An zwei Tagen wurden bei den Players Championships 25 und 26 in Hildesheim insgesamt 254 Partien und 2.299 Legs gespielt. Dafür benötigten die 128 Teilnehmer 70.409 Darts. Während Henry Coates am Dienstag ohne Tour Card seinen ersten PDC-Ranglistentitel gewann, wiederholte Sebastian Bialecki einen Tag später seinen Erfolg aus dem Vorjahr.
Die nackten Ergebnisse erzählen allerdings nur einen Teil der Geschichte. Die Statistiken zeigen, dass weder Coates noch Bialecki den höchsten Turnieraverage ihres jeweiligen Events spielte. Entscheidend waren ihre Konstanz, die gewonnenen Schlüssellegs und ihre Leistungen in den letzten Turnierrunden.
Players Championships 25 und 26 im Vergleich
| Statistik | PC25 | PC26 |
|---|---|---|
| Event-Average | 90,06 | 90,35 |
| Partien | 127 | 127 |
| Gespielte Legs | 1.150 | 1.149 |
| Geworfene Darts | 35.378 | 35.031 |
| Kürzestes Leg | 10 Darts | 9 Darts |
| Höchster Average | 108,74 | 109,34 |
Das Niveau stieg am zweiten Turniertag leicht an. Der Event-Average verbesserte sich von 90,06 auf 90,35 Punkte, obwohl für die nahezu identische Anzahl an Legs 347 Darts weniger benötigt wurden.
Bei PC25 gelangen sechs Legs in zehn Darts. Stephen Burton, Wessel Nijman, Gian van Veen, Jeffrey de Graaf, Damon Heta und Henry Coates teilten sich diesen Bestwert. Am folgenden Tag setzte Scott Williams noch einen drauf und spielte gegen Callan Rydz das perfekte Leg. Der Neun-Darter blieb allerdings sein einziger Sieg des Turniers.
Kevin Doets dominiert die Average-Liste von PC25
Der beste Spieler nach Turnieraverage war bei PC25 Kevin Doets. Der Niederländer erreichte über fünf Partien einen Schnitt von 104,43 Punkten und lag damit deutlich vor Tom Sykes mit 102,47 und Justin Hood mit 102,26 Punkten.
Doets belegte zudem die ersten drei Plätze bei den höchsten Einzelaverages. Er spielte 108,74 Punkte gegen Justin Hood, 108,65 gegen Jenson Walker und 108,03 gegen Cristo Reyes. Zum Titel reichte diese außergewöhnliche Konstanz dennoch nicht. Im Viertelfinale unterlag Doets Damon Heta mit 2:6.
| Spieler | Average | Legs |
|---|---|---|
| Kevin Doets | 108,74 | 11 |
| Kevin Doets | 108,65 | 6 |
| Kevin Doets | 108,03 | 7 |
| Maik Kuivenhoven | 107,23 | 7 |
| Damon Heta | 106,11 | 12 |
Turniersieger Henry Coates belegte in der Gesamtwertung mit 97,55 Punkten lediglich den 13. Platz. Sein First-Nine-Average von 108,49 Punkten und eine Quote von 64 Prozent gewonnenen Legs zeigen jedoch, warum er das Turnier für sich entscheiden konnte.
Im Viertelfinale bezwang Coates Christian Kist mit 6:0 und einem Average von 106,09 Punkten. Im Finale steigerte er sich erneut auf 104,88 Punkte. Heta spielte bei der 4:8-Niederlage sogar 106,11 Punkte, konnte aus seinem besseren Scoring aber nicht genügend Legs machen.
Das Endspiel erreichte gemeinsam einen Average von 105,49 Punkten. Coates und Heta warfen jeweils fünf 180er. Der spätere Sieger verwandelte acht seiner 15 Checkoutgelegenheiten und erreichte damit eine Effizienz von 53 Prozent. Heta nutzte vier von acht Möglichkeiten und kam auf 50 Prozent. Für die zwölf Legs benötigten beide Spieler insgesamt lediglich 307 Darts und 19 Minuten. Vier Spieler checkten bei PC25 die 170: Lewis Pride, Gian van Veen, Justin Hood und Bradley Brooks. Christopher Wickenden folgte mit einem 167er-Finish.
Greaves setzt Bestwert – Bialecki gewinnt die entscheidenden Legs
Bei PC26 führte Beau Greaves das Feld nach Turnieraverage an. Die Engländerin kam über drei Begegnungen auf 101,26 Punkte und lag damit vor Coates, der seinen zweiten Turniertag mit 100,84 Punkten abschloss.
Coates stellte gegen Madars Razma mit 109,34 Punkten den höchsten Einzelaverage des Tages auf. Gegen Darius Labanauskas folgten 105,79 Punkte und ein 164er-Finish. Greaves überzeugte beim 6:1 gegen Adam Paxton mit 106,59 Punkten und spielte anschließend gegen Yorick Hofkens erneut mehr als 104 Punkte.
| Spieler | Average | Legs |
|---|---|---|
| Henry Coates | 109,34 | 7 |
| Bradley Brooks | 108,86 | 9 |
| Chris Dobey | 107,28 | 9 |
| Beau Greaves | 106,59 | 7 |
| Henry Coates | 105,79 | 9 |
Turniersieger Bialecki belegte mit einem Gesamtaverage von 94,93 Punkten nur den 17. Platz. Sein Finalgegner Mario Vandenbogaerde kam mit 92,61 Punkten sogar lediglich auf Rang 35. Trotzdem gewannen beide sieben Partien und erreichten das Endspiel.
Bialeckis Stärke lag in den entscheidenden Momenten. Der Pole gewann 66 Prozent seiner 68 gespielten Legs. Im Finale holte er fünf der letzten sechs Durchgänge, nachdem Vandenbogaerde bereits mit 5:3 geführt hatte. Zwei aufeinanderfolgende Checkouts von 101 und 100 Punkten leiteten die Wende ein.
Der Finalaverage unterstrich, dass der Titel nicht durch dauerhaftes Hochleistungsscoring entschieden wurde. Bialecki erreichte beim 8:6 einen Schnitt von 93,80 Punkten, Vandenbogaerde kam auf 85,91. Zudem gehörte Bialecki neben Chris Dobey zu den beiden Spielern, die bei PC26 ein 170er-Finish erzielten.
Schindler führt die 180er-Wertung an
Weitere Unterschiede zeigen die erfassten 180er-Quoten. Angegeben wird dabei, bei welchem Anteil seiner Aufnahmen ein Spieler die maximale Punktzahl erzielte. Bei PC25 führte Dave Chisnall die aussagekräftige Wertung mit einer Quote von zwölf Prozent über 30 Legs an. Tom Sykes kam zwar auf 13 Prozent, bestritt allerdings nur neun Legs. Bei PC26 erzielte Martin Schindler in zehn Prozent seiner Aufnahmen eine 180. Der Deutsche bestritt 30 Legs und lag damit vor Dirk van Duijvenbode, der über lediglich elf Legs auf 9,9 Prozent kam.
Bialecki erreichte über seinen vollständigen Turnierlauf eine 180er-Quote von 4,7 Prozent. Finalgegner Vandenbogaerde lag mit sieben Prozent deutlich höher. Auch Greaves mit 6,4 Prozent und Coates mit 5,4 Prozent übertrafen den späteren Turniersieger.
Die Werte bestätigen das Gesamtbild: Bialecki gewann PC26 nicht durch das höchste Grundniveau oder die meisten Maxima. Er entschied die engen Partien und produzierte seine besten Aufnahmen in den wichtigsten Phasen.
Deutsche Averages liefern überraschendes Bild
Auch bei den deutschen Spielern lagen Ergebnis und statistische Leistung teilweise weit auseinander. Bei PC25 spielte Ricardo Pietreczko über zwei Begegnungen einen Gesamtaverage von 100,30 Punkten, schied aber bereits in der Runde der letzten 64 aus. Daniel Klose erreichte bei seinem Erstrundenaus einen Schnitt von 99,93 Punkten.
Deutlich weiter kamen Niko Springer und Max Hopp mit niedrigeren Werten. Springer erreichte mit einem Turnieraverage von 87,88 Punkten das Halbfinale. Hopp spielte über fünf Partien 89,61 Punkte und zog ins Viertelfinale ein. Dabei gewann er 64 Prozent seiner insgesamt 39 Legs.
Bei PC26 war Schindler mit 94,58 Punkten der statistisch beste Deutsche. Besonders auffällig war sein First-Nine-Average von 109,94 Punkten. Der Strausberger gewann dennoch nur die Hälfte seiner 30 Legs und schied in der Runde der letzten 32 gegen Richard Veenstra aus. Springer kam am zweiten Tag auf 90,45 Punkte, Gabriel Clemens auf 89,24 und Hopp auf 87,53. Keiner der deutschen Spieler erreichte diesmal das Achtelfinale.
Die beiden Turniere zeigen damit unterschiedliche Wege zum Erfolg. Coates verband bei PC25 starke Spitzenwerte mit einem Turnieraverage von 97,55 Punkten. Bialecki blieb bei PC26 deutlich unter den besten Averages des Tages, war aber in engen Situationen kaum zu bezwingen. Auf dem Floor gewinnt nicht zwangsläufig der Spieler mit dem höchsten Schnitt oder den meisten 180ern – sondern derjenige, der seine besten Darts in den entscheidenden Legs produziert.




