Gary Anderson „außer Rand und Band“ beim World Cup

Gary Anderson kann auch abseits des Boards für Schlagzeilen sorgen. Beim World Cup of Darts musste der zweimalige Weltmeister vor Schottlands Auftakt plötzlich um Cameron Menzies’ Gepäck samt Darts bangen. Danach wurde aus der kurzen Nervosität eine dieser Geschichten, die nur ein Team-Wettbewerb schreiben kann.

Schottland erreichte in Frankfurt das Halbfinale, ehe gegen das spätere Siegerduo England Schluss war. Doch schon vor dem ersten Auftritt gab es Unruhe. Menzies’ Koffer war nach der Reise über Schiphol zunächst nicht angekommen. Für einen Dartspieler ist das mehr als nur verlorene Kleidung: Wenn die eigenen Darts fehlen, beginnt der Turniertag mit einem echten Problem.

Anderson gab im Gespräch mit Viaplay offen zu, dass ihn die Situation beschäftigte. Sein Teamkollege habe am Morgen noch immer auf den Koffer warten müssen. „Oh, ich war nervös“, sagte „The Flying Scotsman“ später über den Moment.

Menzies merkt: Anderson ist nervös

Menzies selbst merkte schnell, dass sein Teamkollege ungewöhnlich angespannt war. „Gary schreibt mir zweimal im Jahr“, sagte der Schotte. An diesem Tag habe Anderson ihm gleich zweimal geschrieben. Spätestens da wusste Menzies: Da ist jemand unruhig geworden.

Der Koffer kam schließlich rechtzeitig am Morgen an, damit war die sportliche Katastrophe abgewendet. Menzies konnte mit seinen eigenen Darts antreten. Ausgerechnet Anderson, um den es im Vorfeld schon mit einem Augenzwinkern als zu beaufsichtigenden World-Cup-Partner gegangen war, machte sich nun selbst wegen Menzies’ Ausrüstung verrückt.

Danach war bei Anderson der typische trockene Humor nicht weit. Er nahm die Fluglinie KLM und die Niederländer augenzwinkernd aufs Korn. Sinngemäß erinnerte er daran, dass die Niederländer einst mit dem Aussterben des Dodos in Verbindung gebracht würden – und nun auch noch Koffer verlieren würden. Danach stellte er sofort klar: „Das ist schottischer Banter.“

Sportlich schadete die Gepäckpanne Schottland jedenfalls nicht. Anderson und Menzies starteten mit einem klaren 8:0 gegen Norwegen in die K.-o.-Phase und legten später ein 8:5 gegen Irland nach. Erst im Halbfinale war gegen England beim 3:8 Endstation.

Gerade solche Randgeschichten machen den World Cup of Darts besonders. Auf der Bühne ging es für Schottland um Ergebnisse, Doppelrhythmus und den Traum vom Finale. Daneben zeigte sich aber auch, wie gut „The Flying Scotsman“ und Menzies als Duo funktionierten: Erst ging es um Fokus und World-Cup-Disziplin, dann um verlorenes Gepäck, fehlende Darts und zwei Nachrichten, die bei Menzies offenbar sofort Alarm auslösten.

Am Ende blieb für Schottland ein Halbfinale und für Anderson eine weitere Anekdote, die perfekt zu ihm passt: ein bisschen Nervosität, ein bisschen Spott, ein bisschen Dodo – und jede Menge schottischer Humor.

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