Neun Finals, sechs Players-Championship-Titel und eine deutliche Führung auf dem Floor – Wessel Nijmans Zahlen in der Saison 2026 sind außergewöhnlich. Trotzdem haftet seiner bisherigen Spielzeit ein Makel an: Dort, wo die größte Aufmerksamkeit liegt, fehlt ihm noch der große Durchbruch.
Auch Jermaine Wattimena erlebt derzeit eine starke Saison. Mit seinem Sieg bei Players Championship 27 erreichte der Niederländer bereits zum vierten Mal 2026 ein ProTour-Finale. Das ist bemerkenswert, zeigt im direkten Vergleich aber zugleich, wie groß der Abstand zum dominierenden Spieler auf dem Floor inzwischen geworden ist.
Nijman ist der Maßstab – doch der große Beweis fehlt noch
Der 26-Jährige hat sich in der laufenden Saison eine Dominanz erarbeitet, die kaum zu übersehen ist. Sechs Players-Championship-Titel stehen bereits zu Buche. Dazu kommen neun ProTour-Finalteilnahmen. Kein anderer Spieler kommt derzeit auch nur annähernd an diese Konstanz heran.
Und genau deshalb wird seine Saison inzwischen an einem anderen Maßstab gemessen.
Auf der ProTour hat Nijman längst bewiesen, dass er zur absoluten Spitze gehört. Sechs Titel und neun Finals sind kein Produkt einzelner guter Tage, sondern Ausdruck einer außergewöhnlichen Stabilität über viele Monate hinweg.
Die Frage lautet deshalb nicht mehr, ob er auf dem Floor bestehen kann. Sie lautet, wann er diese Form auch bei einem großen TV-Turnier in einen vergleichbaren Lauf umsetzt.
Denn die Anforderungen unterscheiden sich. Die ProTour verlangt über einen langen Turniertag enorme Konstanz unter weitgehend gleichbleibenden Bedingungen. Auf der TV-Bühne kommen längere Distanzen, Pausen, Publikum und ein anderer mentaler Druck hinzu.
Genau dort fehlt Nijman 2026 bislang noch der ganz große Durchbruch. Seine Leistungen bei den Majors waren bisher nicht auf dem Niveau seiner Floor-Saison. Das schmälert seine ProTour-Bilanz nicht, macht aber deutlich, wo der nächste Entwicklungsschritt liegen muss.
Bei Players Championship 27 zeigte sich erneut, wie konstant der Niederländer geworden ist. Auch dort erreichte er wieder die Schlussphase des Turniers. Selbst wenn es diesmal nicht zum Titel reichte, blieb er erneut bis tief in den Wettbewerb hinein gefährlich.
Auch in der Players Championship Order of Merit spiegelt sich diese Konstanz wider: Der 26-Jährige führt die Rangliste deutlich an.
Das ist inzwischen fast schon zur Normalität geworden.
Auch Wattimena hat 2026 einen deutlichen Schritt gemacht. Vier Finalteilnahmen auf der ProTour sind längst keine Momentaufnahme mehr. Spätestens mit seinem Titel bei Players Championship 27 hat der Niederländer bestätigt, dass seine Saison nicht nur aus einzelnen guten Tagen besteht.
Im direkten Vergleich mit Nijman bekommen diese vier Finals allerdings eine andere Dimension.
Der 38-Jährige erlebt eine seiner konstantesten Phasen überhaupt. Nijmans neun Endspiele zeigen gleichzeitig, wie weit der Maßstab derzeit verschoben ist. Während sein Landsmann eine starke Saison spielt, bewegt sich der Führende statistisch noch einmal in einer eigenen Kategorie.
Genau dieser Vergleich macht die Zahlen interessant.
Der Erfolg bei PC27 unterstreicht außerdem, dass Wattimena mittlerweile auch gegen starke Gegner über mehrere Runden bestehen kann. Der Titel ist deshalb mehr als nur ein weiterer Eintrag in seiner Bilanz. Er bestätigt eine Entwicklung, die sich bereits über Monate abgezeichnet hat.
Bei ihm geht es inzwischen weniger darum, ob er auf der ProTour mithalten kann. Entscheidend wird sein, ob er diese Form auch dann konservieren kann, wenn die Turniere größer, die Distanzen länger und der Druck höher werden.
Für Nijman liegt die Messlatte allerdings noch einmal deutlich höher.
Wer sechs Players Championships gewinnt und neun Finals erreicht, wird irgendwann nicht mehr daran gemessen, ob noch ein weiterer Floor-Titel dazukommt. Die nächste Frage lautet automatisch, ob daraus auch auf der großen Bühne etwas entsteht.
Genau darin liegt die Spannung für den Rest der Saison.
Nijman muss nicht mehr beweisen, dass er auf der ProTour zur Elite gehört. Das haben seine Zahlen längst erledigt.
Jetzt geht es darum, ob aus der Floor-Dominanz auch ein großer TV-Erfolg wird.










