Josh Rock: „Ich will meinen ersten großen Einzel-Majortitel“

Josh Rock steht vor seinem ersten Auftritt auf amerikanischem Boden – und denkt längst über New York hinaus. Der 25-Jährige trifft bei den US Darts Masters im Madison Square Garden auf Jim Long. Für „Rocky“ ist das Debüt in den Vereinigten Staaten ein besonderer Karrierepunkt, aber vor allem ein weiterer Schritt auf dem Weg zu seinem großen Ziel: dem ersten Major-Titel im Einzel.

Im Gespräch mit talksport sprach der Nordire mit sichtbarer Vorfreude über seine erste USA-Reise. „Schon nach Amerika zu kommen, bedeutet mir viel“, sagte er. Für ihn und seine Frau sei es die erste Reise in die Vereinigten Staaten. Schon jetzt sei klar, dass er wiederkommen wolle.

Der Rahmen macht den Auftritt zusätzlich speziell. Der Madison Square Garden steht für große Kämpfe, große Namen und große Sportmomente. Josh Rock, der nach eigenen Angaben viel Boxen und UFC verfolgt hat, weiß genau, auf welcher Bühne er nun steht. Seinen Namen im Madison Square Garden zu hören, werde etwas Besonderes sein.

Für den Premier-League-Spieler ist New York damit mehr als nur ein World-Series-Termin. Es ist ein Prüfstein für einen, der in den vergangenen Jahren vom hochtalentierten Herausforderer zum festen Bestandteil der erweiterten Weltspitze geworden ist. Die Premier League verlief nicht durchgehend nach Wunsch, doch die vielen TV-Abende haben Spuren hinterlassen – im positiven Sinn. „TV-Erfahrung ist die beste Erfahrung“, sagte er.

Rock will mehr als starke Momente

Dass der 25-Jährige große Momente kann, zeigte er zuletzt erneut beim World Cup of Darts. Gemeinsam mit Daryl Gurney ging Nordirland als Titelverteidiger ins Turnier. Der erneute Triumph blieb aus, doch seine 144er-Finish im Viertelfinale gegen Lettland blieb hängen. Madars Razma stand bereits auf einem Matchdart, die >Nummer 8 der Welt stellte sich ans Oche – und löschte die 144.

„Diese Szene zeigt einfach Mut“, sagte Rock rückblickend. Genau solche Momente seien es, in denen ein Spieler liefern müsse. Besonders im Nationaltrikot sei der Druck noch einmal anders, weil es nicht nur um das eigene Turnier, sondern auch um das Land gehe.

Der Satz passt zum Nordiren. Er lebt von Tempo, Selbstvertrauen und einer gewissen Angriffslust. Aber genau deshalb ist interessant, dass er seine Ziele inzwischen nicht mehr vorsichtig formuliert. Der World Cup ist für ihn ein großer Erfolg, aber offenbar nicht mehr genug, um die persönliche Karrierebilanz abzurunden.

„Ich will meinen Stempel bei den Einzel-Majors hinterlassen“, sagte Rock. Besonders das World Matchplay und die Weltmeisterschaft hat er für den Rest des Jahres klar im Blick. In Blackpool erreichte er im vergangenen Jahr das Halbfinale und verlor dort einen engen Kampf gegen den späteren Champion Luke Littler. Nun will er zurück in die Winter Gardens – und diesmal mehr.

Damit verschiebt Rock selbst die Erwartungshaltung. Es geht nicht mehr nur darum, dass er gefährlich sein kann. Es geht darum, dass er sich reif genug fühlt, ein großes Einzelturnier tatsächlich zu gewinnen. Der World Cup zählt offiziell als Major, doch Rock trennt hier klar zwischen Team-Erfolg und persönlichem Durchbruch. „Ich will einfach meinen ersten großen Einzel-Majortitel“, machte er deutlich.

New York kommt dafür zu einem passenden Zeitpunkt. Das US Darts Masters ist kein Ranking-Major, aber eine große Bühne mit kurzer Distanz, starker Besetzung und sofortigem Druck. Wer dort gut spielt, nimmt Selbstvertrauen mit nach Blackpool. Wer dort schwankt, bekommt ebenfalls schnell gespiegelt, wo noch Arbeit wartet.

Für Rock geht es gegen Jim Long zunächst um den Einzug in den Finaltag. Danach könnten die ganz großen Namen warten. Genau solche Konstellationen braucht er, wenn aus dem Anspruch Realität werden soll. Denn Josh Rock will nicht mehr nur zeigen, dass er mithalten kann. Er will jetzt beweisen, dass er gewinnen kann.

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