1.424 Turnierstarts, fünf verschiedene Sieger und ein perfektes Leg: Die Development Tour Events 16 bis 20 in Hildesheim lieferten reichlich Material für eine statistische Auswertung. Owen Bates dominierte das Auftaktturnier, Archie Self gelang ein 9-Darter und Lenny Schlüter gewann zum Abschluss 21 seiner insgesamt 25 Wochenendmatches.
Die 1.424 Starts verteilen sich auf 285 Teilnehmer bei Development Tour 16, 286 bei DT17, 287 bei DT18, 291 bei DT19 und 275 beim abschließenden Event 20. Dabei handelt es sich um Turnierstarts und nicht um unterschiedliche Spieler, da der Großteil des Feldes an mehreren Wettbewerben teilnahm.
Die Titel gingen an Owen Bates, Sam Jackson, Jamai van den Herik, Yorick Hofkens und Schlüter. Jackson, Hofkens und Schlüter feierten jeweils ihren ersten Development-Tour-Erfolg. Für van den Herik war es bereits der dritte Titel seiner Karriere auf der PDC-Nachwuchsserie.
Für den Vergleich der Dauerleistungen werden nur Spieler berücksichtigt, die bei einem Turnier mindestens fünf Matches absolvierten. Dadurch fallen einzelne hohe Averages aus kurzen Läufen weniger stark ins Gewicht.
| Event | Sieger | Average | First Nine | 180er-Anteil | Gewonnene Legs |
|---|---|---|---|---|---|
| DT16 | Owen Bates | 92,60 | 100,66 | 4,8 % | 81 % |
| DT17 | Sam Jackson | 88,51 | 96,02 | 3,5 % | 66 % |
| DT18 | Jamai van den Herik | 86,71 | 97,33 | 5,3 % | 63 % |
| DT19 | Yorick Hofkens | 86,42 | 94,37 | 1,8 % | 70 % |
| DT20 | Lenny Schlüter | 84,35 | 94,03 | 5,5 % | 67 % |
Archie Self gelingt das perfekte Leg
Das statistische Highlight des Wochenendes gehörte Archie Self. Der Engländer warf bei Development Tour 18 in der Runde der letzten 256 gegen Valerie Niedenführ einen 9-Darter. Self gewann die Partie mit 4:0 und spielte dabei einen Average von 111,33 Punkten.
Auch über seinen gesamten Turnierlauf blieb der Engländer auf einem hohen Niveau. Self kam in vier Matches auf einen Gesamtaverage von 93,99 Punkten. Sein First-Nine-Wert lag bei 111,10 Punkten. Das zeigt, wie stark er seine Legs insbesondere im Scoring eröffnete.
In der Runde der letzten 32 wurde Self vom späteren Turniersieger van den Herik gestoppt. Der Niederländer setzte sich erst im Decider mit 4:3 durch. Wegen der geringeren Anzahl an Partien wird Self beim Vergleich der Dauerleistungen von DT18 nicht berücksichtigt. Dort führte Bates mit einem Average von 88,49 Punkten knapp vor Leon Weber mit 88,47.
Bates dominiert das Auftaktturnier
Den stärksten Gesamtauftritt aller fünf Turniersieger zeigte Owen Bates bei DT16. Der Engländer spielte über acht Matches und 43 Legs einen Average von 92,60 Punkten. Sein First-Nine-Average lag bei 100,66 Punkten. Fast die Hälfte seiner registrierten Aufnahmen endete mit mindestens 100 Punkten.
Noch deutlicher fällt seine Legbilanz aus. Bates gewann 81 Prozent aller gespielten Legs. Kein anderer Champion des Wochenendes erreichte einen vergleichbaren Wert. Sein Gegneraverage lag bei 82,06 Punkten, sodass die hohe Siegquote nicht ausschließlich auf schwache Gegenwehr zurückzuführen war.
Im Finale unterstrich Bates seine Überlegenheit. Beim 5:0 gegen Kaya Baysal kam er auf 97,60 Punkte. Zuvor hatte er Adam Gawlas im Halbfinale mit 5:2 und einem Average von 101,88 bezwungen. In seinen letzten drei Matches spielte Bates 95,07, 101,88 und 97,60 Punkte.
Auch bei DT17 blieb Bates statistisch auffällig. Über acht Partien kam er auf einen First-Nine-Average von 103,22 Punkten – den höchsten Dauerwert der fünf Wettbewerbe. Sein Gesamtaverage fiel mit 87,80 jedoch deutlich niedriger aus. Der Unterschied von mehr als 15 Punkten zeigt, dass Bates seine Legs häufig stark begann, das Niveau anschließend aber nicht vollständig halten konnte.
Gawlas spielt stark – Hofkens gewinnt
Adam Gawlas lieferte bei DT19 die beste Dauerleistung. Der Tscheche erreichte über acht Matches und 50 Legs einen Average von 90,92 Punkten. Seine Gegner spielten im Durchschnitt 86,22 Punkte – der höchste Gegneraverage aller Finalisten des Wochenendes.
Gawlas musste sich seinen Finaleinzug somit gegen besonders starke Gegenwehr erarbeiten. Im Halbfinale bezwang er Dylan Slevin mit 5:4 und spielte dabei 102,21 Punkte. Slevin hielt mit 95,20 Punkten dagegen.
Im Endspiel sank Gawlas’ Average auf 86,36 Punkte. Hofkens kam zwar nur auf 85,80, gewann aber mit 5:4. Über den gesamten Wettbewerb hatte der Belgier einen Average von 86,42 Punkten und gewann 70 Prozent seiner Legs.
Auffällig war vor allem der Unterschied bei den hohen Aufnahmen. Gawlas erzielte bei 5,6 Prozent seiner registrierten Besuche eine 180, Hofkens lediglich bei 1,8 Prozent. Auch im First-Nine-Average lag Gawlas mit 98,65 gegenüber 94,37 vorne. Hofkens kompensierte das geringere Scoring durch seine Effizienz in den entscheidenden Situationen.
Der durchschnittliche Wert seiner erfolgreichen Checkouts lag bei 53,14 Punkten. Damit führte Hofkens diese Kategorie unter den fünf Wochenendsiegern an.
Schlüter gewinnt 21 von 25 Matches
Schlüters Wochenende bestand nicht nur aus seinem Titel bei DT20. Der 18-Jährige bestritt über die fünf Turniere insgesamt 25 Matches und gewann 21 davon. Das entspricht einer Siegquote von 84 Prozent.
Bei DT16 und DT19 erreichte Schlüter jeweils das Viertelfinale. Bei DT17 gewann er zwei Partien, bei DT18 eine. Beim abschließenden Event 20 folgten acht Siege auf dem Weg zu seinem ersten PDC-Titel.
Insgesamt absolvierte Schlüter 152 Legs, von denen er 98 gewann. Seine Legquote lag damit bei rund 64,5 Prozent. Den höchsten Turnieraverage erzielte er bei DT20 mit 84,35 Punkten. Bei DT16 kam er auf 84,22, bei DT18 auf 82,58 und bei DT19 auf 81,26 Punkte. Lediglich DT17 fiel mit 73,21 deutlich ab.
Interessant ist die Entwicklung seines First-Nine-Averages. Bei DT16 erreichte Schlüter 94,47 Punkte, bei DT19 waren es 94,21 und bei seinem Titelgewinn 94,03. In den drei Turnieren mit seinen besten Ergebnissen eröffnete er seine Legs damit nahezu auf demselben Niveau.
Bei DT20 belegte Schlüter im Gesamtaverage nur Rang 13 des Event-Leaderboards. Unter den Spielern mit mindestens fünf Partien lag er hinter Henry Coates mit 85,26 und Dominik Grüllich mit 85,24 Punkten auf Position drei.
Dafür führte Schlüter bei den 180ern eine wichtige Kategorie an. Bei 5,5 Prozent seiner registrierten Aufnahmen traf er die Höchstpunktzahl. Kein anderer Wochenendsieger erreichte einen höheren Anteil. Van den Herik folgte mit 5,3 Prozent, Bates mit 4,8 Prozent.
Schlüters First-Nine-Average bei DT20 betrug 94,03 Punkte. Der durchschnittliche Wert seiner erfolgreichen Checkouts lag dagegen nur bei 40,91 Punkten – dem niedrigsten Wert der fünf Champions. Der Titel war daher weniger das Ergebnis überragender Finishwerte als vielmehr einer stabilen Gesamtleistung und starker Momente unter Druck.
Im Finale gegen Coates wurde dieser Unterschied besonders deutlich. Schlüter spielte lediglich 81,00 Punkte, sein Gegner kam auf 87,86. Coates führte bereits mit 4:2, doch Schlüter gewann die letzten drei Legs und sicherte sich den Titel mit 5:4.
Jan Schmidt überzeugt über 14 Matches
Jan Schmidt gehörte zu den konstantesten deutschen Spielern in Hildesheim. Bei DT16 spielte er über sechs Matches einen Average von 90,83 Punkten. Damit belegte er im Vergleich aller Spieler mit mindestens fünf Partien den zweiten Platz hinter Bates.
Sein First-Nine-Average lag bei 98,14 Punkten. Der durchschnittliche Wert seiner erfolgreichen Finishes betrug 66,38 Punkte und war damit außergewöhnlich hoch. Im Viertelfinale unterlag Schmidt dem späteren Sieger Bates erst im Decider mit 4:5.
Bei DT17 folgte sein erster Finaleinzug. Schmidt absolvierte erneut acht Matches und kam auf einen Average von 87,32 Punkten. Besonders stark war seine Legbilanz: Von 41 gespielten Legs gewann er 33. Seine Quote von 81 Prozent lag deutlich über den 66 Prozent des späteren Siegers Jackson.
Schmidt dominierte seine Begegnungen bis zum Finale somit deutlicher als der Turniersieger. Erst im Endspiel verlor er mit 3:5. Sein Average von 87,82 reichte nicht gegen Jackson, der sich im entscheidenden Match auf 93,99 steigerte.
Über beide Freitagsturniere bestritt Schmidt insgesamt 14 Partien und gewann zwölf. Dabei absolvierte er 78 Legs und entschied 57 für sich. Das entspricht einer Legquote von rund 73 Prozent.
Weber und Grüllich mit starken Effizienzwerten
Leon Weber lieferte bei DT18 den höchsten Einzelaverage eines deutschen Spielers. Beim 4:0 gegen Tyler Thorpe spielte der Tourcard-Holder 103,66 Punkte. Über seine fünf Partien erreichte Weber einen Gesamtaverage von 88,47 Punkten und lag damit nur 0,02 Punkte hinter Bates.
Weber gewann 78 Prozent seiner 23 Legs. Zudem traf er bei 5,5 Prozent seiner Aufnahmen eine 180. In beiden Kategorien führte er die Wertung der Spieler mit mindestens fünf Matches bei DT18 an. Trotzdem endete sein Lauf bereits in der Runde der letzten 32. Gegen Lleyton Molyneux verlor Weber mit 2:4.
Auch Dominik Grüllich erreichte starke Effizienzwerte. Bei DT18 gewann er 75 Prozent seiner Legs und spielte über fünf Partien einen Average von 84,90 Punkten. Bei DT20 steigerte er sich auf 85,24 und eine Legquote von 79 Prozent.
Grüllich gewann bei DT20 19 seiner 24 gespielten Legs. Sein First-Nine-Average lag bei 94,47 Punkten, 36 Prozent seiner Aufnahmen brachten mindestens 100 Punkte und 15 Prozent mindestens 140 Punkte. Dennoch schied er im Achtelfinale gegen Dylan Slevin aus.
Finn Behrens erreichte seine beste belastbare Turnierleistung bei DT19. Über fünf Matches spielte er 84,41 Punkte und gewann 67 Prozent seiner Legs. Bereits bei DT16 hatte Behrens einen Average von 91,39 erzielt, dieser Wert entstand allerdings nur über eine einzige Partie und ist daher nicht mit seinen längeren Turnierläufen vergleichbar.
Die Zahlen aus Hildesheim zeigen, wie unterschiedlich ein erfolgreicher Turnierlauf aussehen kann. Bates dominierte beim Gesamtaverage und bei der Legquote, Self sorgte mit einem 9-Darter für das Highlight und Gawlas spielte trotz starker Gegner das beste spätere Event. Schlüter benötigte dagegen weder den höchsten Average noch die besten Finishwerte. Seine 21 Siege aus 25 Matches und der Titel bei DT20 machten ihn dennoch zum erfolgreichsten deutschen Spieler des Wochenendes.
Weiter geht es mit der Development Tour am 3. und 4. Oktober 2026, wenn im Robin Park Tennis Centre in Wigan die letzten vier Turniere der Saison ausgetragen werden.




