelle Fall erinnert an frühere Price-Abende in Deutschland. Bei den International Darts Open 2025 in Riesa hatte der „Blick“ die Rolle der deutschen Fans aufgegriffen und geschrieben, Price sei durch Pfiffe und Zwischenrufe aus dem Konzept gebracht worden. Der Sheffield-Vorfall gibt dieser alten Debatte neue Aktualität.

Price polarisiert wie kaum ein anderer Spieler im Dartsport. Seine Körpersprache, seine Emotionen und seine Reaktionen auf der Bühne gehören seit Jahren zu seiner sportlichen Identität. Genau das macht seine Matches oft besonders intensiv – sorgt aber auch dafür, dass sich die Stimmung gegen ihn schneller auflädt als bei vielen anderen Profis.

Binks’ Aussagen verschieben die Debatte nun deutlich. Es geht nicht nur um Price und seine Reaktion, sondern auch um den Schutz der Spieler auf der Bühne. Der Referee erinnerte daran, dass es für die Profis um viel Geld, Karriere und Verantwortung gehe. Darts sei für sie kein lockeres Unterhaltungsspiel, sondern Beruf. „Das ist ihr Leben“, sagte Binks sinngemäß.

Gegen Littler zählt jetzt die Kontrolle

Sportlich endete der Sheffield-Abend für Gerwyn Price trotz der Unterbrechung mit einer Niederlage. Stephen Bunting gewann das Halbfinale mit 6:3 und holte später auch den Tagessieg. Price hatte seinen Platz bei der Premier League Finals Night allerdings bereits sicher.

Am Donnerstag wartet nun in der Londoner O2-Arena das Halbfinale gegen Luke Littler. Damit bekommt die Fan-Debatte einen zusätzlichen sportlichen Rahmen. Price trifft auf den Tabellenführer, auf einen der Publikumsmagneten der Liga und auf einen Spieler, der in dieser Saison erneut enorme Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat.

Für Price wird entscheidend sein, ob er die Nebengeräusche ausblenden kann. Er hat oft genug gezeigt, dass er aus Widerstand Energie ziehen kann. Gegen Littler reicht Emotion allein aber nicht. Der Iceman braucht Kontrolle, Timing und Ruhe in den entscheidenden Momenten.

Die Sheffield-Szene dürfte bis zum O2-Abend trotzdem nachhallen. Price steht wieder im Zentrum einer alten Darts-Frage: Wo endet Atmosphäre, und wo beginnt gezielte Störung? Owen Binks hat darauf eine klare Antwort gegeben. Für ihn war die Unterbrechung kein Drama, sondern die richtige Reaktion.

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