Die European Tour ist zurück in Kiel. Von Freitag bis Sonntag (29.05. – 31.05.) werden in der Ostseehalle die Baltic Sea Darts Open 2026 gespielt – und aus deutscher Sicht bietet das Turnier reichlich Ansatzpunkte. Martin Schindler steigt als gesetzter Spieler erst in der zweiten Runde ein, Niko Springer, Max Hopp, Lukas Wenig, Daniel Klose, Jason Riedtke, Paul Krohne und Marcel Hausotter sind bereits am Freitag (29.05.) in der ersten Runde gefordert.
Das Teilnehmerfeld hat sich vor Turnierbeginn deutlich verändert. Luke Littler und Gary Anderson hatten sich laut PDC Europe ursprünglich nicht für Kiel gemeldet, später sagten unter anderem Luke Humphries, Michael van Gerwen, Jonny Clayton, Gerwyn Price und Josh Rock ab. Dadurch rückten mehrere Spieler über die Reserveliste nach, auch die Setzpositionen verschoben sich.
Für die deutschen Spieler ist Kiel damit mehr als nur ein weiteres European-Tour-Wochenende. In einem veränderten Feld entstehen Chancen – aber auch direkte Bewährungsproben gegen erfahrene internationale Gegner.
Schindler wartet auf Joyce oder Kist
Martin Schindler greift am Samstagabend (30.05.) in das Turnier ein. Der deutsche Spitzenspieler trifft in der zweiten Runde auf den Sieger der Partie zwischen Ryan Joyce und Christian Kist. Auf dem Papier ist das ein unangenehmes Los: Joyce bringt Erfahrung, Rhythmus und Doppelstärke mit, Kist ist ebenfalls ein Spieler, der an guten Tagen über kurze Distanzen gefährlich werden kann.
Für Schindler geht es in Kiel nicht nur um den Einzug in den Finaltag. Die European Tour bleibt ein zentraler Baustein für Preisgeld, Selbstvertrauen und die Position im Rennen um die European Championship. Gerade vor deutschem Publikum kann Schindler ein Turnier wie dieses nutzen, um seine Rolle als feste Größe auf der Bühne weiter zu festigen.
Niko Springer startet dagegen bereits am Freitagabend. Er trifft auf Nandor Major. Für Springer ist es eine machbare, aber nicht zu unterschätzende Auftakthürde. Sollte er gewinnen, wartet in der zweiten Runde Ross Smith – ein deutlich härterer Test und zugleich eine echte Standortbestimmung.
Hopp, Wenig und weitere Deutsche schon am Freitag gefordert
Die deutsche Beteiligung ist in Kiel breit. Max Hopp bekommt es am Freitagnachmittag mit Justin Hood zu tun. Für Hopp ist das Turnier eine weitere Gelegenheit, auf der European-Tour-Bühne wichtige Ergebnisse zu sammeln und sich sportlich wieder stärker in den Vordergrund zu spielen.
Lukas Wenig trifft am Freitagabend auf Kevin Doets. Auch dieses Match hat Gewicht, weil Doets in den vergangenen Monaten immer wieder gezeigt hat, dass er auf der Bühne unangenehm zu bespielen ist. Wenig braucht einen stabilen Start, um sich die Chance auf ein Duell mit Nathan Aspinall am Samstagabend zu erspielen.
Weitere deutsche Erstrundenpartien sind Karel Sedlacek gegen Jason Riedtke, Krzysztof Ratajski gegen Daniel Klose, Dirk van Duijvenbode gegen Paul Krohne und Joe Cullen gegen Marcel Hausotter. Gerade für die Host-Nation-Qualifier ist Kiel damit eine große Bühne: Ein Sieg würde nicht nur Preisgeld bringen, sondern auch ein Match gegen einen gesetzten oder nachgerückten Topspieler ermöglichen.
Kiel spielt um Preisgeld, Ranking und Dortmund-Tickets
Die Baltic Sea Darts Open werden im klassischen K.-o.-System gespielt. Die ersten Runden laufen im Modus Best of 11 Legs, die Halbfinals im Best of 13 Legs und das Finale im Best of 15 Legs. Insgesamt werden bei jedem European-Tour-Event 2026 £230.000 Preisgeld ausgeschüttet, der Sieger erhält £35.000.
Das Preisgeld zählt für mehrere Ranglisten: die PDC Order of Merit, die ProTour Order of Merit und die European Tour Order of Merit. Damit ist Kiel auch ein wichtiger Baustein im Rennen um die European Championship in Dortmund.
Am Sonntag (31.05.) fallen die Entscheidungen. In der Nachmittagssession stehen die Achtelfinals an, am Abend folgen Viertelfinale, Halbfinale und Finale. Titelverteidiger ist Gerwyn Price, der 2025 im Finale Gary Anderson mit 8:3 besiegte – in diesem Jahr ist der Waliser nach seiner Absage allerdings nicht dabei.







