Development Tour 2026: Weber greift nach zweitem Titel die WM-Plätze an

Leon Weber hat den Milton-Keynes-Block der PDC Development Tour aus deutscher Sicht geprägt. Nach seinem Titel bei Event 7 legte der 23-Jährige auch bei Event 9 nach und gewann damit sein zweites Turnier innerhalb weniger Tage. Noch wichtiger als der nächste Titel ist aber die neue Ausgangslage in der Rangliste: Weber rückt in der Development Tour Order of Merit auf Platz fünf vor und liegt nur noch 150 Pfund hinter den Plätzen, die am Saisonende für WM-Qualifikation und Tour-Card-Vergabe entscheidend sind.

Über die Development Tour Order of Merit werden am Saisonende auch Startplätze für die World Darts Championship vergeben. Damit hat der Deutsche in Milton Keynes nicht nur zwei Titel gesammelt, sondern seine Perspektive für den weiteren Saisonverlauf deutlich verändert. Zwar folgte bei Event 10 am Sonntag ein frühes Aus gegen Ieuan Halsall, doch am Gesamtbild des Wochenendes ändert das wenig. Der zweimalige Event-Sieger hat sich mit zwei Titeln in eine Position gespielt, aus der die WM-Plätze plötzlich sehr konkret wirken.

Weber legt bei Event 9 nach

Bereits am Freitag hatte der 23-Jährige bei Event 7 für das deutsche Highlight gesorgt. Im deutsch-deutschen Finale setzte er sich gegen Dominik Grüllich durch und krönte einen starken Abend, an dem auch Lenny Schlüter das Viertelfinale erreicht hatte. Dieses Ergebnis war schon für sich genommen bemerkenswert. Durch den zweiten Titel bei Event 9 wurde daraus aber mehr als ein einzelner Lauf. Entscheidend ist dabei nicht nur der zweite Titel selbst, sondern die Wiederholung: Weber bestätigte innerhalb eines Blocks, dass Event 7 kein einmaliger Ausschlag nach oben war.

Bei Event 9 startete der spätere Turniersieger erneut stark. Gegen Julian Zwergel legte er zum Auftakt mit einem Average im Bereich von 96 Punkten los, auch gegen Lucas Bates blieb sein Niveau ähnlich hoch. Danach folgten zwei klare 4:0-Siege gegen Merlin Nicolaus und Owen Bates. Erst im Achtelfinale gegen Lewy Williams gab Weber wieder Legs ab, blieb mit einem 97er Average aber weiter klar auf Kurs.

Im Viertelfinale wartete mit Florian Preis erneut ein deutscher Gegner. Auch dieses Duell entschied der Deutsche mit 5:2 für sich und spielte dabei erneut im Bereich eines 97er Averages. Im Halbfinale kam es zur Neuauflage des Event-7-Finales gegen Dominik Grüllich – und wieder setzte sich der 23-Jährige durch.

Im Finale von Event 9 traf Weber auf Ben Townley. Dort blieb er erneut stabil und entschied das Endspiel für sich. Der Deutsche startete mit einem 19-Darter in das Finale, holte sich später mit einem 14-Darter die 2:1-Führung und zog nach dem zwischenzeitlichen 2:2 drei Legs in Folge an. Damit machte er den zweiten Titel des Wochenendes perfekt.

Event 10 bremst den Lauf nur kurz

Am Sonntag lief es für Weber bei Event 10 nicht mehr so erfolgreich. In der Runde der letzten 64 verlor er gegen Ieuan Halsall mit 0:4. Laut offizieller Angaben kam der 23-Jährige dabei auf einen Average von 84,10, während Halsall 91,09 Punkte im Schnitt spielte. Auffällig war vor allem die Doppelstatistik: Der Deutsche erhielt nur vier Darts auf Doppel und traf keinen davon, Halsall bekam zwölf Chancen und nutzte vier.

Das 0:4 war ein Dämpfer, aber kein Bruch. Nach zwei Titeln in drei Events ist ein frühes Aus eher Teil der Härte solcher Turnierblöcke als ein Gegenargument zu seinem starken Wochenende. Auf der Development Tour kann ein einzelnes Event schnell vorbei sein, wenn Scoring, Doppel und Timing nicht gleichzeitig passen.

Für den zweimaligen Event-Sieger bleibt entscheidend, was er davor aufgebaut hat. Zwei Titel in Milton Keynes sind ein massiver Schritt in der Rangliste. Das Event-10-Aus ändert nichts daran, dass der 23-Jährige aus diesem Block als einer der großen Gewinner hervorgeht.

Auch der deutsche Blick auf das Wochenende endet nicht beim Turniersieger. Bei Event 8 erreichte Kimi Seemann das Achtelfinale und setzte damit ebenfalls ein Ausrufezeichen. Dominik Grüllich blieb mit mehreren tiefen Läufen im Fokus und stand Weber sowohl im Finale von Event 7 als auch im Halbfinale von Event 9 gegenüber. Florian Preis erreichte bei Event 9 das Viertelfinale, musste dort aber ausgerechnet gegen den späteren Titelträger die nächste deutsche Hürde nehmen.

Warum Webers Wochenende mehr bedeutet

Auf der Development Tour entscheidet nicht ein einzelnes starkes Match über die Saison. Entscheidend ist, wer über mehrere Events hinweg wiederholt tief läuft. Genau dort hat Weber in Milton Keynes ein klares Signal gesetzt. Event 7 war der Anfang, Event 9 die Bestätigung.

Spätestens nach dem zweiten Titel wirkt dieses Wochenende nicht mehr wie ein einzelner Ausreißer, sondern wie ein ernsthafter Angriff auf die Spitzenplätze der Development Tour. Platz fünf und nur 150 Pfund Rückstand auf die WM-Zone sind in einer Serie mit mehreren verbleibenden Events kein großer Abstand mehr.

Gerade diese Häufung macht das Wochenende aus deutscher Sicht interessant. Es war nicht nur ein einzelner Lauf, sondern ein Block, in dem mehrere deutsche Spieler sichtbar wurden. Trotzdem sticht der 23-Jährige klar heraus, weil er die tiefen Runs nicht nur sammelte, sondern zweimal in Titel verwandelte.

Milton Keynes hat die Saison des 23-Jährigen verändert. Aus einem starken deutschen Wochenende ist ein konkreter Angriff auf die WM-Plätze geworden. Jetzt muss der Tour-Card-Inhaber in den kommenden Blöcken bestätigen, dass er nicht nur ein Wochenende dominieren kann, sondern dauerhaft Druck auf die Spitze der Rangliste ausübt.

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