Joe Cullen fordert vor dem Finaltag in Sindelfingen konsequentes Vorgehen gegen Störer

Der Ärger um störende Pfeifer beim European Darts Grand Prix in Sindelfingen hat schon vor dem Finaltag (19.04., ab 13:00 Uhr) für Diskussionen gesorgt. Joe Cullen bezog nach seinem 6:3-Sieg gegen Gian van Veen klar Stellung und forderte ein konsequenteres Vorgehen gegen solche Störer. Der Engländer lobte die deutschen Fans grundsätzlich, machte aber ebenso deutlich, dass Pfeifen aus seiner Sicht dem Spiel schadet.

Cullen lobt die Fans – und fordert trotzdem klare Grenzen

Bei einem englischen Dartsportal fand Cullen dafür klare Worte, ohne das Publikum insgesamt anzugreifen. „Die deutschen Fans sind unglaublich, aber bitte nur eine Sache: Hört einfach mit dem Pfeifen auf. Oder wenn jemand neben euch pfeift, dann werdet ihn los, denn das verdirbt einfach die Spiele“, sagte der Engländer im Gespräch mit Oche180. Damit war klar, worauf seine Kritik zielte: nicht auf die Stimmung in der Halle, sondern auf den kleinen Teil der Zuschauer, der mit gezieltem Pfeifen negativ auffällt.

Wichtig für die Einordnung war auch sein Nachsatz. „Mir ist das heute Abend nicht passiert, aber es ist ein paar Mal vorgekommen.“ Cullen sprach also nicht nur über sein eigenes Match, sondern über ein Problem, das im Verlauf des Turniers mehrfach sichtbar geworden war.

Gerade dadurch bekommt die Aussage Gewicht. Cullen redete nicht allgemein über Lautstärke oder Atmosphäre, sondern über eine Grenze, die im Darts immer wieder Thema ist: Stimmung gehört dazu, bewusstes Stören im Wurf nicht. Gerade die European Tour lebt von Nähe, Lautstärke und einem Publikum, das Spiele hörbar mitträgt. Wenn daraus aber Pfeifen in entscheidenden Momenten wird, kippt die Atmosphäre. Dann geht es nicht mehr um Stimmung, sondern um Eingriffe in den sportlichen Ablauf.

Auch in Sindelfingen war das Thema längst sichtbar

Dass das in Sindelfingen kein Randthema war, hatte sich bereits zuvor gezeigt. Im Match zwischen Dave Chisnall und Gerwyn Price griff Schiedsrichter Huw Ware auf der Bühne ein und machte Security wie Publikum unmissverständlich klar, dass bei weiterem Whistling ein sofortiger Rauswurf drohe. Das war mehr als ein kurzer Hinweis des Callers. Es zeigte, dass das Thema an diesem Wochenende spürbar genug geworden war, um sogar den Ablauf eines Spiels zu berühren.

Damit ist auch die sportliche Einordnung klar. Darts braucht Emotionen, Lautstärke und ein Publikum, das auf enge Legs reagiert. Aber der Sport braucht keine Zuschauer, die bewusst in Würfe hinein pfeifen und damit aus einer aufgeheizten Atmosphäre einen Störfaktor machen. Wer Darts auf hohem Niveau sehen will, will Druck, Qualität und Nervenstärke sehen – nicht die Frage, welchen Einfluss einzelne Zuschauer auf den Wurf haben.

Entscheidend ist dabei auch, was Joe Cullen gerade nicht getan hat. Er hat nicht pauschal das deutsche Publikum angegriffen. Im Gegenteil: Er lobte die Fans ausdrücklich und trennte klar zwischen der Stimmung in der Halle und dem Verhalten der wenigen, die negativ auffallen. Genau das verleiht seiner Aussage Gewicht. Sie ist weder überdreht noch unfair, sondern bemerkenswert präzise.

Warum die Debatte den Sport selbst betrifft

Für den European Darts Grand Prix bleibt das trotzdem ein unschöner Nebenton. Sportlich hatte Sindelfingen schon vor dem Finaltag genug zu bieten: enge Matches, große Namen und mit Niko Springer sowie Martin Schindler auch starke deutsche Blickwinkel. Wenn dann erneut das Verhalten einzelner Zuschauer zum Thema wird, verschiebt sich der Fokus weg vom Sport. Genau deshalb spricht vieles dafür, in solchen Fällen früher und konsequenter einzugreifen.

Unterm Strich ist Cullens Aussage deshalb mehr als nur ein markantes Zitat nach dem Match. Sie benennt ein Problem, das im Darts nicht neu ist und in Sindelfingen wieder sichtbar geworden ist. Wenn European-Tour-Events ihre Atmosphäre behalten und sportlich sauber bleiben sollen, sollte es bei Pfeifern möglichst keinen Graubereich geben. Joe Cullen hat das schon vor dem Finaltag deutlich angesprochen.

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