Der European Darts Grand Prix 2026 hat in der Nachmittagssession am Tag 2 den nächsten Schub bekommen – und vor allem Niko Springer hat dabei ein Ausrufezeichen gesetzt. Der Deutsche besiegte Gary Anderson mit 6:3 und sorgte damit für eines der auffälligsten Ergebnisse des Tages. Parallel blieben auch Wessel Nijman, Chris Dobey, Stephen Bunting und Josh Rock auf Kurs, sodass sich das Feld vor der Abendsession bereits deutlich sortiert hat. Gerade das macht diesen Zwischenstand interessant: Der Draw ist nicht mehr nur in Bewegung, er ist bereits spürbar aufgegangen.
Springer wirft Anderson raus – und die Halle geht mit
Aus deutscher Sicht war das Duell zwischen Niko Springer und Gary Anderson der klare Mittelpunkt dieser Session. Springer gewann mit 6:3 und spielte dabei einen Average von 95,44 Punkten, während Anderson bei 90,49 blieb. Noch wichtiger als die nackte Zahl war aber der Gesamteindruck: Springer wirkte in den entscheidenden Momenten stabiler, traf besser auf die Doppel und ließ sich gegen einen der größten Namen im Feld nicht aus dem Rhythmus bringen.
Auch atmosphärisch hatte die Partie Gewicht. Immer wieder waren „Niko Springer“-Rufe aus dem Publikum zu hören, und gerade in den guten Phasen des Deutschen war spürbar, dass die Halle deutlich mitging. Genau solche Spiele verändern den Blick auf ein Turnier. Anderson ist raus, Springer steht in der nächsten Runde – und plötzlich wirkt der deutsche Winkel auf den European Darts Grand Prix deutlich größer als noch am Mittag.
Nijman bestätigt den Lauf, Dobey und Bunting bleiben stabil
Neben Springer hat vor allem Wessel Nijman seine starke Form erneut untermauert. Der Niederländer gewann mit 6:2 gegen Ryan Searle, spielte dabei 104,12 Average, warf vier 180er und checkte 42,86 Prozent seiner Doppel. Damit hat er seine starke Phase nicht nur bestätigt, sondern auch gegen einen Gegner von anderem Kaliber stabilisiert. Bei Nijman geht es inzwischen nicht mehr nur um Talent oder Momentum, sondern immer stärker um die Frage, wie weit ihn dieser Lauf in einem offenen European-Tour-Feld tragen kann.
Auch Chris Dobey erledigte seine Aufgabe souverän. Gegen Andrew Gilding stand am Ende ein klares 6:2, dazu kamen 98,18 Average und ein 164er-Finish. Stephen Bunting setzte sich mit 6:3 gegen Mickey Mansell durch und überzeugte vor allem auf die Doppel, wo er 75 Prozent traf. Josh Rock gewann ebenfalls 6:3 gegen Keane Barry und hielt sich damit ebenso im Rennen wie Jermaine Wattimena, der Kevin Doets mit 6:3 ausschaltete. Krzysztof Ratajski bezwang Mike De Decker 6:4, Danny Noppert musste beim 6:5 gegen Oskar Lukasiak deutlich mehr arbeiten.
Gerade diese Mischung ist für das Turnier jetzt entscheidend. Es gab keine komplette Favoritenbereinigung, aber doch genug Bewegung, um den Nachmittag deutlich mehr sein zu lassen als nur einen Übergangsblock.
Der Draw öffnet sich – und die Abendsession bekommt noch mehr Druck
Nach dem Aus von Anderson und den klaren Siegen von Springer, Nijman, Dobey, Bunting und Rock rückt der European Darts Grand Prix am Abend in die nächste entscheidende Phase. Ab 19:00 Uhr stehen unter anderem Cameron Menzies gegen Ross Smith, Gerwyn Price gegen Dave Chisnall, Nathan Aspinall gegen Jeffrey de Zwaan, Michael van Gerwen gegen Michael Unterbuchner und Martin Schindler gegen Damon Heta auf dem Plan. Der Draw ist damit schon jetzt spürbar aufgebrochen – und genau das erhöht den Druck für die verbliebenen Topnamen zusätzlich.
Die European Darts Grand Prix-Abendsession verspricht deshalb keine normale zweite Tageshälfte, sondern den nächsten Abschnitt in einem Turnier, das bereits offener wirkt als viele andere European-Tour-Events. Mit Schindler und Unterbuchner ist der deutsche Fokus nun noch einmal gewachsen, und genau daraus kann am Abend die nächste große Geschichte entstehen.







