Mitchell Lawrie: „The Nuke“ traut ihm Großes zu

Wenn „The Nuke“ über den nächsten großen Namen im Darts spricht, hört die Szene hin. Luke Littler hat dabei Mitchell Lawrie auf dem Zettel – einen 15-jährigen Schotten, der die JDC Advanced Tour derzeit fast nach Belieben dominiert.

In einer Quick-Fire-Runde bei The Athletic wurde Littler gefragt, welchem jungen Talent er zutraue, in seine Fußstapfen zu treten. Seine Antwort fiel nicht beliebig aus. „Es gibt ehrlich gesagt so viele, aber ich würde den schottischen Jungen Mitchell Lawrie nennen“, sagte der Weltranglistenerste.

Das ist ein schöner Ritterschlag. Aber es ist auch ein gefährlicher Satz.

Denn im Darts geht es inzwischen schnell. Ein paar starke Jugendturniere, ein prominenter Vergleich, ein Name aus dem Mund von „The Nuke“ – und plötzlich entsteht aus einem Talent eine Erwartung. Genau deshalb ist der 15-Jährige interessant. Nicht, weil er automatisch der nächste Littler werden muss. Sondern weil seine Zahlen erklären, warum die Szene überhaupt hinschaut.

Spielerfacts
Name
Mitchell Lawrie
Spitzname
Wee Sox
Land
Schottland
Alter
15 Jahre
Aktuelle Serie
36 Siege in Folge auf der JDC Advanced Tour
Saison 2026
12 Titel aus 20 Advanced-Tour-Events

Lawrie bekommt Aufmerksamkeit – und genau das ist der nächste Test

„Wee Sox“, spielt längst nicht mehr unter dem Radar. Auf der JDC Advanced Tour gewann er zuletzt vier Events an einem Wochenende in Bristol und baute seine Serie auf 36 Siege in Folge aus. Insgesamt steht er in dieser Saison bei zwölf Titeln aus 20 Turnieren.

Das sind keine netten Nachwuchszahlen mehr. Das ist Dominanz.

Im Jugendbereich verschieben solche Serien die Wahrnehmung schnell. Der schottische Youngster ist nicht mehr nur ein Talent, das irgendwann einmal interessant werden könnte. Er ist aktuell der Spieler, an dem sich andere Nachwuchsspieler messen müssen. Wer in diesem Alter so konstant gewinnt, landet zwangsläufig auf dem Radar der größeren Dartswelt.

Interessant ist auch der Kontrast in derselben Fragerunde. Auf die Frage, gegen welchen zurückgetretenen Spieler er gerne gespielt hätte, antwortete Littler knapp: „Phil Taylor.“ Bei der Vergangenheit landet er also beim größten Namen des Sports. Bei der Zukunft nennt er Lawrie.

Dazu passt auch sein Lauf bei der WDF-WM. Lawrie erreichte mit 15 Jahren das Finale der WDF World Championship und zeigte damit, dass seine Leistungen nicht nur aus Jugendturnieren stammen. Trotzdem bleibt der wichtigste Schritt noch vor ihm. Der Übergang in den härteren Erwachsenenbereich entscheidet im Darts oft mehr als jeder Jugendtitel.

Genau deshalb sollte man mit dem Etikett „nächster Littler“ vorsichtig sein. Es klingt gut, klickt gut und schreibt sich leicht. Fair ist es aber nur selten. Littler ist kein normaler Entwicklungsplan, sondern ein Ausnahmefall. Wer jeden starken Jugendlichen direkt an ihm misst, macht aus Anerkennung schnell Druck.

Für Lawrie wäre der bessere Blick deshalb ein anderer: Er muss nicht Littler kopieren. Er muss aus seiner eigenen Dominanz den nächsten Schritt bauen. Mehr Turniere, mehr Erfahrung, mehr Bühne, mehr Widerstand. Dann wird sich zeigen, ob aus „Wee Sox“ nicht nur ein starker Jugendspieler, sondern ein Name für den Profi-Darts wird.

Littlers Aussage hilft ihm trotzdem. Sie bringt Aufmerksamkeit, sie bringt Respekt, sie zeigt, dass der WDF-WM-Finalist nicht nur in Ergebnislisten auffällt. Wenn einer wie „The Nuke“ einen Nachwuchsspieler nennt, bleibt das hängen. Vor allem dann, wenn die Zahlen dazu passen.

Mitchell Lawrie ist noch kein fertiger Star. Aber er ist auch längst nicht mehr nur ein schottisches Talent für die Zukunft. Der 15-Jährige hat sich in eine Position gespielt, in der selbst Luke Littler genauer hinschaut.

Und vielleicht ist genau das im Moment die passendste Einordnung: Der Advanced-Tour-Seriensieger ist nicht der nächste Littler. Er ist der erste Mitchell Lawrie, über den man jetzt ernsthaft sprechen muss.

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