World Matchplay 2026: Van Veen ringt Wade nieder – Halbfinale für „The Giant“

Gian van Veen steht erstmals in seiner Karriere im Halbfinale des World Matchplay. Der Niederländer setzte sich in einem lange unscheinbaren, später jedoch hochspannenden Viertelfinale mit 16:13 gegen James Wade durch. Obwohl „The Giant“ beim Scoring über weite Strecken unterlegen war, entschied seine deutlich bessere Doppelquote die Partie.

Der Niederländer erwischte den besseren Start und führte nach den ersten fünf Legs mit 3:2. Das Zahlenbild sprach zu diesem Zeitpunkt allerdings für den 43-Jährigen. „The Machine“ spielte den höheren Average, erzielte die erste 180 und löschte 108 Punkte. Die Nummer 3 der Welt nutzte seine Möglichkeiten auf den Doppeln jedoch konsequenter und baute den Vorsprung bis zur zweiten Pause auf 6:4 aus.

Auch danach blieb das Bild ähnlich. Er produzierte das stabilere Scoring, während Van Veen in den entscheidenden Momenten zur Stelle war. Das größte Ausrufezeichen setzte er mit einem 160er-Finish zum 9:6. Nach 15 Legs führte „The Giant“ mit 9:6, obwohl sein Average weiterhin deutlich unter dem seines Gegners lag.

Van Veen bezeichnete seine Leistung später selbst als schwach. Besonders mit seinem Scoring war er unzufrieden. Im bisherigen World Matchplay habe dieser Bereich deutlich besser funktioniert, diesmal sei er jedoch nicht auf dem gewünschten Niveau gewesen. „Mein Finishing hat mich wieder durchgebracht“, fasste er den entscheidenden Unterschied im Sky Sports-Interview zusammen.

Van Veen setzte sich zunächst auf 11:7 ab, doch die Nummer 6 der Werlt war mental nie aus der Partie. Der erfahrene Engländer blieb in seinem Rhythmus, erhöhte sein Niveau und gewann vier Legs hintereinander. Beim 11:11 war der frühere Vorsprung des Niederländers vollständig aufgebraucht.

Aus der bis dahin eher ruhigen Begegnung entwickelte sich ein leiser Van-Veen-Wade-Krimi. „The Giant“ legte zum 12:11 erneut vor, Wade antwortete sofort. Beim 12:12 war das Viertelfinale vollständig offen. Erst mit den Legs zum 13:12 und 14:12 verschaffte sich der Niederländer wieder etwas Luft.

Van Veen räumte nach dem World-Matchplay-Match ein, dass ihm Wades schwächere Anfangsphase geholfen habe. Gerade in den ersten zehn bis 15 Legs habe der Engländer nicht so stark gescort wie in seinen vorherigen Partien. Nach der letzten Pause änderte sich das Bild jedoch. Wade wurde stärker, verkürzte erneut und erhielt dabei immer mehr Unterstützung vom Publikum.

Wichtiges 118er-Finish in der Schlussphase

In dieser Phase benötigte Van Veen einen besonderen Moment – und lieferte ihn mit einem 118er-Checkout. Das Finish stoppte Wades Druck und verhinderte, dass die Stimmung im Winter Gardens endgültig auf die Seite des früheren Champions kippte. Kurz darauf antwortete Wade zwar mit einem 121er-Finish, doch der Niederländer hielt seine knappe Führung.

Nach dem 15:13 ließ er keinen weiteren Durchgang mehr zu und verwandelte den Vorsprung zum 16:13-Erfolg. Damit zog er erstmals beim World Matchplay in die Vorschlussrunde ein. Am Ende spielte der 43-Jährige mit 97,05 Punkten den höheren Average. Van Veen kam auf 93,04 Punkte. Auch bei den 180ern lag der Engländer mit 7:4 vorne. Den Ausschlag gab jedoch die Doppelquote: Der Sieger verwandelte 16 seiner 28 Versuche und erreichte starke 57,14 Prozent. Wade nutzte 13 von 31 Chancen und kam auf 41,94 Prozent. Mit dem 160er-Finish erzielte der Niederländer zudem das höchste Checkout der Begegnung.

Eine klare Erklärung für die Scoringprobleme hatte er nicht. Im Trainingsraum habe er sich noch gut gefühlt, auf der Bühne sei sein erster Dart jedoch immer wieder zu tief gefallen. Dieses Problem begleite ihn bereits seit einigen Monaten.

Viel Zeit zur Korrektur bleibt ihm nicht. Im Halbfinale trifft „The Giant“ auf Gerwyn Price, gegen den er in der Premier League bereits zahlreiche Duelle bestritten hat. „Ich habe ungefähr 20 Stunden, um das in Ordnung zu bringen“, sagte der 24-Jährige. Gegen Price müsse er deutlich besser spielen. Er weiß, dass die Leistung aus dem Viertelfinale nach eigener Einschätzung für den nächsten Schritt nicht reichen dürfte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert