Ein Robin Hood gehört zu den kuriosesten Momenten im Darts. Gemeint ist eine Situation, in der ein geworfener Dart nicht im Board landet, sondern im Shaft oder Flight eines bereits steckenden Darts hängen bleibt. Der Dart steckt dann scheinbar spektakulär „im anderen Dart“ – sieht gut aus, bringt aber meistens keine Punkte.
Der Begriff ist an die bekannte Legende angelehnt, in der ein Pfeil einen bereits steckenden Pfeil trifft oder spaltet. Im Darts passiert etwas Ähnliches: Der zweite Dart trifft nicht die Scheibe, sondern den ersten Dart. Besonders bei eng gruppierten Würfen rund um Triple 20 kann das passieren, weil dort mehrere Darts auf sehr engem Raum landen.
Für viele Spieler ist so ein Wurf gleichzeitig ärgerlich und faszinierend. Einerseits zeigt er, dass der Dart nah am Ziel war. Andererseits zählt der Versuch in der Regel nicht, wenn seine Spitze nicht im Board steckt. Aus einem eigentlich guten Gruppierungswurf wird dadurch schnell ein Nullwurf.
Was bedeutet Robin Hood im Darts?
Ein solcher Wurf entsteht, wenn ein Dart in einem anderen Dart hängen bleibt. Meist bohrt sich die Spitze des geworfenen Darts in den Shaft oder trifft den Flight so unglücklich, dass der Dart dort stecken bleibt. Das passiert besonders häufig, wenn die Darts sehr dicht beieinander gruppiert sind.
Typisch ist die Situation auf der Triple 20. Ein Spieler wirft den ersten Dart sauber ins Triple-20-Feld. Der zweite oder dritte Dart kommt auf ähnlicher Linie hinterher, trifft aber nicht mehr die freie Fläche im Board, sondern den bereits steckenden Dart. Dann steckt der neue Dart nicht in der Scheibe, sondern im Material des ersten Darts.
Ein Robin Hood ist also kein offizieller Regelbegriff im engeren Sinn, sondern ein sehr geläufiger Ausdruck aus der Dartssprache. Gerade weil der Moment optisch auffällt, wird er oft fotografiert, kommentiert oder nach dem Leg lachend gezeigt.
Zählt ein Robin Hood als Treffer?
Entscheidend ist nicht, wie spektakulär der Dart aussieht, sondern ob die Spitze im Board steckt beziehungsweise gültig die Scheibe berührt. Steckt der Dart nur im Shaft oder Flight eines anderen Darts, zählt er normalerweise nicht. Der Wurf bringt dann keine Punkte, auch wenn er direkt vor dem gewünschten Feld hängt.
Anders ist es nur, wenn die Spitze des Darts tatsächlich im Board steckt. Dann zählt der Bereich, in dem die Spitze steckt, nicht die Position des Barrels oder Flights. Beim klassischen Robin Hood ist das aber gerade nicht der Fall: Der Dart bleibt im anderen Dart hängen und erreicht die Scheibe nicht gültig.
Für Spieler kann so ein Wurf trotzdem ein Hinweis sein. Er zeigt oft, dass die Gruppierung stimmt und die Darts sehr eng beieinander landen. Gleichzeitig kann er Material beschädigen. Shafts und Flights können aufreißen, brechen oder so stark verformt werden, dass sie ausgetauscht werden müssen.
Deshalb ist der Robin Hood im Darts ein kurioser Mischmoment: optisch spektakulär, technisch nah am Ziel, regeltechnisch aber meist wertlos. Ein Robin Hood sieht aus wie ein Treffer für die Galerie – zählt aber nur dann, wenn die Spitze wirklich im Board steckt.










