World Matchplay 2026: Wade quält sich ins Viertelfinale – „Ich war verdammt nervös“

James Wade steht beim World Matchplay 2026 erneut im Viertelfinale. Der Engländer setzte sich in den Winter Gardens mit 11:8 gegen Ryan Searle durch. Dabei bestimmte der Routinier mit seiner gewohnt bedächtigen Spielweise den Rhythmus und setzte in den entscheidenden Momenten die deutlich stärkeren Treffer.

Der Engländer beendete die Partie mit einem Average von 99,85 Punkten. Searle kam auf 95,76 Punkte und hielt das Achtelfinale lange offen. Beide Spieler verwandelten exakt 50 Prozent ihrer Versuche auf die Doppel: Der Sieger traf elf von 22, sein Gegner acht von 16.

Auch bei den 180ern gab es mit jeweils vier Maxima keinen Unterschied. Der spätere Sieger erspielte sich jedoch häufiger gute Ausgangspositionen. Bei den Aufnahmen über 140 Punkte lag er mit 16:14 vorne, bei den Scores über 100 Punkte mit 28:22.

Vor allem die hohen Finishes machten den Unterschied. Der Routinier checkte im Verlauf der Partie 121 und 143 Punkte. Gerade das 143er-Finish gab dem Match in einer ausgeglichenen Phase eine neue Richtung. Searles höchstes Checkout lag bei 121 Punkten.

Wade findet nach nervösem Beginn seinen Rhythmus

Der Engländer erwischte mit einer 2:0-Führung den besseren Start. Searle ließ sich davon jedoch nicht abschütteln und glich zunächst zum 3:3 aus. Auch später fand „Heavy Metal“ immer wieder zurück und stellte beim 6:6 erneut den Gleichstand her.

Der frühere Matchplay-Sieger setzte sich anschließend auf 8:6 ab. Searle verkürzte noch einmal, konnte seinen Gegner in der Schlussphase aber nicht mehr aufhalten. Drei der letzten vier Legs gingen an den Routinier, der damit seinen 11:8-Erfolg perfekt machte.

Auffällig blieb dabei der äußerst ruhige Ablauf – auch wenn sein Auftritt gegen Searle für seine Verhältnisse beinahe schon zügig wirkte. In seinem vorherigen Match in Blackpool hatte er beim Gang zum Board und beim Herausholen seiner Darts noch deutlich mehr Zeit verstreichen lassen.

Für einen rhythmischen Spieler wie Searle wurde das Achtelfinale dennoch immer wieder zu einer Geduldsprobe. Wade tat dabei nichts Regelwidriges, zog die Partie aber konsequent in seinen eigenen Takt. Bei ihm liegt die Stärke seit Jahren in der Ruhe – oder, wie seine Gegner wohl sagen würden: In der Ruhe liegt der Wade.

Im anschließenden Sky-Sports-Interview, offenbarte der Sieger allerdings, dass es hinter der äußerlich ruhigen Fassade ganz anders ausgesehen hatte. „Ich war einfach verdammt nervös.“

Normalerweise könne er sich von der Atmosphäre im Publikum tragen lassen. Diesmal habe er jedoch vor allem die negativen Gedanken aufgenommen und sich während der Partie an keinem guten Ort befunden. Er sei froh gewesen, dass Searle seine Möglichkeiten nicht konsequenter genutzt habe.

Das 143er-Checkout bezeichnete Wade als den Moment, der ihm den dringend benötigten Schub gegeben habe. „Ich war flach wie ein Pfannkuchen und wollte einfach, dass irgendetwas passiert.“

Am Ende überwog die Erleichterung. Auch nach vielen Jahren auf der Tour und nun 14 Viertelfinalteilnahmen in Blackpool bleibt Darts für Wade weit mehr als nur ein Beruf. „Darts ist ein Teil meines Lebens, ein Teil von dem, was ich bin. Ich kann davon nicht weggehen.“

Im Viertelfinale trifft James Wade nun auf Gian van Veen. Der Niederländer hatte sich zuvor nach Verlängerung mit 14:12 gegen Wessel Nijman durchgesetzt.

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