European Darts Grand Prix: Wessel Nijman nach Searle-Sieg weiter selbstkritisch

Wessel Nijman hat beim European Darts Grand Prix auch den nächsten Härtetest bestanden und Ryan Searle mit 6:2 geschlagen. Der Niederländer überzeugte dabei mit 104,12 Average, vier 180ern, 42,86 Prozent auf die Doppel und einem 105er-Finish. Interessant an Nijman ist im Moment aber nicht nur, dass er weiter gewinnt. Spannender ist, wie er selbst über diesen Lauf spricht. Laut Dartsnews sagte Wessel Nijman mit Blick auf Siege gegen die absolute Spitze: „Wenn man sie schlägt, bedeutet das mehr.“ Genau deshalb ist der Searle-Sieg mehr als nur die nächste starke Zahl im Ergebnisdienst: Er verschiebt die Frage bei Nijman langsam weg vom Talent und hin zur Belastbarkeit seines Aufschwungs.

Nijman gewinnt weiter – aber hebt seinen Lauf nicht künstlich an

Gerade diese Aussage macht das Thema stärker als eine normale Formnews. Dartsnews hatte Nijman zuvor bereits damit zitiert, dass Turniere ohne Luke Littler und Luke Humphries nicht unbedingt leicht, aber womöglich weniger schwer zu gewinnen seien. Das ist genau die Art Einordnung, die bei einem Spieler in dieser Form auffällt. Nijman schützt seine jüngsten Erfolge nicht reflexhaft, sondern misst sie schon jetzt an einem höheren Standard. Das wirkt nicht kleinmachend, sondern wie ein ziemlich klares Verständnis dafür, was der nächste Schritt wirklich verlangt.

Sportlich liefert er diesen Anspruch im Moment allerdings mit. Ian White in Runde eins und Ryan Searle in Runde zwei sind keine Gegner, gegen die man nur wegen eines günstigen Draws weiterkommt. Genau deshalb bekommt der Sieg gegen Searle zusätzliches Gewicht. Nijman spielt nicht nur stark, sondern hält seinen Lauf auch gegen Spieler stabil, die in solchen Turnieren normalerweise selbst gefährlich werden können. Das macht die aktuelle Phase belastbarer als einen bloßen kurzen Hot Streak.

Der eigentliche Test beginnt für Nijman jetzt auf einem anderen Level

Der 6:2-Erfolg gegen Searle macht aus Nijmans Aussagen keinen Widerspruch, sondern ihre Bestätigung. Er fordert von sich bereits mehr, als viele andere ihm gerade abverlangen würden. Genau das kann in dieser Phase entscheidend sein. Spieler, die ihren eigenen Lauf zu früh überschätzen, verlieren oft an Schärfe, sobald der Hype größer wird als das Spiel. Bei Nijman wirkt es derzeit eher umgekehrt: Je besser die Resultate werden, desto klarer formuliert er, was ihm noch fehlt. Das macht ihn im Moment nicht kleiner, sondern gefährlicher.

Damit ist die Geschichte größer als nur ein weiterer Sieg beim European Darts Grand Prix. Der eigentliche Punkt ist nicht allein, dass Wessel Nijman weiterkommt, sondern wie er seinen Aufschwung selbst einordnet. Er wirkt gerade wie ein Spieler, der sportlich längst nach oben drückt, den eigenen Maßstab aber schon höher setzt als die meisten um ihn herum. Genau darin könnte am Ende der Unterschied liegen zwischen einem starken Lauf – und echtem Spitzenniveau.

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